Bandroboter emulieren

Zur richtigen Disk-Library in drei Schritten

16.10.2006 | Autor / Redakteur: Greg Schulz, Searchstorage.com / Rainer Graefen

In diesem Artikel lernen Sie die wichtigsten Funktionen einer Virtual-Tape-Library, kurz VTL, kennen. Das Formblatt am Ende des Beitrags erleichtert Ihnen den Produktvergleich. Sie

In diesem Artikel lernen Sie die wichtigsten Funktionen einer Virtual-Tape-Library, kurz VTL, kennen. Das Formblatt am Ende des Beitrags erleichtert Ihnen den Produktvergleich. Sie erfahren außerdem, wie VTLs die Datensicherungsstrategie effizient verbessern können.

Vor dem Kauf einer VTL-Lösung sollten Anwender sich über ihre Anforderungen an das Gerät und sein zukünftiges Einsatzfeld klar werden. Ein erstes Selektionskriterium ist bspw. die Antwort auf die Frage, ob Daten sowohl in Open-Systems- als auch in Mainframe-Umgebungen auf Band und wieder zurück zu schreiben sind. Die Auswahl ist erheblich größer, wenn nur eine der beiden IT-Welten zu unterstützen ist.

Bedarf und Ansprüche ermitteln

Finden Sie zunächst heraus, was Sie überhaupt benötigen, und wie die VTL eingesetzt wird bzw. welche Aufgaben sie übernehmen soll: Wird sie z.B. ausschließlich für Disk-to-Disk (D2D)- oder Disk-to-Disk-to-Tape (2D2T)-Backups oder für die Archivierung genutzt? Oder kommt sie bei täglichen bzw. wöchentlichen Datensicherungen, im Rahmen eines kontinuierlichen Backup-Konzepts (Continuous Data Protection, CDP) zum Einsatz? Dient sie vielleicht als Nearline-Speicher oder Archiv für nicht unmittelbar benötigte Daten?

Andere wichtige Fragen bei der Bewertung sind:

• Welche Anforderungen stellt der Anwender an das Handling der Bänder (lokal und remote) und die Performance?

• Welche Software für Datensicherung, Archivierung und das hierarchisches Storage-Management (HSM) muss die Lösung unterstützen?

• Wie viele Server werden mit der Lösung verbunden?

• Welche Speicherkapazität wird benötigt?

• Und welche Host-Schnittstellen sind erforderlich (Fibre Channel, iSCSI, IP, Escon/Ficon)?

Optionen vergleichen

Der zweite wichtige Schritt besteht darin, die in Frage kommenden Produkte zu ermitteln und zu klären, ob deren Funktionsumfang den Anforderungen gerecht wird. Da dieser von Gerät zu Gerät und Hersteller unterschiedlich ausfällt, müssen Anwender beispielsweise herausfinden, welche Typen von Bändern (ADIC, IBM, Overland, Spectra Logic, Sun/STK), welche Bandlaufwerke (SDLT, AIT, LTO, DDS, VXA, IBM, STK) und welche Cartridges emuliert werden und welche nicht.

Weitere wichtige Fragen sind:

• Lässt sich mit dem VTL-Einsatz die Datensicherheit erhöhen und der Diebstahl von Bändern verhindern?

• Welche Software wird unterstützt und mit welchen Funktionalitäten?

• Wie hoch ist der Schulungs- und Einarbeitungsaufwand für das Personal, müssen ggf. Arbeitsabläufe umgestellt werden?

• Welcher Datendurchsatz wird benötigt und wie belastbar ist die VTL?

Hersteller und Anbieter virtueller Band- und Festplattenbibliotheken sowie dazu gehöriger Management-Software sind u.a. 3PAR, ADIC, ATTO Technology, Copan Systems, Data Domain, Diligent Technologies, EMC, Falconstor, Fujitsu, Hewlett-Packard, IBM, Maxxan Systems, Overland Storage, Quantum und Sun.

Eine informierte Entscheidung treffen

Der dritte Schritt besteht darin, die Informationen aus den Schritten 1 und 2 auszuwerten. In jedem Fall empfiehlt sich, schriftliche Angebote einzuholen oder eine Ausschreibung vorzunehmen. Bei der Auswahl des Produkts hilft schließlich eine Bewertungstabelle (siehe Bild), in der alle entscheidenden Kriterien erfasst sind. Die vorgegebenen Punkte in der Tabelle dienen nur als Beispiel und sind eventuell durch eigene Anforderungen zu ersetzen.

Natürlich lässt sich dieses Drei-Schritt-Konzept bei Bedarf noch verfeinern und auch auf andere IT-Investitionen übertragen: Es ist wichtig herauszufinden, welches Produkt oder welche Dienstleistung den eigenen Bedarf am effektivsten und preisgünstigsten deckt.

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