28.02.2009 | Autor / Redakteur: Stephen Foskett und Nico Litzel / Nico Litzel
War der Meteoriteneinschlag, der die Ära der Dinosaurier vermutlich beendete, eigentlich eine Katastrophe oder ein Neuanfang? Die Antwort hängt vom Zeitpunkt der Fragestellung wie auch vom Standpunkt ab. Eine Katastrophe ist jedenfalls so lange keine, bis jemand sie dazu erklärt.
Was passiert, wenn in einem vollen Raum der Begriff „Disaster Recovery“ fällt? Jeder wird da an etwas anderes denken. Das liegt daran, dass es dem Ausdruck an Eindeutigkeit fehlt. Also sollten wir zunächst exakt definieren, was wir unter Disaster Recovery verstehen.
Zum Glück ziehen nicht alle Katastrophen schwer wiegende Konsequenzen nach sich. So bin ich einmal auf das Stromkabel eines Speicher-Arrays getreten, das ich verwaltet habe. Es wurde aus der Steckdose gerissen, das Array fiel aus, und eine Datenbank brach mitten am Tag zusammen. Sie können davon ausgehen, dass das für mich eine Katastrophe war! Doch meine Kollegen am Großrechner haben davon nichts mitbekommen.
Da Ausfälle in der IT sehr unterschiedlich wahrgenommen werden, ist es schwierig zu entscheiden, ob hier eine Katastrophe vorliegt. Wenn der Ort und das Ausmaß feststellbar sind (wie etwa bei meiner schicken Beinarbeit), nennen wir die Reaktion darauf ganz allgemein „operative Wiederherstellung“ (Operational Recovery). Der Ausfall ist dann mit geringem Aufwand wieder zu beheben. Anders sieht es aus, wenn das Ausmaß eines Ausfalls nicht auf die Schnelle erkennbar ist und damit auch die Zeitspanne für die Wiederherstellung nicht bestimmbar ist. Dann sprechen wir in der Tat von einer Katastrophe und nennen die Reaktion darauf Disaster Recovery.
Es ist also wichtig, zwischen Operational und Disaster Recovery zu unterscheiden, da sich die Tools und Vorgehensweisen, die in der jeweiligen Situation anzuwenden sind, deutlich voneinander unterscheiden. Zwar sind viele IT-Systeme von Haus aus auf eine hohe Verfügbarkeit ausgelegt und verwenden Technologien wie N+1-Stromversorgungen, redundante Schnittstellen und Cluster, um die Wahrscheinlichkeit eines Betriebsausfalls weit gehend zu reduzieren. Doch selbst solche hochverfügbaren Systemarchitekturen können Betriebsausfälle und Datenverluste nicht vermeiden.
Eine der sinnvollsten Methoden, sich auf einen Ausfall vorzubereiten ist ein regelmäßiges Backup. Diese Maßnahme ermöglicht rasch auf einen früheren Datenbestand zurückzugreifen, und mit Continuous Data Protection steht ein relativ neues Verfahren zur Verfügung, das auch Wiederherstellungspunkte innerhalb des Backup-Fensters anbietet.
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