Wie mein Freizeitleben zur Datenkatastrophe wurde, Teil 2

Die richtigen Werkzeuge für die Abwehr privater Datenkatastrophen fehlen vollständig

26.08.2009 | Autor / Redakteur: Georg Wetter / Rainer Graefen

Innere Verweigerung

Allerdings war zu meinem Entsetzen beim nächsten Einschalten kein einziges Foto mehr auffindbar. Auf der W-Platte nicht – was mich nicht allzu sehr überraschte, ich hatte sie ja händisch gelöscht.

Aber auch auf der Q-Disc war weder die Freigabe, noch ein Ordner mit Bildern zu finden. Warum, ist mir bis heute schleierhaft. Ich vermute, dass ich bei der Kontrolle des Verschiebens auf der Q-Disc versehentlich auf den Ordner der W-Platte geklickt habe.

Jedenfalls half kein Jammern, die Daten waren weg. Nach einem kurzen Schockmoment siegte die Vernunft: „Alles halb so wild“, sagte ich mir, „schließlich heißt ‚delete‘ ja nicht wirklich physikalisch entfernen, sondern nur als ‚freien Speicher‘ markieren“.

Datenretten ist nicht schwer, wenn´s nur kein Netzwerklaufwerk wär´

Als gebranntes Kind hatte ich auch entsprechende Datenrettungssoftware schnell zur Hand. Nur: Datenretten auf einem Netzlaufwerk? Das übersteigt die Fähigkeiten der frei erhältlichen Programme und auch Google konnte nicht wirklich weiterhelfen.

Auch professionelle Programme bzw. deren kostenlose Testversionen versagten ihren Dienst bei der Wiederherstellung meiner Daten. Also blieb nichts anderes übrig, als die Platten aus den Gehäusen der Netzlaufwerke aus- und ins PC-Gehäuse einzubauen.

Dann stand ich vor dem zweiten Problem: Weder die Festplatte aus der Q-Disc, noch die der W-Platte wurden vom Windows-Betriebssystem XP ordnungsgemäß erkannt. Ein Zugriff war so nicht möglich.

Selbst mit auf die Filesysteme spezialisierten Programmen bekam ich unter XP keinen Zugriff. Auch Knoppix, also eine Linux-Live-CD, half nicht weiter: Beim Einbinden der Platten bekam ich stets Fehlermeldungen: „Mounten aufgrund des Filesystems Ext3 nicht möglich“. So langsam war ich mit meinem Latein am Ende. Die IT-Abteilung meiner Firma bot daraufhin Hilfe an.

Linux-Spezialisten unter sich

Auf deren Linux-Rechnern sollte der Zugriff möglich sein. Mit Photorec, einem speziellen Datenrettungstool, gelang den Kollegen tatsächlich ein Recovery, wenn auch mit Einschränkungen. Weder die Ordnerstruktur, noch die Dateinamen ließen sich wiederherstellen.

Das Ergebnis war ein Wust aus unterschiedlich großen Bildern, darunter Albencover aus iTunes und temporäre Internet-Dateien, Preview-Versionen der Fotos und tatsächlich einige hundert Originalfotos – von ca. 20.000. Ein Tropfen auf den heißen Stein.

Mittlerweile hatte ich mich durch diverse Foren gekämpft und war im Nutzerforum des Herstellers der Q-Disk auf einen vielversprechenden Tipp gestoßen: „Steck die Platte wieder ins Gehäuse und logge dich über Telnet ein. Eventuell hat das System den Freigabe-Ordner nur zerwürfelt und du findest deine Fotos in einem Ordner, der unter der Verwaltungsoberfläche oder Windows nicht auftaucht.“

weiter mit: Inkompatible Partitionserkennung verursacht GAU

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