07.02.12 | Autor / Redakteur: Curtis Preston und Rainer Graefen / Nico Litzel
Ein Voll-Backup vieler virtueller Maschinen, das möglichst wenig Datenverlust zur Folge haben soll, wird nicht funktionieren. Wer das Backup-Konzept bei Microsoft Hyper-V versteht, der hat gute Karten beim Recovery.
Backup & Recovery bereiten nicht nur Hyper-V-Anwendern fundamentale Probleme. Macht man aus 20 physischen Servern eine virtuelle Maschine, dann muss die Datensicherung zwanzig, vorher getrennte, Datenströme über eine Netzwerkkarte laufen lassen. Das wird nicht reibungslos funktionieren. Entweder reicht das Backup-Fenster nicht aus oder die Performance der virtuellen Maschinen wird während der Datensicherung einbrechen.
Die moderne Backup-Technik verfügt allerdings über Verfahren, die die Datensicherung besser und auch schneller machen. Mit einigen ausgefuchsten Kniffen muss man sich allerdings erst einmal anfreunden.
Backups auf Hyper-V-Ebene bringen eine Herausforderung mit sich: Virtuelle Maschinen schreiben fortlaufend auf den Datenspeicher und ändern innerhalb kurzer Zeit die Inhalte des Dateisystems. Somit gibt es keinen stabilen Zustand, der eine zerstörungsfreie Datensicherung erlauben würde. Während auf Dateiebene dieses Risiko nur einzelne Dokumente, dann aber die meist aktiv genutzten Dokumente betrifft, führt es bei Datenbankdateien dazu, dass diese im Falle einer Wiederherstellung nicht mehr benutzbar sind. Technische Tricks, damit es nicht zu Verlusten kommt, gibt es, seit die Datensicherung offene Dateien kopieren muss.
Der generelle Mangel ist, dass alle wichtigen Anwendungen ihre eigenen Methoden zur Erlangung eines stabilen Zustands mitbringen. Microsoft hat diese grundsätzlichen Probleme vor Jahren durch ein integriertes Framework für sein Dateisystem gelöst. Die Volume Shadow Copy Services, kurz VSS, sind in der Lage, mit wichtigen Anwendungen zu kommunizieren und diese kurzzeitig anzuhalten. Ist dieser Zustand erreicht, wird ein Snapshot des virtuellen Datenspeichers erstellt. Über diesen Snapshot kann die Backup-Software dann eine konsistente Datensicherung durchführen.

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