Exchange Server 2010 und Storage, Teil 2

E-Discovery-, Archiv- und Journal-Postfächer im Überblick

22.09.2011 | Autor / Redakteur: Brien M. Posey / Nico Litzel

Sollen für die Anwender Archivpostfächer angelegt werden? Und wird eine Postfach-übergreifende Suche im Unternehmen gewünscht? Diese Überlegungen müssen in die Speicherplanung für Exchange 2010 mit einfließen.

Bei der Speicherplanung für Exchange Server 2010 sind weitere Punkte zu berücksichtigen. Etwa: Sollen für die Anwender Archivpostfächer angelegt werden? Und wird eine Postfach-übergreifende Suche im Unternehmen gewünscht?

Die Archivpostfächer für die Anwender sind sekundäre Postfächer, die für die Langzeitarchivierung von Mails genutzt werden können. Die erstmals in Exchange Server 2010 eingeführten Archivpostfächer unterscheiden sich von anderen Archivierungsmethoden insofern, als dass im Gegensatz zu traditionellen Archiven (wie einer Journal Mailbox) der User die Inhalte im Archivpostfach weiter behält. Von daher kann auf die Archive leicht zugegriffen werden.

Archivpostfächer wurden entwickelt, um an die Stelle von PST-Dateien zu treten. Im Gegensatz zu PST-Dateien werden die Archivpostfächer innerhalb der Mailbox-Datenbank auf dem Exchange Server gespeichert, wo sie der Exchange-Administrator verwalten und regeln kann.

Archivpostfach in einer eigenen Datenbank

Im ursprünglichen RTM Release (Release to Market) von Exchange 2010 waren die Archivmailboxen der Anwender in der gleichen Datenbank wie die Hauptpostfächer. Seit dem Service Pack 1 bietet Microsoft die Option an, die Archivpostfächer in eine eigene Datenbank zu verlagern, sodass diese nicht die Speicher beeinträchtigen, auf denen die Hauptpostfächer der User liegen.

Microsoft empfiehlt, die Archivpostfächer auf einem Lowend-Postfach-Server zu platzieren, der günstigen DAS-Speicher verwendet (beispielsweise ein SATA-Array). Denken Sie daran, dass eine Mailbox-Datenbank, die ausschließlich Archivpostfächer enthält, nicht von der gleichen I/O-Last betroffen ist wie eine Mailbox-Datenbank, die die Hauptpostfächer der Anwender enthält. Günstigen Speicher für die Archivpostfächer zu verwenden, hat daneben einen weiteren Vorteil: Man kann eine hohe Kapazitätsbeschränkung für diese festlegen.

Journal-Postfächer

Die Journal-Postfächer sollten ebenfalls bei der Planung berücksichtigt werden. Wenn Sie Journaling zur Archivierung von Nachrichten auf der Hub-Transport-Ebene verwenden, dann werden alle archivierten Nachrichten in das Journal-Postfach gelegt.

Ich habe noch keine Best Practices zur Platzierung Journal-Postfächern von Microsoft gefunden, aber ich möchte die Journal Mailbox in eine eigene Postfach-Datenbank legen, denn der Journaling-Prozess neigt dazu, sehr I/O-intensiv zu sein. Wenn man das Journal-Postfach in einer eigenen Mailbox-Datenbank platziert, so kann man sicherstellen, dass dessen I/O nicht die Performance der anderen Postfach-Datenbanken verschlechtert.

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