09.01.2007 | Autor / Redakteur: Thomas Böcker / Bernd Schöne
Mit Corbis setzt eine der größten Bildarchive der Welt auf die relativ neuen Speicherkonzepte Global Namespaces und File Area Networking. Zum Einsatz kommt die Software-Suite Tapestry StorageX von Brocade.
Die Administratoren bei Corbis, des neben Getty Images größten Bildarchivs der Welt, sind nicht zu beneiden. Sie müssen mit einer über 20 Standorte in Nordamerika, Europa und Asien verteilten Infrastruktur leben und 75 Millionen Bilddateien bereit halten, wobei über zwei Millionen davon ständig online zum Download zur Verfügung stehen müssen. Das Archiv wächst zudem im Schnitt um täglich 69.000 Dateien, die Bilddatenbank ist also einem permanentem Upgrade unterworfen.
Im Betrieb müssen die Fotos über verschiedene Speicherebenen und –Medien hinweg verschoben werden und sollen für Kunden und Mitarbeiter dennoch jederzeit verfügbar bleiben. Ein Werkzeug, das ihnen einen Großteil der Arbeit abnimmt, fanden die IT-Manager schließlich in Tapestry StorageX, der Management- und Virtualisierungssuite von Brocade.
Zugrunde liegt der Tool-Sammlung die Idee, dass sich derart große und weit verstreute Datenbestände nur dann vernünftig nutzen lassen, wenn der Endanwender bei der Suche nach einem Dokument oder Bild keine komplexen Verzeichnisstrukturen durchforsten muss. Zu diesem Zweck nutzt Tapestry StorageX zwei relativ neue Konzepte: Global Namespaces und File Area Networking (FAN). Beide ziehen gewissermaßen eine zusätzliche Abstraktionsebene – technisch gesprochen: einen Virtualisierungslayer – oberhalb der physikalischen Struktur des Speichernetzes ein. Dabei beschreibt ein File Area Network die Gesamtheit der Hard- und Softwarelösungen, die zur Verwaltung, Verteilung und Herstellung des Zugriffs auf große Datenmengen benötigt werden. Im Prinzip handelt es sich also um den Plan oder Entwurf für eine Plattform, die ein flexibles, kostengünstiges und kontrolliertes Datenmanagement ermöglicht.
Mit Global Namespace bezeichnet man dagegen ein einheitliches Dateisystem, das die unterschiedlichsten Speicherressourcen eines Unternehmens in einer einzigen Baumstruktur erfasst. Auf diese Weise entsteht ein gemeinsamer Pool für alle NFS- und CIFS-basierten Speichersysteme – und beim User der Eindruck, statt auf viele räumlich verteilte Fileserver nur mehr auf ein einziges (logisches) Laufwerk zuzugreifen. Nach welchen Kriterien er das Dateisystem bzw. Verzeichnis organisiert, ist dem Anwender dabei freigestellt; denkbar sind zum Beispiel Abteilungsgrenzen, Aufgabengebiete, geographische Standorte oder Applikationen. Das erleichtert die Orientierung und ermöglicht das Auffinden von Dateien auch dann, wenn deren physikalischer Speicherort unbekannt ist.
Auf einer solch „überschaubaren Basis“ gestaltet sich auch das Storage-Management deutlich einfacher: Dateien lassen sich jederzeit zwischen den einzelnen Speicher-Arrays verschieben, ohne dass dabei mehr Aufwand entsteht, als wenn jemand auf seinem PC ein Word-Dokument in ein anderes Verzeichnis kopiert. Da das Verzeichnis gleichzeitig automatisch aktualisiert wird, können etwa die Kunden und Mitarbeiter von Corbis weiterhin problemlos auf die gewünschten Bilder zugreifen – ohne langwierige Suche oder gar eine Umkonfiguration der Clients.
File Area Networking und Global Namespaces machen auch komplexe Speicherinfrastrukturen überschaubar und erlauben eine einfache Nutzung und ein effizientes Management unstrukturierter Daten. Das ist gerade für eine Agentur wie Corbis eminent wichtig, deren „Geschäftsmodell auf der On-Demand-Lieferung von Bildern beruht“, wie Systems Engineer Hubbard Benedict formuliert. Die Automatisierungsoptionen von auf diesen Konzepten basierenden Software-Suiten wie Tapestry StorageX entlasten Administratoren zudem von zeitraubenden Regelaufgaben und helfen so, Kosten zu senken.
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