Kommentar von Terri McClure, Enterprise Storage Group

Renaissance des Tapes dank Cloud-Datensicherung?

13.01.12 | Autor / Redakteur: Terri McClure (Übersetzung Nico Litzel) / Nico Litzel

Bedeutet Cloud Storage das Aus für Tapes? Oder erlebt die Bandtechnik sogar eine Renaissance? (© Androm - Fotolia.com)
Bedeutet Cloud Storage das Aus für Tapes? Oder erlebt die Bandtechnik sogar eine Renaissance? (© Androm - Fotolia.com)

Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Bandtechnik tot ist, auch wenn einige Storage-Experten seit Jahren ihr Ende beschwören. Mit den jüngsten Entwicklungen wie dem Linear Tape File System bleibt Tape innovativ. Doch ändert die Datensicherung in der Cloud die Spielregeln für Tape?

Diskussionen rund um Cloud Storage konzentrieren sich zumeist auf den Aspekt der Kosteneinsparungen und wie man alles online und stets irgendwo im Äther verfügbar halten kann, und das ohne dabei wertvollen Platz zu beanspruchen, wie das Bänder machen. Versetzt das Aufkommen von Cloud-Infrastrukturen und der Datensicherung in der Cloud der Bandtechnik nun endgültig den Todesstoß? Wenn man einen Blick auf die aktuelle Tape-Landschaft wirft, dann ist die Antwort definitiv nein.

In den vergangenen Jahren hat sich der Einsatz der Bandtechnik auf das Rechenzentrum und den Midrange- bis Highend-Marktbereich für kleine und mittelständische Unternehmen konzentriert, mit einer sinkenden Durchdringung unterhalb dieser Segmente. Disk hat das Band als traditionelles Medium für Backup und Recovery immer weiter verdrängt. Es kamen immer schnellere Disk-Arrays auf, die sich wie Bandbibliotheken verhalten – sogenannte Virtual Tape Libraries – und zudem reduziert die Disk-basierende Deduplizierung deutlich den Speicherplatz, den man fürs Backup benötigt.

Heute setzen viele Unternehmen Tape für Anwendungen ein, auf die nur selten zugegriffen wird. Die Technik konkurriert mit den schnell wachsenden Tier-3-Optionen, die Fixed Content und solche Daten umfassen, die aus Compliance-Gründen aufbewahrt werden.

Vorteile von Tapes

Aufgrund ihrer niedrigen Kosten pro Gigabyte, niedrigen Betriebskosten und geringen Energiekosten ist und bleibt die Tape-Technik ein praktikabler und wirtschaftlicher Bestandteil der Speicherhierarchie. Darüber hinaus bietet die Bandtechnik Sicherheitsfunktionen wie Datenverschlüsselung und WORM ebenso, wie eine lange Lebensdauer der Medien (in manchen Fällen über 30 Jahre).

Die Auffassung, dass Tape tot sei, ignoriert all das. Und Anfang 2011, als Google zugab, 40.000 Cloud-basierende E-Mail-Konten über Bänder wiederhergestellt zu haben, haben wir gelernt, dass diese Vorteile auch in der Wolke weiter bestehen.

Cloud-Datensicherung und traditionelle Datensicherung

Bei der Betrachtung von Datensicherungsmethoden müssen Unternehmen sowohl physische als auch logische Aspekte beachten. Beim physischen Schutz wird sichergestellt, dass die Daten beim Ausfall einer Disk, eines Arrays oder eines ganzen Standortes geschützt bleiben. Die logische Seite sichert gegen die häufigsten Ursachen ab, Fehler in der Maschine oder Bedienungsfehler (Datenkorruption und versehentliches Löschen). Ein guter Backup-Plan deckt beide Bereiche ab, daher ist ein gutes Backup auch so teuer.

Bei Cloud-Backups wird höchstwahrscheinlich Ihr Cloud-Storage-Serviceprovider den physischen Schutz (Festplattenfehler, Array- und Standort-Ausfälle) über irgendeine Art von Spiegelung oder Remote-Replizierung gewährleisten. Das ist in dem Preis pro Gigabyte enthalten, den Sie zahlen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich der Provider nicht um den logischen Schutz kümmert (Maschinen- und Bedienfehler). Das ist eine zentrale Schwäche der Cloud-Datensicherung.

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