Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

2006 bis 2010 – die Epoche der Server-basierenden Speichersysteme und der Speichervirtualisierung, Teil 10

01.04.2010 | Autor / Redakteur: Kurt Gerecke und Klemens Poschke / Nico Litzel

Dreiseitiger TS7700-Spiegel-Grid. Cluster 0 und 1 sind synchron gespiegelt und Cluster 0 und 1 asynchron über eine WAN-Strecke auf Cluster 2.

Bei einer Multi-Cluster-Grid-Spiegelung ist es erforderlich zu definieren, wie jede Storage Group eines jeden Clusters im Grid zu behandeln ist. Das Setzen einer Policy auf dem LM definiert den Consistency Point für jede definierte Site im Subsystem. Aus den Policies wird ein Array aus Consistency-Point-Werten, wobei jedes Element des Arrays die Policy für eine bestimmte Site repräsentiert.

Wenn beispielsweise für Site A eine Kopie zum Zeitpunkt des Unloads und für Site B eine Kopie zu einem späteren Zeitpunkt gewünscht wird, sieht das Array so aus: Site A hat RD und Site B hat RD.

Die Replication Policies können auf den LMs verschieden sein. Die Policy Settings auf jedem LM diktieren, welche Aktionen ausgeführt werden, wenn ein Volume auf einem virtuellen Laufwerk, das zu diesem LM gehört, „gemountet” wird. Consistency Policies bestimmen die Site, welche die Daten als erste erhält (TVC Selektion), welche Sites eine Kopie der Daten erhalten und zu welchem Zeitpunkt.

Consistency Policies werden über die Management Class konfiguriert. Dabei werden Policies einem Management-Class-Namen zugeordnet. Policies werden über den ETL Specialist auf dem Library Manager gesetzt.

Eine neue Definition ist die des „Copy Consistency Points“, der bestimmt, wann ein Target Volume auf einer TS7700 mit dem Source Volume konsistent ist. Bei den Consistency Policy Optionen werden für jede Site Consistency Points gesetzt. Dabei stehen drei Definitionen zur Verfügung:

  • RUN (R) – diese Site benötigt eine valide Kopie des logischen Volumes, bevor Device End an den RUN-Befehl (Rewind Unload) vom Host geliefert wird (entspricht weitgehend dem Immediate Mode beim PtP VTS).
  • Deferred (D) – diese Site benötigt eine valide Kopie zu einem späteren Zeitpunkt, nachdem der Job beendet wurde (ähnlich wie Deferred Mode beim PtP VTS).
  • No copy (N) – diese Site soll keine Kopie von Volumes in dieser Management Class erhalten.

Durch diese neue Möglichkeit können extrem flexible Spiegelvarianten in Multi-Cluster-Grid-Konfigurationen realisiert werden.

TS7700-Erweiterungen 2007

Bei der Ankündigung der TS7700 machte IBM die Aussage, dass mit vier zusätzlichen Releases im Jahr 2007 in die TS7700-Systeme eine Vielfalt von neuen funktionalen Erweiterungen integriert werden, die weit über den Rahmen des Vorgängersystems B20 hinausgehen. So wurde jedes Quartal ein neuer Release verfügbar, R1.1 im 1., R1.2 im 2., R1.3 im 3. und R1.4 im 4. Quartal 2007. Die verfügbaren Funktionen werden in AF-basierende Funktionen (Advanced Functions) und Nicht-AF-basierende Funktionen unterschieden.

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