08.03.2009 | Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Andreas Donner
Die Messe surft wie ganz Kalifornien auf der grünen Welle – und kaschiert strukturelle Schwächen mit einer vage formulierten Zukunftsgläubigkeit in neue Technologien. Aber am Ende war nicht alles schlecht so wird auch diese CeBIT eine positive Erinnerung hinterlassen.
Der Branche so richtig Mut einzuflößen schaffte auch der „Ex-Terminator“ und jetzigen Gouverneur Arnold Schwarzenegger aus dem diesjährigen CeBIT-Partnerland Kalifornien nicht allumfassend. Der gebürtige Österreicher versuchte der IT-Branche zwar einerseits in geübter schauspielerischer Pose eine Siegermentalität einzuimpfen. Dennoch ist kaum zu übersehen, dass die Rezession quer durch alle Branchen mittlerweile auch die Informationstechnologie erreicht hat.
Hinter dem Leitmotiv der diesjährigen CeBIT – Webciety – ließ sich jedenfalls kaum eine richtungweisende Innovation ausmachen, die sich dem allgemeinen Abwärtstrend entgegenstemmt.
Das wäre sicherlich von der CeBIT 2009 auch zuviel verlangt. Und dass die Kommunikationstechnologie ein weites Feld ist, bestätigte indirekt auch Kanzlerin Angela Merkel, indem sie bereits bei der Eröffnungsrede davon sprach, die ITK bleibe trotz der Krise auf alle Fälle eines der zukunftssicheren Innovationsfelder.
Viel wichtiger sind indes die nackten Zahlen: So ging die Zahl der Aussteller gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Viertel zurück. Es kamen rund 4.300 Aussteller aus 69 Ländern, die Ausstellungsfläche lag bei ca. 200.000 Quadratmeter. Auch die Zahl der Besucher dürfte rückläufig sein, allerdings vom hohen Niveau des Vorjahres aus gesehen.
Nun zu den Gewinnern: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Bereiche Green IT, FutureParc, eLearning, TeleHealth und Public Sector Parc weiter gewachsen. Es gab aber auch zahlreiche Verlierer in den Messehallen: Deutlich rückläufig waren etwa die Ausstellerzahlen im Bereich IT-Hardware einschließlich der Zulieferer.
Hier sank vor allem die Zahl kleiner Aussteller aus China, Taiwan und Hongkong. Aber gerade das Fehlen einiger großer Hersteller lässt die seit Jahren mühsam verdeckten konzeptionellen Schwächen der Messe deutlich werden – auch wenn Microsoft-Chef Achim Berg von der wichtigsten Messe aller Zeiten sprach.
Aus gutem Grund, trommeln die Macher aus Redmond doch gerade lautstark für das neue Betriebssystem Windows 7. Microsoft trachtet danach, das durch stockende Verkaufszahlen beim Vorläufer Windows Vista verlorene Terrain wieder gutzumachen. Sich als wegweisende Internet-Company auf der CeBIT feiern zu lassen, bekommt da einen faden Beigeschmack.
Doch rechtfertigen die nach wie vor vertretenen Branchengrößen allein schon einen neuen CeBIT-Aufguss? Gerade die ihr jeweiliges Fachpublikum sorgfältig selektierenden Spezialmessen wie der Mobile World Congress in Barcelona und unzählige andere maßgeschneiderte Branchenevents setzen den Machern des „Gemischtwarenladens CeBIT“ weiter zu.
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