SAN-Einsteigermodelle für kleine und mittlere Unternehmen

Storage Area Networks (SAN) werden auch in kleinen und mittleren Unternehmen immer beliebter. Das gilt besonders für SAN-Systeme der Einsteigerklasse.

Server- und Desktop-Virtualisierung ist heutzutage keine Angelegenheit mehr nur für große Organisationen – auch in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) schreitet die Virtualisierung schnell voran. Als Folge hiervon steigt die Nachfrage an skalierbarem und flexiblem Storage in diesem Segment, also nach Lösungen für Shared Storage. Um diesen Bedarf zu decken, bietet eine Reihe von Herstellern nun auch SAN-Systeme der Einstiegsklasse für den KMU-Markt an.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den wichtigsten Merkmalen, die SAN-Produkte der Einstiegsklasse aufweisen sollten, und werfen einen Blick auf einige wichtige Anbieter in diesem Segment.

Warum SAN für KMU-Storage?

NAS-Appliances können eine zuverlässige Storage-Lösung für virtuelle Maschinen sein. Andererseits kann ein Unternehmen sie nicht für das Hosting von Daten verwenden, wenn ein direkter Zugriff auf Block-Speicher erforderlich ist, beispielsweise bei Datenbanken. SAN-Umgebungen leisten hier mehr, denn sie ermöglichen eine Veränderung von Block-Größen für maximale Storage-Effizienz. In Kombination mit einer dedizierten Netzwerk-Architektur bringt das ein hohes Maß an Flexibilität und Zuverlässigkeit, so dass anders als mit NAS das Hosting flexibler virtueller Server-Instanzen möglich ist.

Was kennzeichnet ein SAN der Einstiegsklasse?

Im KMU-Markt ist eine eindeutige Unterscheidung zwischen SAN und NAS nicht mehr möglich. Grund hierfür sind die mittlerweile in viele NAS-Appliances integrierten SAN-Funktionen wie der Block-Zugriff auf Daten, der in der Regel über iSCSI realisiert wird.

Daher konzentrieren wir uns im Rahmen dieses Artikels auf Produkte, die speziell für den Block-Zugriff entwickelt wurden. Sehen wir uns zunächst die Funktionen an, die man bei SAN-Produkten der Einstiegsklasse erwarten darf.

Unabhängig von der Größe eines Unternehmens sind in jedem Fall Faktoren wie Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit der virtualisierten Server- oder Desktop-Umgebung zu beachten. Davon ausgehend bieten sogar viele kleine SAN-Implementierungen – neben einem attraktiven Preis – Multicontroller-Failover und redundante Netzwerk-Konnektivität.

Die zunehmende Verbreitung von Ethernet-Netzwerken mit hoher Bandbreite in Kombination mit dem weit verbreiteten iSCSI-Übertragungsprotokoll für Storage hat die Kosten für SAN-Lösungen deutlich sinken lassen. Vorher war diese Hürde durch den Einsatz des teureren Fibre Channel recht hoch.

SANs der Einstiegsklasse bieten heute standardmäßig Netzwerk-Konnektivität über mehrere Ports. In Kombination mit den nativen VLAN-Funktionen von Ethernet-Switches lässt sich so das Verhalten von Fibre-Channel-Zonen in Ethernet-Umgebungen simulieren und damit die Service-Qualität bei der Datenübertragung steigern.

Darüber hinaus hat sich das Angebot an Festplattentypen deutlich erweitert. Die große Verbreitung von SATA, SAS und SSD führte zu sinkenden Kosten und eröffnete ein Leistungsspektrum, das früher nur in Arrays der Enterprise-Klasse zur Verfügung stand.

So sind heute SAS-Platten mit einer Datendichte von bis zu 3 Terabyte für niedrigere Storage-Stufen erhältlich. Zudem übertrifft die Performance von SSD die der bisher für Tier 1 eingesetzten Fibre-Channel-Laufwerke mit 15.000 U/min bei Weitem. Somit bieten SANs der Einstiegsklasse nun viele der bisher der Enterprise-Klasse vorbehaltenen Performance-Optionen.

Viele SAN-Produkte in diesem günstigen Preissegment werden nun auch für die Anbieter von Virtualisierungs-Produkten attraktiv. Mit dem Prüfsiegel eines solchen Herstellers versehen, haben sie natürlich gute Chancen bei Kunden, die in ihrem Unternehmen die Einführung von Virtualisierungs-Technologien planen. Die wichtigsten Beispiele hierfür sind die Zertifizierungsprogramme „VMware Ready“ und „Microsoft Hyper-V“.

Einige SAN-Produkte der Einstiegsklasse

Overland SnapSAN S1000 ist ein SAN der Einstiegsklasse mit iSCSI-Konnektivität (und optional Fibre Channel SAN sowie SAS als Direct-Attached Storage). Das Basismodell ist mit mindestens vier Laufwerken ausgestattet (SAS und Nearline-SAS) sowie von Microsoft und VMware zertifiziert. Als Port-Varianten sind 8 x 1 Gbps Ethernet oder 4 x 10 Gbit/s Ethernet mit zwei Controllern erhältlich, abhängig vom gewählten Modell. Im Baseline S1000 finden bis zu 12 Laufwerke mit max. 3 TB Kapazität Platz. Es verfügt über einen Controller (oder optional zwei) mit Funktionen für Active/Active-Failover sowie über einen Mirrored Cache. Die RAID-Konfiguration überzeugt durch die RAID-Level 0, 1, 0+1, 3, 5, 6, 10, 30, 50, 60 und bietet die Möglichkeit zur Erstellung von maximal 1024 logischen Laufwerken. Als Verwaltungsfunktionen stehen Hot-Spare-Platten und Write-Through- oder Write-Back-Caching ebenso zur Verfügung wie Online-Disk-Roaming, Online-Volume-Expansion, Online-RAID-Migration und Volume-Cloning. Mit vier Snap E1000 Erweiterungseinheiten kann das S1000 auf insgesamt 60 Laufwerke ausgebaut werden.

Sogar kleine SAN-Implementierungen bieten oft Schutz durch Multicontroller-Failover.

Martin Taylor

Auch das Infortrend ESVA E10-2130 iSCSI ist ein SAN-Subsystem der Einstiegsklasse. Die Ausstattung umfasst Dual-Controller und maximal 16 Laufwerke pro Basissystem mit optionalen Erweiterungsmöglichkeiten auf 64 Laufwerke. Das System bietet vier 1 Gbps Ethernet-Ports und Unterstützung für Laufwerkstypen wie 2,5- und 3,5-Zoll SAS sowie SATA und SAS SSD. Das E10-2130 ist VMware Ready und Microsoft Hyper-V zertifiziert. Zu den Storage-Funktionen des Produkts zählen Storage-Pooling, Thin Provisioning, automatische Datenmigration, priorisierte Laufwerkszugriffe, verteiltes Load-Balancing und automatisches Storage-Tiering. Das System unterstützt die RAID-Level 0, 1, 3, 5, 6 und verfügt über eine Vielzahl von Funktionen zur Daten-Sicherung. Dazu zählen lokale Snapshots, Funktionen zum Kopieren und Spiegeln von Laufwerken sowie synchrone oder asynchrone Replikation.

Beim Drobo B1200i handelt es sich um ein SAN-Produkt der Einstiegsklasse auf iSCSI-Basis. In den zwölf nicht bestückten Einschüben finden SAS- oder SATA-Laufwerke Platz (die kombinierte Verwendung beider Laufwerkstypen in einem Gehäuse ist nicht möglich). Optional ist auch eine SSD-Variante erhältlich. Standardmäßig ist das Produkt von Drobo mit zwei Netzteilen ausgestattet – nicht jedoch mit zwei Controllern. Das Gerät verfügt außer über drei 1 Gbps Ethernet-Ports für iSCSI-Netzwerk-Konnektivität über einen zusätzlichen dedizierten Netzwerk-Port für die Geräteverwaltung. Zwar ist keine Erweiterungseinheit erhältlich, doch die BeyondRAID-Technologie von Drobo ermöglicht die Verwendung unterschiedlicher Laufwerkskapazitäten. Angesichts der steigenden Kapazität jeder neuen Laufwerksgeneration stellt so ist ein kontinuierlicher Ausbau der Speicherkapazität kein Problem dar. Zu den Storage-Funktionen des B1200i zählen Thin Provisioning, sofortige Laufwerkserweiterung, gleichzeitige Verwendung von Laufwerken unterschiedlicher Kapazität und automatisches Daten-Tiering. Microsoft- und VMware-Virtualisierungsumgebungen werden vollständig unterstützt.

Das Qsan AegisSAN bietet der Hersteller in vielen unterschiedlichen Konfigurationen mit iSCSI (und Fibre Channel) an. Das genutzte Dual-Controller-Format richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen. Die P500Q Arrays bieten 2 x 10 Gbps Ethernet-Ports pro Controller, während das P300Q über 4 x 1 Gbps Ethernet-Ports pro Controller verfügt. Die Modelle P500Q und P300Q sind in unterschiedlichen Größenvarianten für 2E/12 Laufwerke bis hin zu 4E/24 Laufwerken erhältlich. Darüber hinaus ist eine Erweiterung auf bis zu 72 Laufwerke möglich. Sie bieten Unterstützung für die RAID-Level 0, 1, 0+1, 3, 5, 6, 10, 30, 50 und 60 mit maximal 1024 logischen Laufwerken insgesamt. Diese können von bis zu 16 separaten Hosts gleichzeitig genutzt werden. Der Funktionsumfang umfasst Snapshots, N-fach Mirroring, Disk Spin-Down und Unterstützung für die Virtualisierung mit VMware, Microsoft und Citrix.

Dothill konzentriert sich mit seinen iSCSI-Arrays Dothill AssuredSAN 2322 und 2332 auf den SAN-Markt für Einsteigermodelle. Das 2322 bietet eine Kapazität von 24 x 2,5-Zoll-Laufwerken mit Optionen für SAS-, SATA- und SSD-Laufwerke. Demgegenüber besitzt das Modell 2332 eine Array-Kapazität für 12 Laufwerke mit 3,5 Zoll. Beide Systeme lassen sich mithilfe von JBOD-Gehäusen bis auf 96 Platten erweitern. Allerdings ist beim Modell 2332 aufgrund des größeren Laufwerk-Formats ein eigenes Gehäuse erforderlich. Zu den Funktionen für hohe Verfügbarkeit zählen im laufenden Betrieb austauschbare Controller, Unterstützung für Multi-Pathing und Snapshots von Laufwerken. Das System unterstützt die RAID-Level 0, 1, 3, 5, 6, 10 sowie 50 und bietet 1 GB iSCSI-Konnektivität über vier dedizierte Ports. Das Dual-Cache-Mirroring von Dothill wird über einen Kondensator mit Strom versorgt. So ist anders als bei akkubetriebenen Geräten kein Austausch der Batterie erforderlich.

Artikel wurde zuletzt im Juli 2013 aktualisiert

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