30.07.2009 | Autor / Redakteur: Dave Raffo, SearchStorage.com / Nico Litzel
IBM ergänzt die von Diligent übernommene Protectier-Deduplizierungs-Produktlinie um native Replizierung für ein Disaster Recovery.
Seit der Übernahme von Diligent hat Replizierung IBM zufolge oberste Priorität. Das Unternehmen hat zunächst Cluster Nodes mit der Technik ausgestattet und dann Protectier sowohl in Form von Appliances als auch in der ursprünglichen Version als Gateway vor IBM-Speichern zur Verfügung gestellt.
Ab dem 4. September soll die Replizierungsfunktion im Deduplizierungs-Gateway TS7650 und in der TS7650-Deduplizierungs-Appliance zur Verfügung stehen. Als Listenpreis nennt IBM 2.000 US-Dollar pro Terabyte genutzter Kapazität (nach einer Deduplizierung).
Mit nativer Replizierung können Protectier-Anwender ihre Backups über das WAN übertragen. Bisher konnten Anwender deduplizierten Daten ausschließlich über die Speicher-Arrays replizieren. Allerdings musste hierfür das gesamte Repository kopiert werden, einzelne Daten-Sets ließen sich nicht auswählen.
Replizierung in Dedup-Systemen ist nicht Neues und wird beispielsweise von Data Domain, Exagrid, Falconstor, NEC, Quantum und Sepaton angeboten. IBM unterstützt derzeit ausschließlich eine Eins-zu-eins-Replizierung. Das bedeutet, dass Daten offsite an ein weiteres Rechenzentrum für ein Disaster Recovery übertragen werden können, allerdings nicht von mehreren Außenstellen an ein Hauptrechenzentrum. Laut Victor Nemechek, zuständig für Protectier bei IBM, soll diese Funktion im Laufe des Jahres hinzukommen.
Mit der Protectier-Linie tritt IBM gegen Data Domains Produkte an, die EMC kürzlich für 2,1 Milliarden US-Dollar übernommen hatte. Auf IBMs Bilanzpressekonferenz mitte Juli wiederholten Unternehmensvertreter beständig, dass die Protectier-Produkte eine Erfolgsgeschichte seien, ohne jedoch konkrete Umsatzzahlen zu nennen. „Nur Data Domain bietet ein weiteres brauchbares Deduplizierungsprodukt auf dem Markt an“, so Nemechek. „Viele andere Produkte haben größere technische Probleme.“
Diligent und Data Domain haben das Inline-Deduplizierungsverfahren entwickelt, bei dem die Daten dedupliziert und dann auf Festplatte geschrieben werden. Data Domain setzt allerdings auf eine Hash-basierende Deduplizierung, während Diligent einen Bit-für-Bit-Vergleich macht. Nemechek zufolge lassen sich die Protectier-Produkte dank ihrer Cluster-Fähigkeit besser skalieren als die von Data Domain konzipierten Produkte für Großunternehmen. Allerdings liege Data Domain im Bereich Replizierung vorne.
Analysten sind der Auffassung, dass Replizierung in Dedup-Systemen nützlich und sinnvoll ist. „Wenn Sie eine Virtual Tape Library mit Deduplizierung einsetzen, nicht jedoch Replizierung, dann ziehen Sie nicht den vollen Nutzen aus dem System“, erklärt Arun Taneja, Analyst beim gleichnamigen Marktforschungsunternehmen.
Laut David Reine, Analyst bei der Clipper Group, könne man mit der Replizierung von deduplizierten Daten Bandbreite und somit Geld einsparen. „Wenn Sie ein Voll-Backup fahren und 100 Prozent der Daten übertragen, brauchen Sie hierfür eine enorme Bandbreite. Das kostet Unsummen. Wenn Sie hingegen deduplizierte Daten replizieren, dann können Sie bis zu 95 Prozent der Übertragungskosten einsparen.“
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2040319)