X-IO: Mit X-POD große VDI-Workloads beherrschen

Mit der konvergenten Lösung X-POD bestehend aus Cisco UCS, VMware Horizon View und ISE 740 Hybrid-Storage will X-IO die VDI-Welt retten.

Mit seiner Lösung X-POD springt nun auch X-IO auf den Zug der konvergenten Systeme auf. Basierend auf den ISE-Speichersystemen – genauer dem ISE 740 Hybrid Storage Array – gepaart mit Cisco USC und VMware Horizon 5.3, verspricht der Hersteller vor allem VDI-Umgebungen mehr Performance, ohne gleich auf All-Flash-Arrays zugreifen zu müssen. 

Damit lassen sich dann laut X-IO-Angaben 1.500 Desktops unterstützen bei bis zu 97 Prozent gleichzeitigem Zugriff. Für virtualisierte Umgebungen unterstützt die X-POD-Architektur Microsoft, VMware, Citrix und Linux. Über die virtualisierte Umgebung lassen sich sowohl die Storage- als auch die Compute-Ressourcen kontrollieren. Die IOPS-Last wird dediziert über Flash bedient. Außergewöhnlich ist die Garantielaufzeit: X-IO gibt hier fünf Jahre auf die Hardware.

Die ISE-Basis: die Hardware

Die Basis für die X-POD bildet die bereits etablierte ISE-Plattform von X-IO, die aus der 200-Serie sowie der 700-Serie besteht und sowohl aus Hardware und Software besteht. Ein ISE-Modul ist drei Höheneinheiten groß (3U) und fasst zwei Stromversorgungen, so genannte Managed Reliability Controllers (MRC), zwei DataPacs und Supercapacitators. Das Design sorgt für einen Kühlungsstrom, der auf einem „Pull“-Design basiert, was das Array acht Grad kühler hält als herkömmliche Systeme.

Die MRC sind Aktiv-Aktiv-Controller, die auf Multi-Core Intel-Technologie basieren und Hardware-RAID integrieren. Beide Controller können jederzeit auf alle Daten lesend oder schreibend zugreifen, was für gleichbleibende Performance auch bei einem Ausfall einer der Controller sorgt. 

Pro Controller stehen vier 8-Gbit/s-FC-Verbindungen sowie zwei 10/40-Gbit/s-Ethernet-Anbindungen zur Verfügung. Die MRCs fassen die DataPacs zu einem logischen Pool zusammen und verteilen die Daten auf alle verfügbaren Medien. Die Controller überwachen zudem die Medien und setzen bei Bedarf einzelne Medien außer Betrieb, um diese dann vor Ort austauschen und wiederherstellen zu lassen, ohne dabei Daten zu verlieren. Der effiziente Cache ist DRAM.

Die ISE-Module enthalten Controller, Netzteile DataPacxs und Supercapcitators.

Die DataPacs selbst enthalten die Medien – entweder nur HDDs oder einen hybriden Mix aus Festplatten und SSDs sowie Firmware. Schutz vor Vibration, das Design für optimierten Kühlungsstrom sowie stromsparender Zugriff auf die einzelnen Medien machen die verwendeten Medien laut Hersteller um das Zwei- bis Dreifache verlässlicher.

Die Stromversorgung ist redundant ausgelegt, damit das Risiko von Datenverlust bei Stromausfall minimiert wird. Sie verbrauchen maximal 700 Watt. Um Datenverlust bei einem totalen Stromausfall zu vermeiden, setzt X-IO nicht Batterien, sondern so genannte Supercapacitors. Diese verlieren nicht wie herkömmliche Batterien ihre Fähigkeit, Energie aufzunehmen und als Notstrom einzusetzen. Sie sind wiederaufladbar und umweltfreundlich.

Die ISE-Serien 200 und 700 verfügen über je vier Modelle und sowohl eine FC- als auch eine iSCSI-Version. Die Systeme, die nur Festplatten enthalten, haben zudem Flash-Acceleratoren – ebenso wie die hybriden Modelle – was dafür sorgt, dass laut Hersteller die HDD-Arrays die Leistung hybrider Konkurrenten bieten kann. 

Mittels intelligentem Data-Placement zwischen den Flash- und den Festplatten-Ressourcen kommt das Hybrid-Modell fast an die Performance von All-Flash-Arrays heran, so zumindest die Aussage von X-IO. Um bei hohen Leistungsansprüchen mithalten zu können, optimiert X-IO die Random-Write-Prozesse.

Die ISE-Familie besteht aus den Serien 200 und 700 sowie den ISE Station.

Die Modelle der 200-Serie nutzen je nach Modellnummer aufsteigend 40 SAS-Drives mit 300 GByte, 600 GByte, 900 GByte und 1,2 TByte Kapazität im 2,5-Zoll-Formfaktor. Performance und Bandbreite sind innerhalb der Serienbrüder gleich: 13.500 IOPS, 1,8 GB/s lesend und 1,2 GB/s schreibend leisten die Systeme. 

Die vier Arrays der 700-Familie umfassen jeweils 30 HDDs (Kapazitäten wie in Serie 200) und zehn eMLC-SAS-SSDs mit 200 GByte. Bei der Performance kommen die Modelle auf maximal 300.000 IOPS bzw. 60.000 IOPS bei OLTP-Anwendungen. Bei der Bandbreite lesend erreichen die Arrays 1,4 GB/s, lesend 860 MB/s. Anwender, die eine große Konfiguration benötigen, können zudem auf die ISE Station X und ISE Station XL zugreifen, die bis zu 216 TByte, 600.000 IOPS und 13 GB/s Datendurchsatz gewährleisten.

Die ISE-Basis: die Software

Auch bei der Software bedient sich die X-POD-Architektur bei der ISE-Serie und integriert den jeweils aktuellen ISE Manager, derzeit in Version 3.6. Die Software ist Linux-basiert und operiert auf den Controllern. Zum Funktionsumfang gehören unter anderem:

  1. Matrixed RAID Data Allocation
  2. Continuous Adaptive Data Placement (CADP)
  3. In-Situ Remanufacturing und Restoration (ISR)
  4. CorteX Web Services
  5. ISE Mirroring

Die Matrixed RAID Data Allocation ist, wie der Name schon sagt, ein RAID-Modell, das auf einer Matrix basiert und die Daten sichert sowie die Performance jedes einzelnen Mediums optimiert. Generell verwenden die Systeme RAID 10 oder RAID 5.

CADP kommt in hybriden Modellen zum Einsatz. Normalerweise werden alle Daten zunächst auf den SAS-Festplatten abgelegt. Der CADP-Algorithmus analysiert die Daten und „tiered“ die so genannten „heißen“ auf SSDs. Alle fünf Sekunden erfolgt diese Analyse und verteilt die Blocks entsprechend. Wenn der SSD-Platz voll ist, werden die Blöcke wieder auf HDDs geschoben, die bereits weniger intensiv genutzt wurden, quasi abgekühlt sind.

In-Situ Remanufacturing und Restoration überwacht die Datenträger und migriert Daten sobald sich ein Problem mit einem Drive abzeichnet und prüft, ob sich dieser wieder zu voller Funktionsfähigkeit bringen lässt. In den meisten Fällen lässt sich dies durch einfache Operationen wie ein Firmware-Upgrade oder ein Reset erreichen. Dieser Vorgang erfolgt ohne Beeinträchtigung des laufenden Systembetriebs. Diese Selbstheilungsfunktion ist ein wichtiges Kriterium für viele Anwender, da die Wartung der Systeme vereinfacht wird.

Die Mirroring-Funktion bietet vier Optionen.

Das CorteX Web RESTful API ermöglicht die Inspektion, Überprüfung, das Provisioning, Re-Provisioning und Management von großen und kleinen ISE-Pools. Die gesamte Management-Software, inklusive des ISE Manager, nutzt dieses API, mit dem die Orchestration der ISE-Arrays umgesetzt wird.

Für Disaster-Recovery-Zwecke und höheren Datenschutz steht die Mirroring-Funktion mit vier Versionen zur Verfügung:

  • Aktive-Aktive-Replikation (bis zu 40 Kilometer)
  • Aktive-Passive-Replikation für Disaster Recovery
  • Volume Migration (Daten lassen sich zwischen verschiedenen ISE-Tiers verschieben; RAID-Transformation)
  • Volume Copy (Clones produktiver Daten lassen sich für Test- und Entwicklungszwecke erstellen)

X-IO bietet VDI „Notarzt-Service“

Um die Marktposition als VDI-Weltretter zu stärken und mehr Geschäft über Reseller und Distributoren zu erzeugen, entwickelte X-IO den „VDI Emergency Response“-Service, der in maximal 72 Stunden nach der Diagnose Abhilfe bei Performance-Problemen in VDI-Umgebungen schaffen soll. Die Diagnose selbst erfolgt innerhalb der nächsten 24 Stunden, nachdem ein Anwender sein Problem gemeldet hat.

 Das VDI-Notfall-Programm soll Kunden in Not helfen und Wettbewerber unter Druck setzen.

Der Hersteller versucht, das Thema humorvoll anzugehen, obwohl durchaus ernsthaftes Geschäftspotential dahinter steckt. So werden dem Performance-Suchenden folgende Fragen auf der „VDI Emergency Response“-Seite gestellt:

Erleben sie derzeit eines der folgenden Ereignisse?

  • Tinnitus nachdem die Anzahl der Help-Desk-Anrufe ansteigt.
  • Ohrenschmerzen von Anwendern der Hosted Desktops, die sich beschweren.
  • Die Unfähigkeit, am morgen und am Abend die adäquate Performance zu leisten.
  • Schwere VDI-Lethargie jedes Mal, wenn Änderungen am Desktop gemacht werden.

Hinter der witzig anmutenden Umsetzung steckt der ambitionierte Gedanke, Wettbewerbern bzw. auch existierenden Installationen das Wasser so effizient wie möglich abzujagen. Laut X-IO verzeichnet die Firma einen extrem kurzen Sales-Zyklus, wenn es zu Problemen in VDI-Umgebungen kommt.

X-IO: kein Börsengang, aber strategische Neuausrichtung

Die konvergente X-POD-Lösung für VDI ist ein weiterer Schritt des Unternehmens, seine Position als leistungsstarker VDI-Nischenplayer auszubauen. Daneben adressiert das Unternehmen mit seinen ISE-Systemen auch OLTP-, Data-Warehouse-, Big-Data- sowie Cloud-Umgebungen. Mit der konvergenten Lösung geht X-IO jetzt auch in den Gefilden des EMC VBlock, NetApp FlexPod, Nimble Adaptive-Flash-Plattform und HDS UCP auf Jagd nach Marktanteilen.

Laut X-IO verzeichnet die Firma einen extrem kurzen Sales-Zyklus, wenn es zu Problemen in VDI-Umgebungen kommt.

Der konvergente Ansatz ist neu für X-IO, das Unternehmen aber im Speicherumfeld keinesfalls unbekannt. Bereits 1995 als Xiotech gegründet, vertrieb das Unternehmen SAN-Lösungen, bevor es 2000 für 360 Millionen US-Dollar (in Aktien) von Seagate übernommen wurde. 

Nur drei Jahre später ging die Firma an eine Investorengruppe und kaufte 2008 die Advanced Storage Architecture von Seagate. Diese ermöglicht die Selbstheilungsfunktion der Drives, die natürlich auch aus dem Hause Seagate kommen. Über die Jahre entstand die ISE-Lösung und die Firma nannte sich in X-IO um. Mittlerweile verzeichnet das Unternehmen 1.200 Kunden weltweit und möchte sich weiteres Potential erschließen.

Dafür wurde unter anderem Brian Owen als CEO angeheuert, der die Firma vor allem strategisch groß rausbringen soll. Owen selbst sagt, dass er die Kontakte zu Partnern und Medien intensivieren und die Firma aus dem technologischen Tunnelblick herausbringen möchte. Trommeln gehört überall zum Handwerk und das Team um Owen will nun nicht nur technologische Höchstleistungen, sondern mehr Marktpräsenz erreichen. 

Da das Unternehmen mehr oder weniger Oak Investment Partners gehört, wird hier nicht mit einem Börsengang zu rechnen sein. Eine Akquisition ist aber sicher nicht unwahrscheinlich und dafür kann das Trommeln um die „unbreakable“ ISE-Technologie schon helfen.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2014 aktualisiert

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