Showback oder Chargeback: Showback wird zum bevorzugten Werkzeug für Nutzungsanalysen

Mit Showback und Chargeback lassen sich Kosten der Nutzung von IT-Ressourcen ermitteln und das Kostenbewusstein erhöhen.

Showback galt früher nur als erster Schritt zur Einführung von Chargeback, das oft als eines der interessantesten Features von Cloud-Storage angesehen wird. Mittlerweile aber setzen viele Organisationen Showback als eigenständiges Werkzeug zur Ressourcen-Analyse ein und verzichten auf den deutlich komplexeren Chargeback-Prozess.

Bei Showback wird den Nutzern von Ressourcen eines privaten Cloud-Angebots mitgeteilt, wie stark sie diese in Anspruch genommen haben. Chargeback geht insofern darüber hinaus, als die genutzten Ressourcen auch intern in Rechnung gestellt oder zumindest berechnet werden – dies ist seit langer Zeit ein Ziel von IT-Abteilungen, und mit der Cloud schien man ihm deutlich näher zu kommen. Allerdings gibt es ein erhebliches Problem dabei: Finanzabteilung, IT und Geschäftseinheiten finden kaum Einigkeit darüber, mit welchen Kennzahlen hier zu arbeiten ist.

Aus diesem Grund wird zunehmend nur Showback eingesetzt, um die Verwendung von IT-Ressourcen zu erfassen und sie bestimmten Anwendungen, Geschäftseinheiten und Anwendern zuzuordnen. Damit wollen Unternehmen eine Kultur des Kostenbewusstseins  etablieren, Daten-Argumente für Neuanschaffungen bekommen und sogar die Frage stellen, ob die eigene IT-Infrastruktur eine Akquisition verkraften würde.

„Wie viele verwenden solche Metriken zur Messung? Ziemlich viele.“, sagt Greg Shulz, Gründer des Beratungsunternehmens StorageIO Group im US-Bundesstaat Minnesota. „Und wie viele machen dann tatsächlich eine Abrechnung? Bestimmt nicht die Mehrheit. Viele verwenden ein Tool, um Kennzahlen und Messungen zu bekommen, auch nicht, um auf dieser Grundlage Chargeback-Abrechnungen zu erstellen.“

„Wenn Sie sich nicht auf Kennzahlen einigen können, dann wird das Tool nie wirklich funktionieren“, sagt Phil Godwin, Vice President für Vertrieb und Marketing von Clear Technologies Inc., einem IT-Dienstleister und Beratungshaus. „Infrastruktur wird von Projekt zu Projekt finanziert. Wenn sie Chargeback vornehmen, wie wollen Sie dann sicherstellen, dass die Geschäftseinheit einen angemessenen Anteil der Kosten trägt?“

Ein weiteres Problem mit Chargeback besteht darin, dabei mit den sich ändernden Kosten und IT-Budgets Schritt zu halten, weil neue Server, Anwendungen und sonstige Technologien implementiert werden. „Das Budget verändert sich ständig“, erklärt Marc Staimer, President von Dragon Slayer Consulting in Oregon. „Es befindet sich quasi stets im Fluss. Das ist der Grund, warum sich die meisten nicht einmal im Ansatz damit befassen.“

Ein Rechenzentren-Techniker aus der Gesundheitsbranche hat nach eigener Aussage nur Showback, weil Chargeback mit dem System für Finanzen oder Buchhaltung hätte integriert werden müssen. Seine Organisation verwendet seit Ende 2011 Visual Storage Intelligence (VSI), ein Software-as-a-Service (SaaS)-Produkt von Clear Technologies. Ziel dabei war, die darüber gewonnenen Daten für strategische Entscheidungen zu nutzen und den Geschäftseinheiten mehr Kostenbewusstsein im Hinblick auf IT-Ressourcen zu vermitteln.

„Wenn zum Beispiel jemand nachfragt, ob ein weiteres Modul einer Anwendung bereitgestellt werden kann, können wir ihm einen Einblick in die Kosten dafür geben“, sagt der Techniker, der eigentlich nicht mit Medien sprechen darf und deshalb seinen Namen nicht veröffentlicht sehen möchte. An einem bestimmten Punkt müsse die Geschäftseinheit dann die Entscheidung treffen, ob die zusätzliche Funktion das Geld wirklich wert ist. Showback erhöhe das Bewusstsein dafür, dass alle diese Dinge ihren Preis haben.

Showback einführen mit einem Chargeback-Produkt

Showback wird in der Regel über Produkte umgesetzt, die eigentlich für die Chargeback entwickelt wurden. Dazu gehören etwa die Software OnCommand Insight von NetApp, der Virtualization Manager von SolarWinds, Symantecs Veritas Operations Manager, VKernal Chargeback und vCenter Chargeback Manager von VMware. Auch Tools für Storage Resource Management (SRM), Storage Resource Analysis (SRA) und Data Protection Management (DPM) stellen häufig von den Festplatten gewonnene Kennzahlen über Software-Anwendungen zur Verfügung, die für Showback oder Chargeback genutzt werden können.

EMC hat vor kurzem ProSphere 1.5 angekündigt, eine SRM-Anwendung, die im Rahmen ihrer Berichts- und Analysefunktionen Showback unterstützen. So kann ein Bericht die Kapazität aufzeigen, die einem bestimmten Host oder einer Anwendung zugeordnet ist, zusammen mit den dazugehörigen Anforderungen aus dem Service Level Agreement (SLA). Das Produkt verfügt außerdem über eine integrierte Suchmaschine basierend auf dem REST-Interface, gedacht zur Server-Integration für die Cloud.

Laut Kevin Gray, Marketing-Manager für die SRM-Produktgruppe von EMC, sind die meisten Kunden seines Unternehmens eher an Showback interessiert. „Wir sehen es nicht oft, dass ein hartes Chargeback stattfindet“, berichtet er. „Kaum jemand hat Interesse daran, jemandem eine Rechnung in die Hand zu drücken.“

NetApps OnCommand Insight bietet durchgängige Transparenz über den gesamten Pfad in heterogenen Umgebungen. Es verfolgt Storage-Auslastung und -beanspruchung nach Mandant, Geschäftseinheit, Sparte, Stufe und Anwendung. Dieser Showback-Prozess kann Unternehmen dabei helfen, Geld zu sparen. Denn so können sie sehen, wie viel Storage eine Anwendung beansprucht und sie anschließend der passenden Storage-Stufe zuordnen.

„Diese Informationen können von Managern und Führungskräften dazu verwendet werden, geschäftliche Entscheidungen zur Optimierung ihres Ressourcen-Einsatzes zu fällen“, sagt Kristina Brand, Produkt-Marketing Managerin für NetApp OnCommand. „Zum Beispiel können sie sehr schnell ermitteln, welche Menge an Storage eine Anwendung aktuell beansprucht, was wiederum unter Umständen rechtfertigt, diese aus Kostengründen auf eine niedrigere Stufe zu verlagern.“\

Laut Brand verwenden Dienst-Anbieter OnCommand auch, um ihren Kunden genauer aufgeschlüsselte Berichte und Abrechnungen liefern zu können – was im Grunde auch als Chargeback angesehen werden könnte. Allerdings werde OnCommand meist nur für exakte Informationen darüber eingesetzt, wie Anwendungen Ressourcen beanspruchen, so Brand. Die Kunden seien hauptsächlich an Showback als Mittel zur Kosten-Verantwortlichkeit interessiert.

Artikel wurde zuletzt im März 2012 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Datenmanagement-Tools

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close