Verbessertes NAS-Management mit Scale-Out-NAS, Virtualisierung und Cloud-Storage

Bei der Speicherung und Verwaltung von Dateien bietet Network-Attached Storage (NAS) viele Vorteile. Mit zunehmender Gerätezahl kann es jedoch kompliziert werden.

Network-Attached Storage (NAS) bietet viele Vorteile im Hinblick auf Speicherung und Verwaltung von Dateien. Dabei gewinnt es immer mehr an Bedeutung, weil in großen wie kleinen Unternehmen die Menge nicht strukturierter Daten meist schon die der strukturierten Daten übersteigt. Allerdings wird das NAS-Management bei zunehmender Gerätezahl schnell kompliziert und führt zum so genannten „NAS Spawl“, also NAS-Wildwuchs

Jeff Boles, Senior Analyst und Director für Validation Services bei der im US-Bundesstaat Massachusetts ansässigen Taneja Group Inc., erklärt in diesem Interview, wie es dazu kommen kann. Gleichzeitig zeigt er Lösungen wie Scale-Out NAS, Management-Tools, Datei-Virtualisierung und Services für Cloud Storage auf.

Was ist NAS-Wildwuchs und warum ist er problematisch?

Boles: Im Kern geht es darum, ob Sie mehr als eine NAS-Einheit verwenden und wie Sie verhindern können, dass durch das Hinzufügen weiterer Geräte die Effizienz hinsichtlich Verwaltung verloren geht, die Sie ursprünglich durch die erste NAS-Appliance gewonnen haben. Das Problem dabei ist die hohe Attraktivität von NAS-Storage als Technologie für Unternehmen. Durch NAS-Appliances konnten wir die Verwaltung von Speicher für nicht strukturierte Daten erheblich vereinfachen, ebenso bei strukturierten Daten in Datenbanken und Exchange. Allerdings gibt es wie bei jedem Storage-System auch für NAS Grenzen hinsichtlich Kapazität und Performance. Angesichts geradezu explodierender Datenvolumen müssen Sie immer mehr NAS hinzufügen, sobald ein bestimmtes Gerät an seine Leistungs- oder Kapazitätsgrenzen stößt.

Wenn sich durch diese Vorgehensweise immer mehr Geräte ansammeln, führt dies letztendlich zu Problemen – schon wegen der vielen Abhängigkeiten in den NAS-Einheiten selbst. So sind vielleicht Ihre nicht strukturierten oder auch die strukturierten Daten auf einem NAS-System gespeichert, das mit nur schwer zu migrierenden Anwendungen verknüpft ist. Sie können sogar über mehrere NAS-Geräte verteilt sein. Für eine Migration und Wartung dieser NAS-Einheiten müssten Sie also einen Ausfall von Geräten einkalkulieren – was Sie unter Umständen vor große Probleme stellt. Dies gilt vor allem dann, wenn zwischen Ihren Web-Servern und Anwendungsservern ein komplexes Netz an Abhängigkeiten existiert, wenn also Ihre Daten über eine ganze Reihe von NAS-Geräten verteilt sind.

Es gilt auch zu berücksichtigen, dass die Geräte irgendwann einmal veraltet sind und Sie Ausfallzeiten für Wartung oder umfangreiche Migrationen einplanen müssen. Falls Sie mit Dutzenden oder Hunderten von Geräten arbeiten, kann sich NAS hier schnell zu einem echten Albtraum auswachsen.

Abgesehen davon stellt die systematische Verwaltung von NAS als Ressource für all diese unterschiedlichen Geräte eine große Herausforderung dar. Es ist nicht einfach, ein großes Portal für diese vielen Speicher-Pools einzurichten, das bei der Steuerung der Auslastung hilft. Gleichzeitig müssen Sie auch die Kontrolle über Ihren kompletten Bestand an strukturierten und nicht strukturierten Daten behalten. Je mehr Geräte Sie einsetzen, desto höher ist der tägliche Aufwand hinsichtlich Patches und Upgrades.

Was können Storage Manager unternehmen, wenn ihr NAS außer Kontrolle gerät?

Boles: Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, mit denen sich eine ausufernde Verbreitung von NAS in den Griff bekommen lässt. Von vielen dieser Technologien aus der Kategorie „NAS-Verwaltung“ haben Sie vermutlich schon gehört. Einige davon bieten hilfreiche Funktionen, mit denen Sie sich einen besseren Überblick über Ihr Storage verschaffen können. Und natürlich gibt es auch Cloud-Services.

Andererseits entwickeln sich einige der Grundprinzipien der NAS-Technologie weiter, und es gibt am Markt eine Menge innovativer Anbieter. Diese arbeiten mittlerweile an Systemen für Scale-Out, mit denen sich manche der genannten Herausforderungen bewältigen lassen. Mit Scale-Out NAS können Sie Ihre Kapazität oder Performance präzise steuern und damit das NAS an Ihre Anforderungen anpassen. Es lassen sich auf diese Weise verschiedene Generationen von Storage-Knoten einsetzen. Der Vorteil ist hierbei, dass Sie bei Erreichen der Performance- oder Kapazitätsgrenze Ihres Systems keine Migration vornehmen oder ein anderes NAS-System kaufen müssen. Sie müssen lediglich dem Storage-Pool weitere Knoten hinzufügen.

Welche Management-Tools für NAS gibt es?

Boles: Einige Instrumente wie Datei-Virtualisierung lassen sich einfach auf Ihre NAS-Umgebung aufsetzen. Mit Virtualisierung zum Beispiel können Sie Dateien nahtlos migrieren, und es fühlt sich so an, als befänden sie sich immer noch am gleichen Speicherort. Diese Tools ermöglichen einen einheitlichen Überblick über Ihre Umgebung und damit auch über deren Kapazität. Falls ein Gerät an seine Kapazitätsgrenze stößt, können Sie die Dateien migrieren und erhalten eine Übersicht über alle Dateitypen – die Datei-Virtualisierung bietet eine einheitliche Ansicht all der vielen NAS-Geräte.

Den gleichen Effekt erzielen Sie allerdings auch mit einigen Tools für Klassifizierung und Verwaltung von Daten. Tatsächlich bieten Management-Tools für Storage-Ressourcen von Unternehmen wie Tek-Tools (mittlerweile von SolarWinds übernommen) eine ganze Reihe solcher Funktionen. Meiner Ansicht nach werden sich weitere Unternehmen mit solchen Funktionen schon nächstes Jahr auf dem US-Markt präsentieren.

Im Grunde genommen sprechen wir allerdings über eine Verwaltungsebene, die Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Repositories Ihres gesamten NAS-Netzwerks bietet und damit über alle vorhandenen Datentypen. Auf diese Weise lässt sich nicht unbedingt das Problem des NAS-Wildwuchses lösen, aber die Tools sorgen für eine optimierte Zusammenarbeit der verschiedenen Geräte. Damit erhalten Sie einen ganzheitlichen Überblick, der vielleicht schon einige Ihrer Probleme hinsichtlich der Verwaltung löst.

Wie lässt sich ein Ausufern von NAS-Geräten mithilfe von Services für Cloud-Storage eindämmen?

Boles: Wir glauben zwar immer gerne, wir hätten unser Storage im Griff und würden es optimal nutzen. Allerdings gibt es eine Menge kaum genutzter und sich nicht verändernder sowie schreibgeschützter Daten. Viele dieser Dateien können auf Plattformen mit großen Cloud-Archiven wie der Storage-Plattform von Nirvanix oder der Archivierungsplattform von Iron Mountain VFS gespeichert werden. Auf diese Weise lagern Sie diesen wenig genutzten Datenbestand aus Ihrem Unternehmen auf kostengünstiges Storage aus.

Diese Services für Cloud-Storage bieten mittlerweile Funktionen für einen lokalisierten Zugriff auf solche ausgelagerten Daten und damit eine höhere Performance. Als nächsten Schritt könnten Sie die Anzahl der in Ihrem Unternehmen verwendeten primären NAS-Geräte verringern. Da es sich hierbei normalerweise um sehr teures und bei Geräte-Wildwuchs nur schwer zu verwaltendes Storage handelt, profitieren Sie von den Vorteilen eines elastischen Repository in der Cloud, das sich beliebig erweitern lässt. Gleichzeitig erhalten Sie ein einheitlich wirkendes NAS-Portal mit nahezu unbegrenzter Kapazität.

Wenn Sie es clever anstellen, können Sie dieses Portal für bestimmte Anforderungen – beispielsweise Datenbanken und Exchange sowie für wichtige nicht strukturierte Daten – mit Ihrem hoch leistungsfähigen primären NAS-Storage verknüpfen. Durch das Verschieben des gesamten nur wenig genutzten Datenbestands in das Cloud-Respository – das außerdem beliebig erweiterbar ist – können Sie den NAS-Wildwuchs wirksam eindämmen und in Zukunft komplett vermeiden.

Artikel wurde zuletzt im April 2010 aktualisiert

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