Wann macht 16 Gbps Fibre-Channel-Storage für Netzwerke Sinn?

Da Unternehmen vermehrt auf SSDs und Virtualisierung setzen, lohnt der Einsatz von 16 Gbps Fibre Channel (FC), so Analyst Dennis Martin im Interview.

Dieser Artikel behandelt

FC-SAN

Macht der Umstieg auf 16 Gbps Fibre-Channel-Storage für Netzwerke Sinn, wenn einige Anwender von Storage Area Networks (SAN) schon 8 Gbps Bandbreite nicht vollständig ausnutzen?

16 Gbps Fibre-Channel- (FC-) Produkte werden seit rund zwei Jahren angeboten. Laut Dennis Martin, Präsident des Analystenhauses Demartek, ist die oben gestellte Frage für viele IT-Unternehmen relevant. Daher betreibt das Unternehmen auch ein lokales Testlabor. Der Analyst hat sich mit SearchStorage unterhalten und Argumente für und gegen den Umstieg auf 16 Gbps FC diskutiert.

Nutzer von Fibre Channel machen häufig ein Upgrade während des Auffrischungs-Zyklus, da der Preisunterschied zur nächsten Generation von Storage-Networking-Technologie geringer wird. Bringt der Umstieg von 8 Gbps auf 16 Gbps viele Vorzüge mit sich?

Dennis Martin: Die kurze Antwort wäre: Ja. Wir haben einiges 16 Gbps-FC-Equipment für Firmen getestet. Offensichtlich erhält man die doppelte Bandbreite durch die gleiche Anzahl Kabel, Adapter und so weiter. Zudem ist 16 Gbps FC effizienter bei Stromverbrauch und Latenz – und nicht nur die Hälfte der Latenz von 8 Gbps FC, sondern deutlich besser. Natürlich ist 16 Gbps mit neuen Servern kompatibel. Sollten Sie sich gerade in einem Auffrischungs-Zyklus befinden, wollen Sie das sicherlich haben.

Außerdem gibt es bei 16 Gbps FC-Technologien einige Verbesserungen bei der Diagnose. Es gibt Retime- und Transmitter-Traning-Funktionen für die 16 Gbps Glasfasern, die verbesserte Eigenschaften mitbringen und elektronische Dispersionen verringern. Das ist die technische Ebene. Banal gesagt, operieren Sie besser und schneller. Zum Beispiel haben Brocades 16 Gbps FC Switche „D_port“ integriert. Dieser führt Diagnose-Funktionen aus und macht etwa Glasfasertests vor einem produktiven Einsatz einfacher. Insgesamt gibt es mehr Diagnose-Optionen im Vergleich zu älteren FC-Generationen.

Für welche Anwendungen, Workloads und Situationen ist 16 Gbps FC am wichtigsten?

Dennis Martin: Wenn Sie Flash im Backend einsetzen, werden Sie sicherlich die Bandbreite ausreizen, die Sie bisher nicht verwenden konnten. Setzen Sie konventionelle Festplatten ein, können Sie die neuen Kapazitäten möglicherweise nicht ausschöpfen. Festplatten sind bei der Performance im Vergleich zu Solid-State Drives (SSD) limitiert.

Einige kleinere Server haben nur eine begrenzte Anzahl Steckplätzen zu Verfügung. Wollen Sie also FC nutzen und haben nur einen Steckplatz, möchten Sie natürlich die maximale Bandbreite ausschöpfen. In diesem Fall ist 16 Gbps FC ideal.

Aus anwendungstechnischer Sicht gibt es sicherlich einige Datenbanken und entsprechende Anwendungen, die so viel Performance aufnehmen, wie Sie diesen zur Verfügung stellen. Das gilt speziell dann, wenn Sie Flash oder größere Mengen an Festplatten im Backend haben. Auch in diesem Fall ist 16 Gbps FC eine gute Wahl.

Im Zeitalter der Virtualisierung packen wir immer mehr virtuelle Maschinen (VM) auf den gleichen Server. Nur die Summe der VMs kann sicherlich die gesame Bandbreite ausnutzen. Einzeln betrachtet, würden diese, inklusive Anwendungen, nicht die komplette Bandbreite benötigen. Haben Sie aber 100 virtuelle Desktops auf einem System und diese brauchen alle Zugriff auf den Storage, ist mehr Bandbreite ein Segen.

Gibt es Szenarien, bei denen Sie Anwendern von 16 Gbps FC abraten würden?

Dennis Martin: Wenn Sie mit Ihren Ressourcen zufrieden sind und diese nicht komplett ausnutzen, können Sie auf ein Upgrade verzichten. Vielleicht nutzen Sie einen alten Server mit unkritischen Anwendungen und sind zufrieden damit. In diesem Fall gibt es keinen überzeugenden Grund, ein Upgrade zu machen. Natürlich kommt hinzu, dass eine 16 Gbps-Karte in einem alten Server Verschwendung wäre, da er diese nicht ausreizen kann.

Sollte es sich um neuere Hardware handeln, würde ich allerdings 16 Gbps FC einsetzen. Im Laufe der Zeit neigen Anwendungen dazu, die verfügbare Bandbreite zu nutzen. Früher wurde der Arbeitsspeicher in Servern noch in Kilobyte bemessen. Später in Megabyte und heute in Gigabyte. Mittlweile gibt es Pläne für RAM im Terabyte-Bereich. Da wir weiter virtualisieren, mehr Solid-State Storage einsetzen, die Größe unserer Server schrumpft, aber die Datenmenge wächst, macht 16 Gbps FC definitiv Sinn.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2014 aktualisiert

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