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Strategien für Remote Backups

Für das Backup externer Daten gibt es verschiedene Ansätze: Backup-Appliances, die Cloud und hybride Konzepte. Wir erläutern die Vor- und Nachteile.

Dieser Artikel behandelt

Backup-Tools

Eine Studie aus dem Jahr 2015 belegte, dass nahezu 40 Prozent der befragten Unternehmen für die Datensicherung von fünf und mehr Standorten verantwortlich sind. Dazu gehören auch Außenstellen und externe Büros (Remote Offices/Branch Offices, ROBO). Derzeit gibt es verschiedene Ansätze, die Daten externer Standorte zu sichern: mittels integrierter Backup-Appliances, in der Cloud oder in einer hybriden Umgebung.

Bei dieser Art der Datensicherung existieren noch immer zahlreiche Herausforderungen: fehlende IT-Mitarbeiter, veraltete oder inkompatible Technologien oder zu geringe Budgets. Überlässt man die Datensicherung ungeschultem Personal, so kann es schnell zu Datenverlusten kommen.

Allerdings sind Technologien verfügbar, die das Backup der externen Standorte zentralisieren. Für Unternehmen, die hierfür eine Lösung suchen, bieten sich verschiedene Optionen.

Probleme bei Remote Backups

Früher wurden Remote Backups aus mehreren Gründen dezentral durchgeführt. Traditionelle Datensicherung bedeutete, viele Daten in kurzer Zeit zu verschieben. Unternehmen konnten meist nicht die Kosten für zusätzliche Bandbreitennutzung rechtfertigen, mit denen vollständige Sicherungen über das WAN gesendet wurden. Das hieß, zentralisierte Backups und Restores mussten über eine weniger leistungsstarke Leitung erfolgen, was die Sicherungs- und Wiederherstellungszeiten drastisch erhöhte.

Aus diesem Grund entschieden sich zahlreiche Firmen dazu, ein separates Backup am externen Standort durchzuführen, was hohe Investitionen in Hard- und Software erforderlich machte. Darüber hinaus benötigte man hierfür zusätzliche IT-Mitarbeiter, die eine Sicherung korrekt umsetzen konnten.

Oftmals wurde aber kein dedizierter IT-Mitarbeiter eingestellt. Vielmehr übernahm häufig ein regulärer Angestellter, „der sich gut mit Computern auskennt“, das Backup am Tagesende. Dieser dezentrale Ansatz ist nicht besonders kosteneffizient und schützt nicht immer adäquat vor Datenverlust.

Werden Datensicherungen externer Standorte lokal durchgeführt, so hat die IT-Abteilung wenig Kontrolle über diese Backup-Inseln. Zentralisierte Backups von Außenstellen ermöglichen den Unternehmen, die Daten in einem einzigen Pool zu verwalten. Dort lassen sich die Informationen deduplizieren, replizieren oder für Disaster Recovery auf Band kopieren. Zentralisierte Backups sind zudem effizienter und reduzieren Risiken.

Backup-Option 1: Integrierte Backup-Appliances

Zahlreiche Backup-Software-Anbieter offerieren integrierte Backup-Appliances, die Software, Server du Storage in einem Gerät zusammenfassen. So ging Commvault beispielsweise eine Partnerschaft mit NetApp und Fujitsu ein, um integrierte Backup-Appliances auf den Markt zu bringen. Symantec bietet ähnliche Produkte an. Unternehmen sollten sich informieren, ob ihr derzeitiger Backup-Software-Hersteller nicht auch solche Lösungen im Portfolio hat.

Die Produkte lassen sich so konfigurieren, dass die Backups periodisch dann erfolgen, wenn Änderungen vorliegen (inkrementell). Danach werden die Backups simultan an ein anderes System im zentralen Rechenzentrum repliziert. Das ist ein guter Ansatz, wenn keine ausgebildeten IT-Mitarbeiter am externen Standort zur Verfügung stehen. Der IT-Verantwortliche kann das System im Voraus so konfigurieren, dass die Backups in der Außenstelle automatisch erfolgen. Restores vom externen Backup-Storage lassen sich auch vom zentralen RZ durchführen.

Diese Lösungen senden zum einen Daten an das zentrale RZ, wo sie entsprechend verwaltet werden können, und halten eine lokale Kopie für schnelle Restores vor, was auch vom IT-Team am Zentralstandort übernommen werden kann.

Produktivität mit Backup-Daten steigern

Einige Proukte für zentralisiertes Management von ROBO-Backups bieten zudem Funktionalitäten für den produktiven Betrieb an, wie zum Beispiel File-Sync-und-Share oder Restore-Funktionalitäten für Endanwender. So ermöglicht Commvault Edge den Anwendern, zu jeder Zeit und von jedem Standort aus auf die Daten zuzugreifen, um die Produktivität zu erhöhen. Kontroll-Policys sorgen dafür, dass Informationen nicht von unautorisierten Personen abgerufen werden können. Das erlaubt Nutzern, Daten mit Mitarbeitern auszutauschen und Informationen mit mobilen Geräten abzurufen, während die IT-Abteilung weiterhin vollen Überblick über die Unternehmensdaten behält. Diese Lösungen erleichtern auch die Arbeit der IT-Teams, da Anwender Files selbst wiederherstellen können, die beschädigt oder versehentlich gelöscht wurden. Das ist besonders nützlich für Unternehmen mit zahlreichen Außenstellen.

Zusätzlich dazu verfügen fast alle Backup-Produkte über Datenreduktionstechnologien. So umfasst die Backup-Appliance NetBackup 5200 von Symantec Deduplizierung an der Datenquelle, Inline, am Ziel oder post-process sowie am Media Server. Das reduziert die Speicherkapazität, die am externen Standort benötigt wird sowie die Datenmenge, die über externe Leitungen ans zentrale RZ gesendet wird. Da Deduplizierung auf unterschiedliche Weise konfiguriert werden kann, lässt sich das System entsprechend den Unternehmensanforderungen aufsetzen.

Allerdings kann man nicht nur mit einer All-in-One-Appliance ein solches Backup umsetzen. Anwender können eine ähnliche Konfiguration mit unabhängig ausgewähltem Backup-Storage, Servern und Software realisieren. Das mag sich vor allem für Firmen eignen, die Hardware wiederverwenden wollen. Viele Unternehmen haben diesen Ansatz erfolgreich umgesetzt. Backup-Appliances eignen sich gut für die Konsolidierung externer, separater Backups oder wenn ein Unternehmen eine neue Außenstelle in Betrieb nimmt.

Backup-Option 2: Die Cloud

Eine Alternative zum internen Management von ROBO-Backups ist die Datenverschiebung in die Cloud. Zwar findet hier keine Zentralisierung im Rechenzentrum statt, aber wird diese Lösung sinnvoll konfiguriert, so behält das Unternehmen die IT-Kontrolle und Übersicht, da dies automatisiert und von extern verwaltet werden kann. Dieser Ansatz erfordert kein manuelles Eingreifen von Mitarbeitern der Außenstelle, was wiederum konsistente Backups garantiert.

Diese Option erfreut sich immer größerer Beliebtheit und wird von vielen Anwendern ins Auge gefasst. In der Storage Magazine/SearchStorage Purchasing Intentions-Umfrage von 2015 gaben elf Prozent der Befragten an, dass sie Cloud-Backup für ihre externen Standorte nutzen. Im Vorjahr waren es nur fünf Prozent. Weitere drei Prozent gaben an, eine solche Lösung für ROBOs installieren zu wollen.

Es existieren zahlreiche Methoden, ein Cloud-Backup für externe Standorte umzusetzen. Die meisten Verfahren verwenden Komprimierung oder Deduplizierung sowie inkrementelle Backups um die Datenmenge zu reduzieren, bevor sie in die Cloud kopiert werden. So offeriert zum Beispiel Asigra Cloud Backup eine Disk-basierte, inkrementelle Block-Level-Deduplizierung auf Kundenseite (Client), um die Bandbreitenanforderungen zu verringern. Die Lösung nutzt eine Architektur ohne Agenten. Laut Hersteller vereinfacht das die Implementierung, was nützlich sein kann, wenn die Software an mehreren Standorten eingesetzt werden soll.

Wie erwähnt, lassen sich hierbei Backups automatisieren und die Daten in der Cloud von einem externen Standort verwalten. Manche Unternehmen entscheiden sich für ein Cloud-Backup für Außenstellen außerhalb der zentralen IT-Abteilung. Das schützt zwar die Daten, führt aber zu einer Shadow-IT-Situation, ähnlich wenn Mitarbeiter Dropbox für Geschäftsdaten nutzen. Das kann zu Datenverlust führen, da die IT-Teams diese Informationen nicht überblicken und kontrollieren können.

Backup-Option 3: Hybrid Cloud

ROBOs direkt in die Cloud zu sichern, mag sich nicht für jedes Unternehmen eignen. Je nachdem, wie viele Daten bei einer Störung verloren gehen, kann sich die Wiederherstellung über das WAN schwierig gestalten oder gar unmöglich sein. Deswegen wählen einige Firmen das Konzept der hybriden Cloud.

Hierbei werden die Backups an einen lokalen sekundären Storage in der Außenstelle gesendet und simultan in Cloud-Storage repliziert. Damit lassen sich die aktuellen Sicherungen lokal am externen Standort für schnelle Restores vorhalten, während eine Kopie für ein Disaster Recovery in die Cloud gesendet wird. So können Firmen ältere Backups im Cloud-Storage länger vorhalten, wenn dies erforderlich ist. Die meisten integrierten Backup-Appliances können dieser Aufgabe gerecht werden. Ebenso kann der Administrator ein ähnliches Modell mit Software und Hardware seiner Wahl konfigurieren.

Ein Ansatz für automatisierte Backup-Prozesse und zentralisiertes Backup-Management ist ideal. Die Daten können lokal, am externen Standort, in der Cloud oder in einer Kombination dieser Komponenten gesichert werden, das entscheidet das Unternehmen seinen Anforderungen entsprechend. Letztlich wird die Wahl der Backup-Option von den Kapazitäten, Bandbreiten, Recovery Time Objectives (RTO), Recovery Point Objectives (RPO) und dem Budget bestimmt.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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