Interview mit Hu Yoshida, Hitachi Data Systems

„Wir sehen keine direkte Konkurrenz zwischen uns“

12.03.2010 | Autor / Redakteur: Beth Pariseau, SearchStorage.com / Nico Litzel

SearchStorage.com: Welchen Zuwachs sehen Sie bei der Virtualisierung?

Yoshida: Den sehe ich nur bei der Verbreitung. Wir bieten jetzt seit geraumer Zeit Virtualisierung an, aber etwa die Hälfte unserer Kunden setzte unsere Systeme nur zum Speichern ein, nicht zur Virtualisierung. Vielleicht setzen sie es zur Migration für das Frontend ein, aber nicht zur Anbindung von externen Speichern. Bei Kundenbesuchen im vergangenen Jahr ist mir dann aufgefallen, dass nahezu jeder Kunde jetzt auch externe Speicher virtualisiert.

Auch der bereits vor zwei Jahren prophezeite Zuwachs beim Thin Provisioning ist derzeit enorm. Das führt im Endeffekt dazu, dass wir in Bezug auf unsere Finanzen ein Rekordquartal verzeichnen konnten. Wir bei Hitachi Data Systems konnten im Jahresvergleich um sieben Prozent zulegen. Wir verzeichnen ein zweistelliges Wachstum bei unseren Midrange-Lösungen und bei HNAS und HCAP, die unserer Virtualisierungsplattform vorgeschaltet sind, sogar ein dreistelliges Wachstum. Software und Services legen ebenfalls im zweistelligen Bereich zu.

Enterprise Storage entwickelt sich dagegen rückläufig. Aber wir sehen das positiv, da wir den Ansatz verfolgen, die Enterprise-Lösungen als Virtualisierungs-Engine einzusetzen mit einem Großteil der Kapazität dahinter als Tier 2 und Tier 3. Im Endeffekt, auch wenn unsere Umsätze mit den Enterprise-Lösungen sich rückläufig entwickeln, konnten wir unseren Gesamtumsatz steigern und ein Rekordquartal verbuchen. Im Kern geht es darum, einen guten Mix anzubieten und sich nicht hinzustellen und zu sagen, wir seien ein aufs Enterprise-Geschäft ausgerichtetes Unternehmen. Wir sind mehr! Wir sind ein Lösungsanbieter, ein Anbieter von Speicherlösungen.

SearchStorage.com: Wenn wir in der Vergangenheit über externen Speicher hinter dem USP-Controller gesprochen haben, dann waren das entweder Hitachis eigene Speicher oder Hewlett-Packards EVA. Glauben Sie, dass sich künftig weitere Arrays hinter dem Controller virtualisieren lassen werden?

Yoshida: Ja! Hier haben wir sehr viel Zeit investiert und wir können die Arrays von anderen verbessern. Einen Schub hat Dynamic Provisioning gegeben. Wir sind in der Lage, eine EMC Clariion oder ein LSI-Array mit ihren Fat Volumes zu externalisieren. Und wenn wir sie dann virtualisieren, dann können wir sie in einen thin-provisioned Pool verlagern. Wenn wir sie in den Pool integrieren, können wir die Pages betrachten. Wenn es dann keine Pages gibt, so können wir diesen Speicherplatz wieder zurückgewinnen. Oft lassen sich so zwischen 40 und 50 Prozent der Kapazität dadurch wieder zurückgewinnen – das wurde im vergangenen Jahr ziemlich verlockend für Kunden.

SearchStorage.com: Haben Sie Zahlen zur Hand, wie viele Kunden externen Speicher virtualisieren?

Yoshida: Bei fünfzig Prozent unserer Controller ist die Virtualisierung freigeschaltet, etwa die Hälfte dieser wird dazu eingesetzt, Speicher von Drittanbietern zu virtualisieren.

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