Storage-Investitionen 2014 auf Rekordhoch von 1,79 Milliarden Dollar

Das Storage-Segment ist heiß begehrt, denn in 2014 investierten Anleger die Rekordsumme von rund 1,8 Milliarden Dollar in Storage-Technologien.

Das Jahr 2014 war mit insgesamt 1,796 Milliarden an Investitionsgeldern wieder ein sehr starkes Jahr für die Storage-Branche, mit einer enormen Wachstumsrate. Bereits in 2011/12 kamen je eine Milliarde Dollar zusammen, 2013 wuchs die Summe auf 1,2 Milliarden Dollar an.

Das verdeutlicht, dass die Storage-Branche nach wie vor ein prosperierender Markt für technologische Innovationen ist und Investoren sehen hier zahlreiche Marktchancen. Und dies obwohl – oder vielleicht auch gerade deswegen – zahlreiche der großen Storage-Anbieter um Wachstum hart kämpfen müssen, was nicht zuletzt auch an den Veränderungen in diesem Markt liegt.

Darüber hinaus zeigen die getätigten Investitionen, dass das Start-up-Ökosystem nach wie vor der Antrieb für Innovationen im Storage-Segment ist, und das trotzdem der Enterprise-Storage-Markt noch immer von wenigen großen Herstellern dominiert wird.

Dabei wurden in eine kleinere Anzahl von Unternehmen große Summen an Funding gepumpt. Fünf Start-ups - Actifio, Box, Dropbox, Nutanix und Pure Storage – konnten jeweils 100 Millionen Dollar und mehr erlösen und kommen damit insgesamt fast auf eine Milliarde Dollar, was wiederum mehr als die Hälfte aller Storage-Investitionen des letzten Jahres repräsentiert.

Tabelle 1

Storage-Systeme und Software

Die erste Kategorie – Storage-Systeme und Software – ist die größte hinsichtlich der Gesamtinvestitionssumme und der Anzahl an Firmen. Diese Kategorie umfasst Start-ups mit Storage-Systemen und/oder Software, die sich auf Workloads im Primärspeicher fokussieren.

Dazu gehören auch Unternehmen, die Caching-Technologien anbieten, ebenso einige Start-ups, die noch im Stealth-Modus sind und die ihre spezifischen Vorhaben dem Markt erst noch präsentieren müssen. Die Investitionen in diesem Sektor wurden vor allem von zwei Faktoren angetrieben: Die Wirtschaftlichkeit des Flash für Enterprise-Storage-Workloads zu nutzen; und der Trend hin zu Software-defined Storage-Ansätzen.

All-Flash-Arrays heben sich ab

Vor einem Jahr prognostizierte 451Research, dass 2014 das Jahr der All-Flash-Arrays sein würde und so ist es auch gekommen. Im letzten Jahr ist der Markt stark in Bewegung gekommen, da Anwender diese Technologie und Produkte nun wirklich annehmen und einsetzen, nicht zuletzt deswegen, weil etablierte Hersteller – allen voran EMC – hier mittlerweile auch Produkte anbieten.

Das wiederum überzeugte Investoren davon, dass der All-Flash-Markt nach wie vor eine große Chance für innovative Firmen bietet. Es gab hier signifikante Investitionsgelder für führende Flash-Start-ups. Vor allem Pure Storage (225 Mio. Dollar), SolidFire (82 Mio.Dollar) und Karminario (50 Mio. Dollar) konnten hiervon profitieren.

In diesem Markt wird es allerdings eine Marktbereinigung geben: Astute Networks war eines der All-Flash-Start-ups, die in 2014 aufgeben mussten und weitere werden folgen. Aber es ist ganz deutlich zu sehen, dass All-Flash-Arrays eine prominente Rolle in den Rechenzentren spielen werden.

Investoren erkennen allerdings auch, dass in naher Zukunft auch einen großen Markt für hybride Storage-Systeme geben wird, die SSDs und Festplatten kombinieren. Das heißt natürlich auch, dass es in diesem Segment weiterhin große Chancen für innovative Start-ups geben wird.

Es gab bereits einige erfolgreiche Börsengänge, beispielsweise von Nimble Storage, während andere Unternehmen wie Tintri und GridStore im letzten Jahr zunächst weitere Funding-Gelder sicherten, um ihre hybriden Modelle weiter zu entwickeln.

Währenddessen gab es auch „frisches“ Geld für reine Software-Start-ups. Dabei positionieren sich die meisten von ihnen – nicht wirklich überraschend – als Anbieter Software-defined Storage-Lösungen. Auf diesem Gebiet gab es Investitionen für den Caching-Software-Spezialisten PernixData, eine kleinere Summe für Proximal Data (bevor diese dann von Samsung übernommen wurden) und eine nicht genannte Summe für Nexenta.

Ein weiteres Warnzeichen, dass dieser Markt sehr hart umkämpft uns rau ist, zeigt der Absturz von Coraid, die im letzten Jahr sogar noch finanzielle Mittel erlösen konnten.

Nicht zuletzt konnten wir das Aufkommen einer neuen Generation von Storage-System-Start-ups beobachten, die alle behaupten, einen fundamental anderen Ansatz zu verfolgen, um alte Storage-Probleme zu lösen.

Data Gravity, gegründet von dem Team, das den iSCSI-Pionier EqualLogic aufbaute und verkaufte, kam in 2014 aus seinem Stealth-Modus. Primary Data, aufgebaut vom Team des PCIe-Flash-Herstellers Fusion-io, ist ein anderes junges Unternehmen, das im letzten Jahr auf den Markt trat.

Weitere Anbieter von Storage-Systemen, die ihr Marktdebüt 2014 hatten, sind Formation Data Systems und Reduxio. Weitere Firmen werden in diesem Jahr ihren Stealth-Modus ablegen und so kann man mit Recht behaupten, dass es keine Innovationslücke auf dem Gebiet des Primär-Storage geben wird.

Hyper-converged Systeme liegen hoch im Trend

Das Jahr 2014 war das Jahr der All-Flash-Arrays und 2015 wird wahrscheinlich das Jahr sein, in dem der Trend der hyper-converged Systeme so richtig Fahrt aufnimmt. Der Ansatz, Standard-Server mit Software in voll funktionsfähige, konvergente Systeme mit SAN-ähnlichem Storage zu verwandeln, kam 2014 mehr oder weniger explosionsartig auf den Markt.

Tabelle 2

Dies ist größtenteils VMwares Engagement im hyper-converged Segment zu verdanken. Neue Angebote wie vSAN und EVO:RAIL gaben dem Markt Vortrieb und erhielten durch zahlreiche neue Start-ups 2014 tatkräftige Unterstützung.

Nutanixist zum Aushängeschild der Start-up-Szene geworden, ein Umstand, der ohne Zweifel hilfreich war, im Jahr 2014 weitere 241 Millionen Dollar an Investitionen zu erhalten. Es sieht so aus, als ob die Firma in absehbarer Zeit den Börsengang plant.

Das rapide Wachstum von Nutanix beflügelte Investoren, in andere, ähnliche Ansätze zu vertrauen. So wurden im letzten Jahr Finanzmittel für Maxta, Scale Computing, Pivot3 und Starwind aufgebracht. Ein anderer Pionier in diesem Bereich ist SimpliVity, obwohl das Unternehmen 2014 keine weiteren Investitionen einstreichen konnte.

Zusätzlich dazu kommen weitere neue Anbieter von hyper-konvergenten Lösungen auf den Markt, wie zum Beispiel Nimboxx und Stratoscale. Auch in 2015 darf man hier wohl weitere Start-ups erwarten, während zudem auch alle großen Server- und Storage-Anbieter ihre Chancen auf diesem Markt sehen und erkunden.

All das macht den Trend der Hyper-Konvergenz zum wohl faszinierendstem Thema des Jahres 2015, nicht nur in Storage, sondern allgemein im IT-Infrastruktur-Umfeld. Der Erfolg von Nutanix und anderen zeigt, dass der Markt echte Chancen bietet. Allerdings ist es noch unklar, wie viel Potential und wie viel Wachstum sich hier verbirgt oder gar, wie schnell der Markt wachsen wird.

Tabelle 3

Object-basiertes Storage: Ist es der richtige Zeitpunkt?

Wenn Flash-basierte Lösungen im primären Storage weiter an Bedeutung gewinnt, so wird Object-Storage (Tabelle 3) immer wichtiger für das andere Ende des Spektrums. Das rührt daher, dass Object-basiertes Storage verspricht, große Datenbestände kosteneffizient zu speichern – und derzeit erstellt nahezu jede Firma immer wachsende Datenmengen.

Allerdings sieht es derzeit noch so aus, dass Object-basiertes Storage den Nerv der Branche noch nicht so getroffen hat wie Flash beispielsweise. Trotzdem ist dies ein Innovationsfeld für große und kleine Anbieter, die gleichermaßen Object-Storage in den Mainstream heben wollen. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis dies geschieht, nur wie lange wird es dauern.

Im Jahr 2014 gab es kontinuierliche Investitionen in Object-Storage-Spezialisten, darunter Amplidata, Cloudian und SwiftStack. Weitere Start-ups werden in 2015 über neue Funding-Summen sprechen. Die Tatsache, dass auch alteingesessene Hersteller – zuletzt NetApp – verstärktes Interesse an Object-Storage zeigen, fördert das Image des Marktes und wahrscheinlich werden weitere große Anbieter 2015 hier einsteigen und eventuell das Segment umgestalten.

Tabelle 4

Data Protection trifft Cloud

Der Data-Protection-Markt unterliegt derzeit großen Veränderungen, da Unternehmen Komplexität reduzieren und die Wirtschaftlichkeit der Cloud besser nutzen wollen. Unsere vierte Kategorie verbindet Data Protection mit Cloud-basierten Ansätzen rumd um Enterprise-Storage (Tabelle 4)

Die Firma Actifio macht sich weiterhin einen Namen durch ihr „Copy Data Management“ – ein Ansatz, den auch andere mittlerweile verfolgen. Die Investitionssumme von 100 Millionen Dollar unterstreicht, wie sehr auch Investoren dieser Technologie vertrauen.

Unterdessen gab es Finanzspritzen für den Cloud-Backup-Provider Axcient, für Zerto (VM-zentrisches Disaster Recover), den Endpunkt-Backup-Spezialisten Druva und Cloud-Archiv-Anbieter Sonian. Darüber hinaus erhielten Avere, Ctera and Nasuni neue Funds, die sie für unterschiedliche Lösungen im Bereich Cloud- und Object-basierte Storage-Integration nutzen.

Die Anzahl und die Unterschiedlichkeit der Anbieter in dieser Kategorie verdeutlichen die Fragmentierung dieses Marktes. Teile dieses Marktes erfuhren bereits eine Konsolidierung. So wurden 2014 zwei Cloud-Gateway-Anbieter aufgekauft: TwinStrata von EMC und Riverbed’s Whitewater-Produkt von NetApp. Andere Unternehmen, die Hybrid-Cloud-basierte Protection bieten konnten hingegen an Fahrt aufnehmen. Dies beweist nur, wie aktiv diese Marktsegment auch in 2015 sein wird.

Enterprise File Share und Sync

Der Markt für Enterprise File Share und Sync ist eng mit dem oben genannten Sektor verbunden (Tabelle 5).

Tabelle 5

Große Investitionssummen flossen in 2014 in die zwei größten, eigenständigen Spezialisten auf diesem Gebiet: 250 Millionen Dollar gingen an Dropbox und 150 Millionen Dollar an Box, die allerdings im letzten Jahr ihren Börsengang verschoben.

Die Verschiebung des IPO zeigt deutlich, wie fragmentiert und extrem Preis-aggressiv dieser Markt ist. Es wahrscheinlich einfacher, die IT- und Cloud-Firmen aufzuzählen, die keine File-Share- und Sync-Funktionalitäten haben, als die zu listen, die dies anbieten.

Dementsprechend konnte auch nur ein weiterer Anbieter von File Share und Sync im letzten Jahr Investitionen einstreichen: OwnCloud. Amazon war einer der wichtigsten Neuanbieter in diesem Segment mit seinem Zocalo-Service.

Dieser Markt wächst weiterhin recht stark, aber die Entwicklung hin zu funktionsreichen Plattformen und nicht zu Standalone-Produkten weist darauf hin, das hier schwere Zeiten bevorstehen. Vor allem kleinere Spezialisten werden das spüren. Des weitern ist eine Marktkonsolidierung zu erwarten, was vielleicht dem eine oder anderen Spezialisten einen einfachen Ausweg bietet.

Tabelle 6

Post-Flash Alternativen

Nicht zuletzt gab es relativ große Investitionen für zwei eher unauffällige Unternehmen, die ganz vorn dabei sind, Innovationen für die nächste Generation an Solid-State-Medien auf den Markt zu bringen (Tabelle 6).

Flash hat eine begrenze Lebensdauer und an einem bestimmten Punkt innerhalb der nächsten zehn Jahre wird es durch eine alternative Technologie ersetzt werden. Welche Technologie nun genau der Nachfolger des Flash wird, ist noch ungewiss, aber Spin Transfer und Crossbar hoffen, hier eine große Rolle zu spielen. Diesen Markt sollte man 2015 im Auge behalten.

Über den Autor: 
Simon Robinson ist Vizepräsident, Storage, bei 451 Research.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Februar 2015 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Storage-Anbieter

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close