Projekte zur Storage-Virtualisierung: Was Sie bei der Implementierung beachten müssen

Vor Implementierung eines Storage-Area-Networks zur Virtualisierung von Block-basiertem Storage verdienen einige Schritte besondere Aufmerksamkeit.

Für viele IT-Anwender entspricht der Aufwand für das Management und die Pflege von Projekten zur Virtualisierung von Block-basiertem Storage in etwa dem, den sie schon bei der erstmaligen Einführung ihres Storage Area Networks (SAN) treiben mussten. Die Komplexität solcher Projekte hängt dabei von mehreren Faktoren ab.

Häufig vollziehen Organisationen den Technologie-Schritt zur Storage-Virtualisierung im Zuge des Austauschs von alter Hardware, des Kaufs neuer Storage-Systeme oder bei einem Wechsel des Storage-Anbieters. Einige bauen dabei zum ersten Mal netzwerkbasiertes Storage auf. Die Planung dafür ist zumeist „nicht anders als bei jedem anderen Storage-Projekt“, sagt Marc Staimer, President von Dragon Slayer Consulting. „Man fügt eigentlich nur eine zusätzliche Schicht zwischen der Anwendung und dem Storage-System ein.“

Storage-Virtualisierung kann sich als hilfreich erweisen, wenn Daten migriert werden müssen. Denn die Technik schafft eine Abstraktionsschicht, die es dem Benutzer ermöglicht, mehrere Storage-Systeme in Form eines einzigen Pools zu betrachten und zu verwalten.

Produkte für Storage-Virtualisierung wie SAN Volume Controller (SVC) von IBM oder USP V von  Hitachi Data Systems Corp. nehmen für sich in Anspruch, dass sie Storage-Systeme unterschiedlicher Typen und Marken virtualisieren können. Das macht sie potenziell wertvoll für Unternehmen, die eine Fusion oder eine Übernahme durchmachen. IDC führt zudem eine Klasse von Produkten mit der Bezeichnung „Embedded Virtualization“, die nur für die Virtualisierung herstellereigener Storage geeignet ist. Zu den Anbietern in dieser Kategorie gehören 3PAR Inc., Compellent Technologies Inc., Dell Inc. (mit EqualLogic) und Hewlett-Packard (HP) Co. (mit StorageWorks P4000, das von LeftHand Networks Inc. übernommen wurde).

Implementierung von Storage-Virtualisierung: Zu berücksichtigende Faktoren

Beim Einführen von Storage-Virtualisierung, müssen IT-Kunden eine Reihe von Faktoren berücksichtigen – welche das sind, hängt auch von den angestrebten Zielen ab. Dies gilt unabhängig davon, ob die Technologie in-band oder out-of-band ist und ob die Engine sich im Server, im Switch, einer Appliance oder in einem Array befindet.

„Falls Sie Ihre Virtualisierung in-line oder in-band aufbauen, müssen Sie höchstwahrscheinlich alles neu verkabeln. Die meisten Storage-Systeme verfügen über zwei redundante Anschlüsse, so dass es eine Umschaltphase geben kann, in der sie die neuen Kabel einstecken und die Umstellung vornehmen“, sagt Valdis Filks, Research Director bei Gartner Inc. Einige software-basierte Storage-Virtualisierungen können auch erfordern, dass die Benutzer das Dateisystem herunterfahren, die Software installieren und es anschließend wieder hochfahren, fügt Filks hinzu.

„Wenn die Leute den Begriff  'Storage-Virtualisierung' hören, erwarten sie oft, dass sie alles Mögliche und Unmögliche über die Virtualisierungsschicht erledigen können. Das können sie aber nicht“, mahnt Filks zur Vorsicht. „Storage-Virtualisierung ist kein Ersatz für Gerätekonfiguration und -verwaltung.“

Filks empfiehlt, dass Benutzer sich mit den Professional Services Team des Anbieters ihrer Wahl abstimmen, bevor sie sich in ein Storage-Virtualisierungsprojekt stürzen: „Es gibt auf jeden Fall eine Übergangsphase und jede Menge Planungsaufwand. Das ist nichts, was man einfach mal so eben erledigt.“.

SVC von IBM ist derzeit eines der beliebtesten Produkte für Virtualisierung. Dabei handelt es sich um eine Appliance, die in den Datenpfad eingeklinkt und meist paarweise in einer aktiv-zu-aktiv-Konfiguration installiert wird. Dies gilt als Best Practice, um einen sogenannten Single Point of Failure auszuschließen. Wer dieses Produkt mit bereits vorhandener Storage verwenden möchte, wird allerdings schnell erkennen, dass zuvor eine Menge Arbeit für die Konfiguration der Storage-Geräte am Back-End zu leisten ist.

Dies sollten sich die Kunden dringend klarmachen, rät Glenda Fuller, Managing Consultant für IBM Storage Lab Services: „Für die Erstinstallation des SAN Volume Controller muss man erst einmal dafür sorgen, dass das vorhandene Storage von SVC verwaltet wird. Nur dann kann man überhaupt in den Genuss all der wundervollen Dinge kommen, die SVC kann. Also muss zunächst einiges an Migration erledigt werden.“

Normalerweise bevorzuge sie eine „saubere Umgebung“, damit das Back-End auf eine optimale Performance hin ausgelegt werden kann, sagt Fuller: „Wenn die Storage im Back-End nicht durch bereits vorhandene Daten belastet ist, geht es einfach leichter.“

Obwohl Benutzer mit SVC auch heterogene Storage-Systeme verwalten können, tendieren sie dazu, im Laufe der Zeit auf IBM-Storage umzusteigen, sagt Chris Saul, Marketing-Manager für SVC. Erst nachdem ein Benutzer Daten auf SVC migriert hat, könne er die Vorteile einer unterbrechungsfreien Migration auf schnelleres, günstigeres oder anderweitiges Storage voll ausnutzen, ergänzt er.

„Sie zahlen den Preis der Storage-Konfiguration für die Virtualisierung nur einziges Mal. Danach wird die Angelegenheit deutlich einfacher“, sagt auch Steve Correl, Managing Consultant und Storage Architect bei IBM. Und wer diese Arbeit einmal hinter sich gebracht hat, wird dann auch dauerhaft auf Virtualisierung setzen. „Man legt sich schon ziemlich fest, wenn man beschließt, Storage zu virtualisieren – ungefähr so sehr, wie wenn man sich für die Virtualisierung von Servern entscheidet“, räumt Saul ein.

IBM verweist darauf, dass man durchaus einige Kunden habe, die SVC mit heterogenem Storage verwenden. Allerdings, so Dragon-Berater Staimer, kommt das nicht sehr häufig vor: Viele Benutzer entschieden sich dagegen, weil sie gegenseitige Schuldzuweisungen befürchten, sobald ein Problem auftritt. „Support zu bekommen, kann dann wirklich schwierig sein“, sagt er.

Allgemein, so Staimer weiter, könne Appliance-basierte Virtualisierung hinsichtlich Implementierung und Wartung deutlich aufwendiger sein als Array-basierte: „Man fügt dabei  eine zusätzliche Verwaltungsschicht hinzu. Diese sollte für Administratoren transparent sein, doch wenn es Probleme gibt, ist Schluss mit Transparenz.“ Fehlerbehebung könne mit Appliances so zu einem echten Alptraum werden, denn dafür müsse man erst einmal herausfinden, ob das Problem davor oder dahinter liegt. Staimer; „Sobald Sie eine Virtualisierungsschicht eingezogen haben, wird es schwer, hinter den Vorhang zu schauen.“

Artikel wurde zuletzt im Juni 2010 aktualisiert

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