28.06.2011 | Autor / Redakteur: Tony Asaro / Nico Litzel
Mit dem Centera-Speichersystem hat EMC Standards im Bereich Content-Adressable Storage gesetzt, doch die proprietäre Technik des Produkts hat sich überlebt.
Um das Jahr 2003 herum sah es so aus, als ob wir uns an der Schwelle zu einer neuen Speicherära befinden. Diese versprach die Art und Weise, wie wir Daten speichern, zu revolutionieren, sodass wir diese effizienter in unseren Unternehmen nutzen können. Auslöser dieser Euphorie war ein neues Konzept, das Content-Adressable Storage (CAS) genannt wurde. EMC war mit dem Centera-Speichersystem der wichtigste Befürworter dieses neuen Ansatzes.
Die Centera ist ein objektbasierendes Speichersystem, das erweiterte Metadaten-Attribute zur Verfügung stellt, um den Anwendern eine bessere Kontrolle über ihre Daten zu geben und einen besseren Einblick in diese zu ermöglichen. EMC hat damals erfolgreich Independent Software Vendors (ISVs) angeheuert, um die Application Programming Interfaces (APIs) der Centera zu entwickeln. Das hat viel Arbeit gekostet, ermöglichte aber eine tiefere Integration zwischen den Anwendungen und der Hardware.
EMC hatte eine starke Vision: Es sollte ein Speichersystem entstehen, das nicht die Komplexität und viele der Einschränkungen von SAN und NAS aufweist. Man sollte die Centera auf jede beliebige Größe skalieren können, ohne dass sich dabei der Verwaltungsaufwand erhöht. Die erweiterten Metadaten sollte man einsetzen können, um Richtlinien auf die Inhalte anzuwenden. Das bekannteste Beispiel ist hier die WORM-Funktion (Write Once, Read Many). Diese verhindert es, dass die gespeicherten Dokumente nachträglich verändert werden, sodass diese als Beweis in Gerichtsprozessen oder bei Betriebsprüfungen fungieren können.
EMC ist bei der Markteinführung der Centera sehr umsichtig und pragmatisch vorgegangen und hat zunächst an die Tür derjenigen Branchen geklopft, die sich bis dato stark auf optische Medien verlassen hatten. Die ROI-Berechnungen haben aufgezeigt, dass zwar die Ausgaben im Infrastrukturbereich steigen, gleichzeitig sich aber die Betriebskosten reduzieren lassen und Anwender so im Laufe der Zeit Hunderte, Tausende oder gar Millionen von Dollar einsparen können.
Zudem war es mit den ISVs in der Hinterhand ein Leichtes, Hard- und Software-Lösungen zu verkaufen. All diese Bemühungen wurden durch EMCs hervorragenden Ruf und durch die allgemeine Begeisterung für eine neue Speicherplattform befeuert.
Die US-Regierung hat dann noch eine Reihe von Bestimmungen erlassen, darunter SEC Rule 17a-4, Sarbanes-Oxley, 21 CFR Part 11 der FDA und neue HIPAA-Regeln (Health Insurance Portability and Accountability Act), die der Centera schließlich zu einem Milliardenmarkt verhalfen. Der Zeitpunkt war perfekt.
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