30.09.2008 | Autor / Redakteur: Dave Raffo / Nico Litzel

Im vergangenen Jahr haben einige größere Hersteller ihre Speicherprodukte mit Thin Provisioning ausgestattet und auf den Markt gebracht. So wurde diese Technik Mainstream. Nun stellt sich die Frage, für wen Thin Provisioning überhaupt geeignet ist und wie man es am besten implementiert.
Zunächst eine kurze Zusammenfassung: Seit vergangenem September bietet Hitachi Data Systems Thin Provisioning für die Universal Storage Platform V (USP V) an. Hitachi nennt das „Dynamic Provisioning“. Im Januar hat EMC die Highend-Plattform Symmetrix mit „Virtual Provisioning“ ausgestattet. Seit Juli verfügen die Clariion-Midrange-Systeme ebenfalls über die Technik. Und IBM bietet schließlich seit Juni die SAN-Volume-Controller-Virtualisierungs-Appliance mit „Space Efficient Virtual Disks“ an.
Das sind viele Bezeichnungen für ein und dasselbe. Einig sind sich die Hersteller nur darin, dass Anwender Thin Provisioning nachfragen, ein Verfahren, das kleine Firmen wie 3PAR und Compellent bekannt gemacht haben. „Thin Provisioning ist zu einer Standardfunktion wie RAID-Level, Snapshots und Replizierung geworden“, erläutert Greg Schulz, Gründer und Senior Analyst der StorageIO Group. „Man möchte das anbieten, was auch andere anbieten.“
Craig Nunes, Vizepräsident Marketing bei 3PAR, schätzt, dass 75 Prozent der 3PAR-Kunden Thin Provisioning einsetzen, die vielleicht bekannteste Funktion der InServ Storage Server. Das geeignetste Klientel sind laut Nunes Internet-Firmen und Service Provider, die eher auf Dateien als auf Datenbanken angewiesen sind. Diese Firmen fangen klein an und bauen ihre Speicherkapazität weiter aus, wenn das Geschäft im Laufe der Zeit wächst.
SupplyScape ist ein 3PAR-Kunde, der Thin Provisioning einsetzt. Das Unternehmen optimiert über ein Software-as-a-Service-Modell (SaaS) die Wertschöpfungskette seiner Kunden, die im Bereich Life Sciences tätig sind. John Kordash, Leiter Operations und Architecture bei SupplyScape, ist davon überzeugt, dass Thin Provisioning ihn dabei unterstützt, die Auslastung hoch zu halten und Speicherkapazität effizient hinzuzufügen. „Meiner Meinung nach ist Thin Provisioning eine wichtige Komponente im SaaS-Umfeld. Die Daten unserer Kunden stellen höhere Anforderungen an uns. Wir haben unsere physische Speicherkapazität ausgebaut, um diesen Anforderungen zu gerecht zu werden. Da wir die Host-Laufwerke viel größer bereitstellen, als sie es tatsächlich sind, können wir das tun, ohne dass es dabei zu einer Unterbrechung für den Anwender kommt.“
Doch Kordash ist sich bewusst, dass Thin Provisioning nicht für jeden in Frage kommt. „Thin Provisioning ist eine Wahl, die man bereits bei der Planung des Systems trifft. Es gibt vielleicht Szenarien, in denen es nicht sinnvoll ist, Thin Provisioning einzusetzen.“
Solche Szenarien beinhalteten große Datenbanken, bei denen der Grad der Auslastung vorhersehbar sei, erläutert Barry Burke, Chief Strategy Officer für EMCs Symmetrix. Diese großen, für viele Transaktionen ausgelegten Datenbanken setzen viele Symmetrix-Kunden ein. Burke erklärt, dass Virtual Provisioning häufiger in Systemen anzutreffen sei, die für Tier-2- und Tier-3-Anwendungen genutzt werden, sowie in neueren Symmetrix-Installationen. „Verwendet Thin Provisioning jeder? Wohl eher nicht! Wir verzeichnen bei neu ausgelieferten Systemen einen höheren Prozentsatz bei der Nutzung als bei bestehenden Installationen.“
Burke kann sich vorstellen, dass immer mehr Kunden Virtual Provisioning einsetzen werden, da es einfacher sei als das traditionelle Verfahren. „Man kann eine Virtual-Pool-Strategie fahren und eine vollständig allokierte LUN erzeugen und Daten auf vielen Spindeln effizient verteilen.“
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