SDS-Definition noch immer nicht klar definiert

Schaut man hinter die Marketingfloskeln der Hersteller, sieht man, dass es keine konkrete Definition von SDS gibt. Was SDS ist und was nicht?

Falls es noch immer Anwender gibt, die nicht genau wissen, was Software-defined Storage (SDS) ist, so sind sie nicht die Einzigen.

Bereits auf der New Yorker Storage Decision Conference versuchten verschiedene Redner eine Definition zu SDS zu formulieren, um die bestehenden Produktangebote unter diesem Begriff besser bewerten zu können. Der dort getroffene Konsens ist, dass SDS wohl eher ein fließender Begriff ist, den Storage-Anbieter für ihre Zwecke „anpassen“, um das jeweilige Produkt zu beschreiben.

„Ich glaube, die Branche hat sich immer noch nicht entschlossen, was SDS wirklich ist. Wir geben nur Dingen einen neuen Namen, die eigentlich schon vorher vorhanden waren“, sagt Jon Toigo, CEO und Managing Principal von Toigo Partners International. Toigo fügt hinzu, dass die SDS-Applikationen lediglich Abstraktionen der Hardware sind. Physische Speicher-Arrays – ebenso wie Server und Netzwerke – sind Hosts für Daten, die sie verarbeiten und verteilen.

Die Branche hat sich immer noch nicht entschlossen, was SDS wirklich ist. Wir geben nur Dingen einen neuen Namen, die eigentlich schon vorher vorhanden waren.

Jon Toigo, CEO und Managing Principal, Toigo Partners International

Marc Staimer, Präsident der Dragon Slayer Consulting, erklärt, dass der Begriff SDS mehr „Markecture“ als „Architecture“ sei und stimmt mit Toigo überein, dass sich Speicherhersteller die Definition entsprechend ihren Produkten zurechtrücken. „Diese Kategorie ist so weit gefasst und umfasst viele Dinge, dass es eigentlich gar nichts aussagt“, meint Staimer. 

Staimer erinnert auch daran, dass Software schon immer eine große Rolle im Storage gespielt hat. „Es gibt keine Hardware ohne Software“, betont er. „Software sorgt dafür, dass die Hardware funktioniert.“

Staimer bediente sich zudem der Wikipedia-Definition von SDS: Es ist die Trennung der Storage-Hardware von der Software, von der diese verwaltet wird. SDS stellt ein Policy-Management für Funktionen zur Verfügung. Zu diesen Funktionen können zum Beispiel Deduplizierung, Replikation, Thin Provisioning, Snapshots und Backup gehören. Die Definition besagt darüber hinaus, dass die Software Hardware-unabhängig ist.

Darüber hinaus teilte Staimer seine SDS-Definition in fünf Produktkategorien auf: Hypervisor Virtual Storage, hyper-converged Systeme, Storage-Virtualisation-Stacks, Scale-out Virtual Storage Arrays (VSA) und Object Storage. Wie in vielen anderen Fällen hat jede Kategorie seine Vor- und Nachteile.

Hypervisor Virtual Storage, wie VMware Virtual SAN, wurde konzipiert, um das Problem der getrennten Speicher-Silos zu lösen, hohe Speicherkosten zu eliminieren, komplexes Storage-Management zu vereinfachen und Storage-Performance-Probleme virtueller Maschinen zu beheben. 

Es gibt VM-Administratoren Kontrolle über deren Storage ohne einen zusätzlichen Storage-Admin zu benötigen. Allerdings bindet es Unternehmen an VMware und hat Einschränkungen. Zu denen gehören das Limit von 32 geclusterten Hosts, keine Datenreduktion sowie kein Storage- oder Cloud-Tiering.

Hyper-converged, oder auch hyper-konvergente Systeme verbinden Server, Storage, Hypervisor und Netzwerk in einer Box. Sie zielen darauf ab, sich einfach zu integrieren, skalieren und verwalten zu lassen, während gleichzeitig die Anzahl verantwortlicher Anbieter reduziert wird. 

Auf der anderen Seite können diese Lösungen ein Hersteller-Lock-in mit sich bringen, höhere Investitionen hervorrufen und dazu führen, dass sich Speicher außerhalb des hyper-konvergenten Clusters nicht nutzen lässt. Anbieter sind HP, Nutanix, SimpliVity und Partner von VMware EVO: RAIL Storage-Virtualisation-Stacks verwandeln x86-Server in Storage, wobei hier oft Standard-JBODs und Flash zum Einsatz kommen. Diese Stacks sollen die Kosten proprietärer Hardware und dedizierter Software-Lizenzen eliminieren. Sie treten als NAS oder SAN auf und können bereits vorhandenen, älteren Storage einbinden, was allerdings oft einen System-Integrator auf den Plan ruft. 

Es gibt fünf Produkt-kategorien, die unter den Begriff des Software-defined Storage fallen und individuelle Vor- und Nachteile haben.

Die ältere Hardware könnte Performance-Probleme erzeugen und einen Anbieter-Lock-in mit sich bringen. Produkte in dieser Kategorie sind unter anderem DataCore SANsymphony, EMC ViPR, IBM SVC, Microsoft Windows 2012 R2 und Nexenta Systems NexentaStor.

Scale-Out VSAa wiederum virtualisieren Hypervisor-Storage und fassen oft Storage oder Flash-Cache in einem Pool zusammen. Sie sollen die gleichen Probleme wie schon VMware VSAN lösen, arbeiten aber mit anderen Hypervisoren. 

Sie laufen auf VM-Hosts anstatt Teil des Hypervisors zu sein und bieten eingeschränkte Tiering-, Caching- und Erweiterungs-Funktionen. Zu dieser Produktkategorie zählen beispielsweise EMC ScaleIO, HP StoreVirtual 4000, Maxta Storage Platform, PernixData FVP und Seanodes Exanodes.

Object Storage lässt sich bis in Zettabytes skalieren und kann Daten sicher und stabil über Dekaden und länger vorhalten. Objektspeicher wird für geografisch verteilte Datensätze, Compliance und als NAS-Ersatz für große Datenbestände verwendet. Object Storage lässt sich von allen Speicherarten am besten skalieren und gewährleistet integriertes Disaster Recovery und Business Continuity

Allerdings machen die hohen Latenzen diesen Storage ungeeignet für Primärspeicher. Zu den Herstellern, die Objekt Storage anbieten, zählen Amplidata Himalaya, Basho Riak, Caringo Swarm, Cleversafe dsNet, DataDirect Networks WOS, EMC Atmos und Elastic Cloud Storage sowie NetApp StorageGrid, Quantum Lattus, Red Hat Ceph und Scality Ring.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2015 aktualisiert

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