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Veeam Availability Report 2016: Viele Ausfälle, hohe Kosten

Eine Umfrage zum Thema Always-on zeigt, wie groß die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit in Firmen ist: alle zwei Wochen steht die IT still.

Für seinen Availibility Report 2016 befragte Veeam über 1.100 Unternehmen zum Thema „Always-on“ und was dies für die einzelnen Firmen und ihre IT bedeutet. Dabei trat zwar ein deutlicher Trend hin zur immerwährenden Verfügbarkeit hervor, aber auch der Fakt, dass die Realität in vielen Unternehmen eine ganz andere ist.

Dafür konzentrierte sich die Studie auf fünf Kernpunkte:

  • Was bedeutet es für IT-Entscheider, in einer Always-on-Struktur zu arbeiten?
  • Wie wird dieses Konzept in den Rechenzentren umgesetzt?
  • Gibt es eine Verfügbarkeitslücke und wenn ja, was hindert Unternehmen, diese zu reduzieren oder zu schließen?
  • Wie zuverlässig sind derzeit eingesetzte Backup-Prozesse und wie werden sie sich in den kommenden zwei Jahren in den Firmen entwickeln?
  • Was sind die Resultate von Ausfallzeiten: Sind es nur finanzielle Verluste oder auch andere Kosten, deren sich die Unternehmen bewusst sein sollten?

Die Studienteilnehmer waren Entscheider in IT-Abteilungen im höheren Management in insgesamt 24 Ländern. Generell lässt sich zusammenfassen, dass die Mehrheit der Befragten – ganze 84 Prozent – einräumte, eine Verfügbarkeitslücke in ihrem Unternehmen zu haben. Um dem entgegenzuwirken, investieren bereits zwei Drittel (68 Prozent) der Firmen in ihre Rechenzentren, um einen Always-on-Betrieb zu gewährleisten. Ein Treiber für RZ-Verbesserungen sind Kosteneinsparungen – das gaben 65 Prozent an – , allerdings sehen 50 Prozent der Befragten die Kosten neuer Technologien noch als Barriere, die gewünschte RZ-Funktionalität zu erreichen.

Viele Ausfälle, hohe Kosten

Alarmierend sind die Zahlen der Studie hinsichtlich der IT-Ausfälle und was diese letztlich die Unternehmen kostet. Immerhin gaben 89 Prozent der deutschen Teilnehmer an, dass sie den IT-Anforderungen von Nutzern nicht nachkommen können, was wiederum zu zahlreichen Ausfallzeiten führte.

Abbildung 1: Jährlich gehen Millionen Euro durch IT-Ausfälle verloren.

Im Durchschnitt kämpfen deutsche Unternehmen – so die Umfrage – mit 27 Ausfällen pro Jahr, der weltweite Schnitt liegt bei 15 IT-Ausfällen. Das heißt, dass die IT etwa alle zwei Wochen zum Erliegen kommt. Bei 25 Prozent der Befragten gibt es sogar wöchentlich einen IT-Stillstand. In der Regel ließ sich hier eine Dauer von 1,9 Stunden pro Ausfall ermitteln, was eine halbe Stunde mehr ist als noch im Vorjahr. Unterbrechungen nicht-geschäftskritischer Anwendungen dauern circa 5,8 Stunden, im Jahr davor lag diese Zeitspanne bei nur vier Stunden.

Abbildung 2: Noch immer ist die Zahl der IT-Ausfälle zu hoch.

Insgesamt kosten diese Ausfälle Firmen 14 Millionen Euro pro Jahr. Deutschland ist hier allerdings mit über 30 Millionen Euro Verlust pro Jahr einer der traurigen Tabellenführer, hinter Südafrika (34 Millionen Euro) und vor Japan (28 Millionen Euro). Das sind weltweit 5,4 Millionen mehr als in den 12 Monaten zuvor. Dabei kostet eine Stunde IT-Ausfall 54.000 Euro, eine Stunde Datenverlust 55.000 Euro. Allerdings geht es nicht immer nur um die finanziellen Verluste. Vielmehr schaden IT-Ausfälle auch dem Kundenvertrauen (82 Prozent), dem Markenimage (59 Prozent) sowie dem Mitarbeitervertrauen (37 Prozent).

Darüber hinaus können IT-Ausfälle zu Kursverlusten an der Börse führen oder das Unternehmen angreifbar für rechtliche Auseinandersetzungen machen. Ebenso können dadurch Verspätungen bei wichtigen Projekten entstehen oder in Widerrufen oder Lizenzaufhebungen resultieren.

Fehlerhafte Backups und wachsende Verfügbarkeitslücke

Die wachsende Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit in den Rechenzentren zeichnet sich vor allem in der Verfügbarkeitslücke ab. Diese entsteht beispielsweise auch durch fehlerhafte Backups. Hier ergab die Studie, dass 20 Prozent aller Backups in deutschen Firmen sich nicht wieder herstellen lassen. Das heißt, umgerechnet auf die 27 ungeplanten Ausfälle im Jahr, dass in mehr als fünf Fällen Daten unwiederbringlich verloren gehen.

Darüber hinaus existieren eklatante Unterschiede zwischen dem, was der Anwender als RTO möchte, was die Service-Level-Agreements vorgeben und wie die RTOs in der Realität aussehen. So sehen Nutzer den idealen RTO bei 30 Minuten. Im Allgemeinen sehen die SLAs in Firmen eine Wiederherstellungszeit von 96 Minuten vor. In der Realität werden aber oft Zeiten von drei Stunden erreicht. Die Verfügbarkeitslücke liegt hier bei zweieinhalb Stunden.

Abbildung 3: Beim RTO wird die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit deutlich.

Die Recovery-Zeiten zeigen ebenso, dass die Verfügbarkeitslücke nur langsam zu schließen ist. Die vorangegangene Studie zeigte, dass sich geschäftskritische Anwendungen in 3,9 Stunden wieder anfahren ließen, die neusten Resultate belegen eine Recovery-Zeit von 2,8 Stunden. Nicht-geschäftskritische Applikationen lassen sich laut Report 2016 in 10,1 Stunden wiederherstellen, was nur eine minimale Verbesserung zum Vorjahreswert von 10,4 Stunden ist.

Hinzu kommt, dass die Zahl der geschäftskritischen Anwendungen weiter steigt. Die Befragten erwarten hier einen Anstieg von etwa fünf Prozent in den nächsten zwei Jahren, von 47, 3 auf 52,4 Prozent. Das wiederum macht eine Hochverfügbarkeit beziehungsweise ein Always-on-Konzept für diese IT-Umgebungen immer wichtiger.

Always-on: Verfügbarkeit ist essentiell

Viele Unternehmen sehen klare Vorteile in einem Always-on-Ansatz. Damit lassen sich nach den Angaben der Studienteilnehmer Echtzeitinteraktionen mit Kunden realisieren (63 Prozent), Rund-um-die-Uhr-Zugang zu Anwendungen und Daten in verschiedenen Zeitzonen gewährleisten (59 Prozent), mobile Geräte schneller im Geschäftsprozess integrieren (55 Prozent) sowie der Automationsgrad für Entscheidungen und Transaktionen erhöhen (51 Prozent). Weitere Vorteile sehen sie im ständigen Zugriff auf die Applikationen für Mitarbeiter mit anderen Arbeitszeiten und im Handling wachsender Datenvolumina. Ebenso wollen die Studienteilnehmer damit dem Anspruch des Anwenders, keinen Datenverlust oder keine Ausfallzeiten zu erfahren, gerecht werden.

Abbildung 4: Vorteile, die Always-on-Konzepte bringen sollen.

So überrascht es auch nicht, dass sich 59 Prozent der befragten IT-Entscheider schnellstmögliche Recoverys von weniger als 15 Minuten wünschen. Das gleiche gilt für den Zeitraum, in dem Daten verloren gehen (57 Prozent), der unter 15 Minuten bleiben soll.

Abbildung 5: Der Report belegt, was sich deutsche IT-Entscheider im RZ wünschen.

Um diese und andere Ziele für eine Always-on-Umgebung zu erreichen, investieren insbesondere die deutschen Firmen in hohem Maße in Technologien wie Virtualisierung (86 Prozent) und in Disaster-Recovery- und Datensicherungslösungen (80 Prozent). Den detaillierten Veeam Availibility Report 2016 finden Sie hier.

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Artikel wurde zuletzt im März 2016 aktualisiert

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