20.07.2007 | Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Martin Hensel
Microsoft hat sein Dateiformat Office Open XML zur Standardisierung beim International Committee for Information Technology Standards (INCITS) eingereicht. Das zuständige Untergremium V1 hat den Entwurf nicht angenommen, eine notwendige Zweidrittel-Mehrheit kam nicht zustande. Die Entscheidung ist jedoch nicht endgültig und die vom Softwarekonzern angestrebte ISO-Zertifizierung damit noch nicht ausgeschlossen.
Rob Weir, Mitglied des International Committee for Information Technology Standards (INCITS) und nebenbei auch Mitarbeiter des Open-Office-XML-Gegners IBM, berichtet in seinem Blog von der gescheiterten Abstimmung. Während einer Telefonkonferenz sei im Gremium V1 die zur Annahme notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zustande gekommen.
Eine Absegnung des Formats durch die INCITS gilt als wesentlicher Schritt für eine ISO-Standardisierung (International Organization for Standardization). Bereits im Dezember 2006 wurde Microsofts in Office 2007 implementiertes Format allerdings von der ECMA (European Computer Manufacturers Association) anerkannt.
Laut Weir ist die Ablehnung jedoch keine endgültige Entscheidung. Nun sei es am INCITS Executive Board, die Ausführungen des V1-Gremiums zu prüfen. Da die Expertengruppe keine einheitliche Empfehlung ausgesprochen hat, ist unklar, wie sich die INCITS entscheiden wird. Eine Entscheidung wird bis spätestens September erwartet.
Kritiker bemängeln den Umfang von Office Open XML. Zudem unterstütze das Format offene Standards nur unzureichend. Spötter behaupten gar, dass allein der Softwareriese in der Lage sei, das Format vollständig zu implementieren.
Microsoft ist im Bemühen um einen offenen Standard für digitale Informationen nicht ohne Konkurrenz. Das unter anderem vom Open-Office-Büropaket genutzte Open Document Format for Office Applications (OpenDocument, ODF) wurde bereits als internationale Norm akzeptiert (ISO/IEC 26300).
Weitere Projekte widmen sich der langfristigen Speicherung von Daten in nicht-proprietären Formaten. So wollen Hersteller HP und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) die Open-Source-Lösung DSpace mit einer kürzlich gegründeten Stiftung vorantreiben.
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