Zwischen konvergenten und hyper-konvergenten Umgebungen unterscheiden

Hardware-Konvergenz und hyper-konvergente Systeme lösen oft die gleichen Probleme, unterscheiden sich aber in Einsatzszenarien, Vor- und Nachteilen.

Der Hype und das Marketinggetöse um konvergente vs. hyper-konvergente Infrastruktur im Rechenzentrum ist eher verwirrend und wirft die Frage auf, wie diese beiden Konzepte mit Storage zusammenhängen. Beim Modern Infrastructure Summit in Chicago thematisierte Berater Scott Lowe die Vor- und Nachteile der verschiedenen Konvergenzansätze und erklärte, worin sie sich unterscheiden.

Der Gründer und Managing Consultant von The 1610 Group erklärt, dass der Erfolg der Konvergenz seinen Ursprung in viel zu komplexem Storage und Skalierungsproblemen habe. Konvergenz kann eine Kombination traditioneller Hardwareprodukte in Rechenzentren sein oder aus einer Allianz aus Software-defined Storage auf Standard-Hardware in hyper-konvergentem Gewand bestehen.

Schwierigkeiten beim Storage, die durch Virtualisierung geschaffen wurden – hier seien der I/O-Blender-Effekt sowie Anwendungen und Storage-Tier zu nennen, aus denen sich Silos entwickelt haben –, lassen sich durch Konvergenz beheben. Laut Lowe ist die Skalierung von Storage durch die Virtualisierung zum großen Problem geworden. Konvergenz sei eine Lösung.

„Skalierbarkeit muss vom Ereignis zur Funktion werden“, so Lowe. „Denn noch sind Skalierungen ein Ereignis, für das Sie Ausfallzeiten einplanen müssen. Wir wollen aber, dass Skalierbarkeit bereits in die Produkte integriert ist, die wir kaufen.“

Bei der Hardware-Konvergenz werden bestehende Produkte wie SAN-Arrays, Switching und Compute zu einer SKU kombiniert, um Beschaffung, Bereitstellung und Support zu rationalisieren. So sind weniger Machbarkeitsprüfungen erforderlich. Ein Paradebeispiel ist der Vblock von EMCs VCE, der Produkte von EMC, Cisco und VMware in sich vereint. Doch während sich Einkauf und Einrichtung durch Hardware-Konvergenz vereinfachen, sind die Kosten beträchtlich. Vblocks erreichten „hohe sechs- oder sogar siebenstellige Zahlen“, bemerkt Lowe. Und nach dem Kauf und der Bereitstellung der konvergenten Hardware ändert sich am operativen Prozess eigentlich nichts.

Statt der Kombination traditioneller Storage-Arrays mit Networking umfasst Hyper-Konvergenz Storage-Management-Software und Standardhardware, oft unter Beteiligung virtueller Storage-Appliances. Sie ermöglicht einen VM-zentrierten Managementansatz für Storage, Datenschutz und Networking innerhalb einer Oberfläche. Doch für Lowe ist Hyper-Konvergenz eher ein „Kunstwort“ als ein technischer Fachbegriff – und noch dazu ein Konstrukt, über dessen Definition keinerlei Konsens herrscht.

„Wenn Sie sich Freitag abends einmal langweilen sollten, können Sie sich jederzeit auf Twitter die Zeit damit vertreiben, zu streiten, was hyper-konvergent bedeutet“, so sein Kommentar. „Ich definiere es erst einmal als Storage und Compute in einer Appliance, mit Workloads, die parallel zu einer Virtual Storage Appliance (VSA) laufen.“

Anders ausgedrückt bedeute Hyper-Konvergenz „kein SAN mehr. Wir sind wieder beim Direct-Attached Storage (DAS) angelangt. Virtuelle Maschinen verwalten Storage, der sich lokal auf ihren Knoten befindet.“

Als Software können Sie Hyper-Konvergenz nur von Anbietern wie VMware (Virtual SAN) und Maxta erwerben. Hyper-konvergente Appliances gibt es mit installierter Software von Anbietern wie Nutanix, SimpliVity und Scale Computing sowie den EVO: RAIL-Partnern von VMware.

Laut Lowe seien die Einstiegspreise angemessen, „fünfstellige Zahlen sind in manchen Fällen gerechtfertigt“. Dabei erstrecken sich die Angebote von SMB bis hin zur Enterprise-Version. Skalieren können Kunden, indem sie Clustern eine weitere Appliance hinzufügen.

Nach Lowes Ansicht rationalisiere Hyper-Konvergenz die betriebliche Effizienz, hyper-konvergente Systeme seien bei der Festlegung einer zentralen Strategie von Bedeutung und die Kosten ein zentraler Faktor. Kunden würden in die Lage versetzt, Daten zu replizieren und VM-Richtlinien festzulegen, die den VMs innerhalb des hyper-konvergenten Clusters folgten.

Für Einsatzszenarien wie Virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI), Außenstellen und Primär-Storage für Kleinunternehmen ist Hyper-Konvergenz sehr gut geeignet. Das gilt jedoch nicht durchweg für alle Storage-Anforderungen.

So fragte ein Teilnehmer Lowe beispielsweise nach den Skalierungsbeschränkungen hyper-konvergenter Systeme, weil Kapazität oder Rechenleistung nicht unabhängig skaliert werden könnten. Lowe räumte ein, dass dies zum Problem werden könne, konterte aber, dass „die betrieblichen Verbesserungen dies aufwiegen können. Hyper-Konvergenz muss nicht für jeden einzelnen Anwendungsfall die Wunderwaffe sein. Aber Sie haben damit einen weiteren Pfeil im Köcher.“

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Artikel wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

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