07.06.2010 | Autor / Redakteur: Justin Aucoin und Thomas Link / Florian Karlstetter
Datenintegration spielt für den Erfolg eines Unternehmens eine entscheidende Rolle. Allerdings ist es auf Grund der Vielzahl verschiedener Abkürzungen und Schlagwörter mitunter recht schwierig, den Überblick zu behalten. SearchSoftware hat die acht wichtigsten Begriffe und Schlagwörter aus dem Daten- und Anwendungsintegrationsumfeld zusammengetragen und in verständlichen Definitionen umschrieben.
Was verbirgt sich eigentlich genau hinter Abkürzungen wie EAI, CDC oder SOA und in welchem Zusammenhang stehen hierbei Begriffe wie Mashups, Complex Event Processing oder Data Federation? Die nachfolgenden Begriffsdefinitionen bringen Licht ins Dunkel.
Enterprise Application Integration (EAI), zu deutsch Unternehmensanwendungsintegration bezieht sich auf Methodik und sogenannte Middleware Tools, die in Unternehmen zur Koordination von Anwendungen eingesetzt werden. Oft kommt EAI zum Einsatz, wenn Unternehmen ihre Applikationsportfolios bündeln oder auf den neuesten Stand bringen wollen.
Beispielsweise möchte ein Unternehmen ein EAI–Projekt gerade dann starten, wenn es eine neue Reihe von Anwendungen hinzufügt bzw. diese gerade ersetzt werden, es aber weiterhin die schon bestehenden Legacy–Applikationen und Datenbanken nutzen will. Zusätzlich können Unternehmen, die gerade ihre Geschäfts- oder IT–Strategie auffrischen wollen, EAI–Technologien einsetzen, um neue Anwendungen mit den bereits existierenden und immer noch zweckdienlichen Anwendungen effektiver verknüpfen zu können.
Die Echtzeitintegration hat in der schnelllebigen und geschäftigen Welt von heute einen hohen Stellenwert, da sie ihren Benutzern stets die aktuellsten Daten zugänglich macht und daher mittlerweile von vielen Unternehmen eingesetzt wird. Die Echtzeitintegration von Daten kann auf verschiedenen Wegen erfolgen; diese werden später noch aufgeführt. Das Ziel ist aber stets der akkurate und zeitgerechte Austausch von Daten zwischen Systemen, damit der Nutzer geschäftliche Entscheidungen besser berechnen und treffen kann.
Ein Mashup ist eine Webseite oder Anwendung, die zwei oder mehr Elemente verschiedener Datenquellen miteinander verflechtet. Oft kommt hierbei das Datenübertragungskonzept AJAX (Asynchronous JavaScript and XML) zum Einsatz.
Ein Anwendungsbeispiel für Mashups ist eine Verknüpfung von Google Maps mit Immobiliendiensten, die geografische Informationen zu gesuchten Mietobjekten anzeigen. Ein weiteres Exempel ist „Flash Earth“, eine Anwendung, die es Nutzern erlaubt, Luft- und Satellitenaufnahmen der Erde von verschiedenen Bezugsquellen, darunter auch der NASA, zu betrachten.
Für Geschäftsleute bieten Mashups z.B. die Möglichkeit, die Umsatzdaten eines Unternehmens mit dem aktuellen Goldpreis zu vergleichen und sich die Ergebnisse in Echtzeit auf dem Desktop anzeigen zu lassen. Zudem ist es denkbar, die Bestandsdaten einer Inventur den Lagerauslastungdaten gegenüberzustellen und zur einfachen Auswertung in einer Übersicht zu präsentieren. A
Zusätzlich prägte Mark Whitehorn, Experte für Datenlagerung und Business Intelligence (BI), den Begriff „Bashups“ - eine Kombination aus Mashups und BI. Ein Beispiel für ein Bashup ist laut Whitehorn etwa die Erfindung eines Tools zur visuellen Darstellung des Kosten–Nutzen–Verhältnisses in Bezug auf Plakatwerbung in verschiedenen Teilen einer Stadt. Weiter behauptet Whitehorn, als Geschäftsmann die Daten der monatlichen Umsatzsteigerung mit den Daten der Werbetafelstandorte leicht zu einer Übersichtskarte zusammenziehen zu können, um so Zusammenhänge zwischen dem Standort der Werbung und den Umsatzzahlen festzustellen.
Das Potential für den Einsatz von Mashups scheint endlos, aber genau in dieser Unmenge von Möglichkeiten besteht die größte Gefahr für die Informatik.
Die Verarbeitung komplexer Ereignisse (Complex Event Processing) erkennt und analysiert Ursache und Wirkung ereignisbasierter Daten in Echtzeit; etwa um in Geschäftssituationen rasch die richtige Entscheidung zu treffen. Diese Technologie wurde entwickelt um Muster aus Daten verschiedener Quellen herauszulesen. Genutzt wird sie beispielsweise häufig von Börsenhändlern um Änderungen der Marktbedingungen erkennen und gegebenenfalls darauf reagieren zu können, aber auch von Geheimdiensten zur Verfolgung von Kriminalität und Terrorismus.
Laut einer Prognose des Marktforschungsinstituts IDC wird der Markt für CEP bei den momentanen Wachstumsraten im Zeitraum von 2008 bis 2012 um 55 Prozent zulegen und danach einen Wert von 2,7 Milliarden US–Dollar pro Jahr erreicht haben.
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