02.07.2010 | Autor / Redakteur: Rainer Graefen / Rainer Graefen
Obwohl der Backup-Markt aktuell sehr innovativ ist wie z.B. Symantecs Entwicklung einer Open Storage Technologie (OST) beweist, so gilt Backup allgemein als wenig sexy. Zu dieser gefährlichen Einstellung tragen auch die permanent sinkenden Hardware-Kosten bei, die mit klassischer Abschreibung nicht einzuholen sind.
Die Übergabe dieser im Enterprise-Berecih schon immer automatisierten Aufgabe an „outgesourcte“ IT-Experten scheint da der richtige Ausweg zu sein, und wenn sich dann noch Kosten sparen lassen, kennt das Controlling keine Gegenargumente mehr. Manch amerikanischer Service Provider verlangt für die Online-Datensicherung „nur“ 15 bis 25 US-Cent pro Gigabyte und Monat.
Der Run in Amerika auf das Managed Server Backup zeigt, dass die Industrie an einem unternehmenseigenen Backup zunehmend weniger Interesse hat. Das hat auch technische Ursachen. Die Datenkopie zwischen Festplatten-Speichersystemen (D2D), also zwischen primären Speichersystem und Cloud, ist gut zu steuern und ausreichend zuverlässig.
Ob sich IT-Leiter in Deutschland wie die amerikanischen Kollegen zum Managed Server Backup entscheiden werden, hängt jedoch, noch vor allen Kostendiskussionen, vom Verlauf der Compliance-Debatte ab. Nicht nur in Deutschland ist die Erfüllung regulatorischer Anforderungen der Knackpunkt.
Interne und gesetzgeberische Compliance-Aspekte ziehen immer längere Aufbewahrungsfristen von immer mehr Daten nach sich. Dies belastet die Budgets über die Maßen und lässt Ideen wach werden, ob Backup und Archivierung nicht doch in einer darauf spezialisierten Umgebung kostengünstiger verwaltet werden könnten.
Trotz optimistischer Grundstimmung, sind laut Gartner noch einige Hindernisse beiseite zu räumen. Die Sicherheitsbedenken der Anwender sind nicht die Kleinsten, selbst wenn amerikanischen Unternehmen gerne ein eher laxer Umgang damit unterstellt wird.
Sobald geschäftskritische Daten die Grenzen der Unternehmens-Firewall verlassen, schrillen überall die Alarmglocken. Ohne die Zusicherung fortschrittlicher Verschlüsselung, Firewalls beim Cloud-Provider, digitaler Zertifikate und einer gut abgeschotteten Schlüsselverwaltung, mögen auch amerikanische Unternehmen ihre Daten nicht außer Haus geben.
Was man selbst nicht praktizierte oder nicht umzusetzen in der Lage war, muss jetzt der Dienstleister des Managed Server Backups bereitstellen. Trotz zahlreicher Bedenkenträger, der Markt für das Cloud Server Backup hat, anders als beim Online-PC-Backup, Fahrt aufgenommen.
Hilfreich für die Marktentwicklung sieht Gartner den Eintritt etablierter und respektierter Unternehmen wie IBM, EMC und Symantec. Und auch für Neueinsteiger gibt es Marktchancen, da die finanziellen Hürden einer eigenen Infrastruktur wegfallen, wenn man sich preiswert Speicherkapazität bei Amazon, Google und Nirvanix einkauft.

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