VCE VxRack: hyper-konvergent und massiv skalierbare Infrastruktur

VCE – nun EMC zugehörend – steigt von konvergent auf hyper-konvergent um und präsentiert mit VxRack eine entsprechende Lösung.

VCE, das ehemalige Joint Venture von VMware, Cisco und EMC, gehört seit Oktober 2014 komplett zu EMC. Die neue Division ist Teil von EMCs „Information Infrastructure (II)“ und soll die Vormachtstellung bei converged und hyper-converged Infrastrukturen, die Server, Netzverbindungen und Storage in eine aufeinander abgestimmte Rack-Einheit bringen, weiter ausbauen. Seit der Eingliederung in EMC hat VCE mit einer deutlich aggressiveren Strategie begonnen und mehrere neue Produkte, darunter die Appliance VSPEX, vorgestellt.

Im Mittelpunkt von „converged“ und „hyper-converged“ stehen laut EMC weniger einzelne Produkte, sondern Infrastrukturlösungen, die den Kunden durch die werkseitige Vorkonfiguration Installationsarbeit abnehmen und außerdem nur eine einzige Support-Telefonnummer für alle Komponenten erfordern. Der Markt ist stark umkämpft, seitdem Start-ups wie Nutanix, SimpliVity und andere mit ihren converged Appliances die großen Speicherhersteller attackieren und ihnen bereits Marktanteile abgenommen haben.

Blöcke, Racks und viel Software

Auf der EMC World 2015 in Las Vegas stellte EMC die neue Serie VxRack 1000 vor, die die bestehenden Angebote Vblock, VxBlock und VSPEX ergänzen soll. Während Vblock und VxBlock für geschäftskritische Tier-1-Anwendungen wie ERP gedacht sind und „Best of Breed“-Komponenten aus Server, Netzwerk und Speicher zusammenschweißen, ist die VSPEX-Appliance BLUE Hyper-Converged für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) oder Zweigstellen geeignet. 

Gardner sieht das Unternehmen VCE als führenden Anbieter in seinem Segment.

Die neuen VxRack-Systeme versteht der Hersteller als „komplett software-definierten“ Speicher auf Basis von EMC ScaleIO, der ebenfalls mit Server und Netzteilen in einem Rack (hier „hyper-converged RackScale System“ genannt) verbaut ist. Die Technologie von ScaleIO (2013 eingekauft) schiebt beliebigen Server-basierten Speicher in einen Pool von Block-Storage, der gemeinsam verwaltet wird. Zielgruppe sind Unternehmen und Service Provider, deren Scale-out-Workloads für Mobile-, Cloud- und verteilte Tier-2-Applikationen „dramatisch vereinfacht“ werden sollen.

Im Unterschied zu den Vblocks und VxBlocks packt EMC deutlich mehr Software in die neuen Rack-Systeme, die auf der EMC World 2015 zunächst in zwei Varianten vorgestellt wurden:

  • Das VxRack System 1032 unterstützt verschiedene Hypervisoren (VMware vSphere, KVM oder Bare Metal) und verbindet EMC ScaleIO auf der Server-Seite mit einem integrierten Nexus-Switch von Cisco. Optional kann werkseitig die Management- und Orchestrierung-Suite VMware vRealize vorinstalliert werden. Alle VxRack-Systeme der 1000-Serie können mit der VCE Vscale-Architektur skalieren und einen gemeinsam verwalteten Speicherpool im Rechenzentrum bilden.
  • Das zweite VxRack (inoffiziell als „1034“ bezeichnet) ist speziell auf VMware-Umgebungen zugeschnitten und bietet einen voll integrierten VMware-Stack an, der auf der Technologie von EVO:RACK und auf Virtual SAN (beides von VMware) beruht.

Nicht explizit erwähnt wurde in Las Vegas eine dritte Variante, die unter der Bezeichnung „VxRack 1036“ auf dem neuen „Project Caspian“ beruhen soll. „Caspian“ setzt auf OpenStack und der Technologie des vor kurzem erworbenen Start-ups „Cloudscaling“ auf, dessen Co-Founder und Ex-CEO Randy Bias auch gleich in Las Vegas eine längere Keynote halten durfte – als lebendes Symbol der neuen Open-Source-Aspirationen in Jeans und Sweatshirt.

Randy Bias, Co-Founder und Ex-CEO von Cloudscaling, bei der EMC World. (Foto: Hartmut Wiehr) 
 

Open Source soll es richten

Cloudscaling ist laut Bias „zu 100 Prozent eine Open-Source-Lösung“. Caspian soll für die Integration von Cloud-Ressourcen und für „elastische“ Infrastruktur-Layer aus Racks, Bricks und Nodes sorgen. Eine Demo führte das leichte Hinzufügen und auch wieder Wegnehmen von physischen Hardware-Nodes vor, bei gesteigerter Performance der Lösung. Wann „Project Caspian“ und „VxRack 1036“ Produktreife erlangen werden, wurde in Las Vegas offen gelassen.

Laut Schätzungen von IDC soll der Markt für integrierte Systeme bis zum Jahr 2018 ein Volumen von bis zu 17,9 Milliarden Dollar erreichen, bei einer geschätzten jährlichen Wachstumsrate von 19,6 Prozent. Der gesamte Hardware-Markt aus Netzwerken, Server und externem Storage soll sich dagegen nur im langsamen Wachstumstempo von 2,1 Prozent bis 2018 auf insgesamt 96,2 Milliarden Dollar erweitern.

Bereits 2014 war VCE mit etwa 25 Prozent der Markführer bei integrierter Infrastruktur. Mit dem vergrößerten Produktportfolio verdeutlicht EMC nun seine Absicht, in diesem Segment weiter zuzulegen. Dies ist auch notwendig, da man ebenso wie die anderen großen Speicherhersteller HDS, HP, IBM und Oracle (mit Ex-Sun bzw. Ex-Storagetek) kontinuierlich im klassischen Speichergeschäft an Umsatz und Gewinn verliert. 

In Las Vegas gefragt, ob sich EMC nicht selbst mit seinen Ansätzen bei Software-defined und hyper-converged Storage kannibalisiere, antwortete Jeremy Burton, President Products & Marketing EMC: „Für uns ist in erster Linie wichtig, dass wir nicht unsere Kunden verlieren. Wenn wir dieses Ziel erreichen, ist es für uns auch egal, wenn wir uns selbst kannibalisieren. Das ist immer noch besser, als wenn das unsere Konkurrenten tun.“

Nachdem Joint-Venture-Partner VMware sich mit dem Kauf des Netzwerkspezialisten Nicira in die Cisco-Gefilde vorgewagt hatte, reagierte Cisco zunächst mit einer Öffnung in Richtung NetApp: Zusammen stellte man die VCE-Variante „FlexPod“ ohne EMC-, aber dafür mit NetApp-Speicher vor. Und kam damit durchaus einem Kundenwunsch entgegen: Oft war bemängelt worden, dass die Vblocks eine proprietäre Lösung seien und keine Rücksicht auf vorhandene Speicherinfrastrukturen nähmen.

In einer EMC-dominierten Welt sieht das Unified Data Center wie ein Familientreffen der V-Serien aus.
 

Mit der Eingliederung von VCE in die EMC-Federation ist Cisco nur noch als Lieferant des x86-Servers UCS und von Netzwerkkomponenten vertreten. Von EMC-Vertretern wurde in Las Vegas eingeräumt, dass man sich auch andere Lieferanten vorstellen könne. 

Inzwischen wurde bekannt, dass EMC/VCE bereits Server des taiwanesischen Herstellers Quanta Computer einsetzt. Das Ende des Joint Ventures bedeutet für EMC zweifelsohne, dass bisherige Rücksichten auf den Partner Cisco entfallen und man bei Produktplanung und Einkauf die Strategie alleine bestimmen kann, was sich zunächst in der Fülle von Neuankündigungen niedergeschlagen hat.

Zu spüren bekommen wird dies neben den erstarkten Start-up-Konkurrenten vor allem HP: Der Konzern, der PCs und Drucker ausgliedern will, hat zwar viel auf dem Converged-Sektor angekündigt, präsentiert den Kunden aber laut dem Analysten Rob Enderle nur Teile anstatt kompletter Produkte. 

VCE sei dagegen in der Lage, nicht nur anzukündigen, sondern auch zu liefern. Man muss hier auch berücksichtigen, dass EMC über starke, breit aufgestellte Sales-Teams mit großer etablierter Kundenbasis verfügt, während HP jetzt schon seit Jahren mit sich selbst beschäftigt ist und sich immer wieder massiv von Mitarbeitern trennt. Und die Kundenloyalität bröckelt.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2015 aktualisiert

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