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Spezielle Backup-Software ist für virtuelle Umgebungen sinnvoll

Backup-Software für VMs sowie Backup-Funktionen für VMs in traditioneller Software vereinfachen das Backup virtueller Server und machen es effizient.

Noch vor einigen Jahren war die Datensicherung virtueller Server ein Problem für viele IT-Teams. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Backup-Software-Produkten für virtuelle Maschinen (VMs), um sicherzustellen, dass die virtualisierten Server geschützt sind.

In einigen Fällen profitiert auch die Virtualisierung vom Data-Protection-Prozess. Beispielsweise ermöglichen einige Produkte, dass die Applikation auf einer Backup-Instanz einer VM ausgeführt wird, nachdem die primäre virtuelle Maschine ausgefallen ist. Das gibt dem Anwender die Möglichkeit, auf seine Daten und Anwendungen zuzugreifen, während der primäre virtuelle Server wiederhergestellt wird.

Obwohl sich vieles zum Besseren geändert hat, sollte man bei der Auswahl einer Backup-Software für virtuelle Server einige wichtige Aspekte bedenken.

Wie ein VM-Backup funktioniert

Es gibt verschiedene Methoden, virtuelle Server zu sichern. Einige IT-Verantwortliche präferieren nach wie vor traditionelle Backup-Software und installieren Agenten auf jeder VM. Das mag bei einer kleinen, überschaubaren Anzahl an virtuellen Servern gut funktionieren. Verfügt ein Unternehmen über hunderte an VMs, die gesichert werden müssen, dann wird dieser Ansatz impraktikabel.

Das größte Problem hierbei sind die Ressourcedifferenzen. Traditionelle Backup-Software wurde unter dem Aspekt konzipiert, dass ein physischer Server eine einzige Anwendung bedient. Durch die Server-Virtualisierung können nun viele Anwendungen gleichzeitig auf einem physischen Server operieren. Das kann zu einem Wettstreit um die Compute-Ressourcen und zu langsamer Performance der App während des Backups führen. Bei diesem Ansatz muss man die VM zudem als diskreten Client mit separaten Lizenzkosten behandeln. Ja nachdem, wie viele VMs vorhanden sind, kann dies ein teures Unterfangen werden.

Viele IT-Abteilungen nutzen Backup-Software, die spezifisch für VMs konzipiert wurde, wie beispielsweise Veeam Backup & Replication oder die VM-Backup-Funktionalitäten in klassischen Backup-Produkten. Anbieter dieser herkömmlichen Software mit neuen VM-Funktionen sind unter anderem Commvault, Symantec oder EMC.

Diese VM-spezifischen Backup-Produkte nutzen die Vorteile der APIs, die vom Hypervisor-Anbieter bereitgestellt werden. Dazu gehört zum Beispiel VMware vStorage API for Data Protection. Dieses API ermöglicht der Backup-Anwendung, die virtuelle Maschine in einen Backup-fähigen (ruhenden) Zustand zu versetzen (quiescing), bevor ein Snapshot angefertigt wird, mit dem dann ein Image-Level-Backup erstellt wird. Anwender können mit diesem Image eine komplette VM wiederherstellen. Heutige Software ist so weit entwickelt, dass sich auch einzelne Files aus dem Image heraus finden und rekonstruieren lassen.

Instant Recovery

Eine der neueren und interessanten Funktionen von VM-Backup-Software ist das so genannte Recovery-in-Place oder Instant Recovery. Der Begriff Instant Recovery ist allerdings etwas irreführend, da das Recovery nicht wirklich sofort erfolgt. Recovery-in-Place sollte nicht mit einer Hochverfügbarkeitstechnologie verwechselt werden. Es ermöglicht Anwendern, schnell wieder zu den Prozessen zurückzukehren, vor allem im Vergleich zu einem traditionellen Server-Restore.

Mittels Virtualisierung lassen sich Workloads so verschieben, dass Storage- und Compute-Ressourcen optimal ausgelastet sind und die Performance optimiert wird. Das erleichtert ebenso eine Wiederherstellung virtueller Maschinen. Recovery-in-Place ermöglicht es dem Hypervisor, eine Backup-Instanz einer VM zu mounten und die Applikationen schnell wieder hochzufahren, während die primäre VM wiederhergestellt wird. Obwohl dies ein nützliches Tool ist, so gibt es doch einige Dinge beim Einsatz von Recovery-in-Place zu beachten.

Wie bereits erwähnt, Recovery-in-Place erfolgt nicht sofort und die Anwendung erfährt eine Ausfallzeit. Die meisten Hersteller behaupten, dass diese Technologie Applikationen in der Backup-Umgebung innerhalb weniger Minuten wieder verfügbar und operabel machen kann. Allerdings ist dies kein automatisierter Vorgang. Die Methodik variiert je nach Backup-Produkt und bedarf auf jeden Fall manueller Intervention.

Im Falle von Symantec NetBackup sieht der Prozess für Instant Recovery for VMware wie folgt aus:

  • Nutzer verwenden ein Kommando, um auf das Backup-Image der VM zuzugreifen.
  • NetBackup mounted ein Image als NFS-Datastore und erstellt einen temporären Datastore auf dem ESX-Host, auf dem die virtuelle Maschine wiederhergestellt werden soll.
  • Während die Backup-VM läuft, werden die neuen Schreibprozesse an den temporären Datastore geleitet, und der NFS-Datastore wird nur für Leseoperationen eingesetzt. Dadurch bleibt das Backup in seinem ursprünglichen Zustand.
  • Nun kopiert Storage vMotion die VM-Daten vom NFS-Datastore zum temporären Datastore, während der vSphere Client die VM-Snapshot-Files zusammenführt.
  • Die Nutzer verwenden ein weiteres Kommando, um den NFS-Datastore zu unmounten.

Die Performance ist ein weiterer wichtiger Faktor. Da die Backup-Hardware nicht für High-Performance-Anwendungen konzipiert ist, sollten Anwender einen Performance-Abfall während des Recovery-in-Place einkalkulieren. Trotzdem ist eine langsamere Performance immer noch besser als Ausfallzeiten für die Anwendung. Wenn Sie sich auf das Recovery-in-Place verlassen wollen, dann müssen Sie sicherstellen, dass der Backup-Server über genügend Rechenleistung (Compute) verfügt, damit die Anwendung mit einer akzeptablen Performance darauf laufen kann.

Marktakzeptanz von VM-Backup-Software

Eine Umfrage unter unseren Lesern von 2014 zeigte, dass 46 Prozent keine Probleme beim Backup virtueller Maschinen haben. Viele Abteilungen nutzen VM-spezifische Backup-Software (28 Prozent) oder traditionelle Backup-Software mit VM-Optionen (29 Prozent). Noch im Jahr 2012 lagen diese Zahlen bei nur sieben beziehungsweise elf Prozent. Darüber hinaus sank die Zahl derer, die herkömmliches, agentenbasiertes Backup für VMs einsetzen von 29 auf 20 Prozent. Welche Methode ein Unternehmen für das Backup seiner virtuellen Server einsetzt, wird von den jeweiligen Bedürfnissen bestimmt. Dafür sind mittlerweile zahlreiche Optionen am Markt verfügbar.

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Artikel wurde zuletzt im September 2015 aktualisiert

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