IT-Management in virtualisierten Rechenzentren

Die Dynamik virtualisierter Umgebungen lässt sich mit Regeln allein nicht beherrschen

04.08.2010 | Autor / Redakteur: André M. Braun, EMC Ionix Team Lead Sales Germany, EMC Deutschland GmbH / Rainer Graefen

EMC verspricht mit Ionix komplexe virtuelle Umgebungen überwachen zu können.

Wo virtuelle Maschinen dynamisch auf der physischen IT-Infrastruktur hin und her verschoben werden, zeigen statische Managementtools bald ihre Grenzen. Im Cloud-Zeitalter ist es allerdings unabdingbar ständig wechselnde Abhängigkeiten zwischen Anwendungen und virtualisierten Rechenzentrums-Komponenten in Echtzeit abzubilden.

Virtualisierung leitet in Rechenzentren einen Paradigmenwechsel ein: Silo-Strukturen lösen sich auf, bislang isolierte Server- und Speicherkapazitäten wachsen zu gemeinsamen Pools zusammen. Die alte ressourcenzentrierte Sicht weicht umfassender Serviceorientierung.

Perspektivisch wird IT zu einem puren Service, der on-Demand erbracht und bei rückläufigem Bedarf ebenso schnell wieder eingestellt werden kann. Virtuelle Maschinen sind hochbeweglich und können ad hoc verschoben werden.

Begriffe wie Flexibilität und Skalierbarkeit erhalten damit eine völlig neue Dimension. Dabei steigert Virtualisierung den Auslastungsgrad, spart Investitionen und verbessert die Synchronisierung zwischen Geschäftsprozessen und IT.

Echtzeit-Transparenz im dynamischen Beziehungsgefüge

So offenkundig die Vorteile der Virtualisierung auch sind – die dadurch ausgelöste Dynamik im Rechenzentrum konfrontiert das IT-Management mit bisher nicht gekannten Herausforderungen. Denn die Managementphilosophie der vor-virtuellen Ära kennt nur statische Zuordnungen zwischen Anwendungen und IT-Ressourcen.

Jetzt aber ändern sich diese Zuordnungen permanent und auf nicht vorhersehbare Weise. Manuell lassen sich diese Änderungen nicht mehr erfassen und dokumentieren; der Aufwand wäre viel zu groß. Zudem wäre das Ergebnis veraltet, noch bevor jemand einen Blick darauf hätte werfen können.

Abhilfe schaffen hier automatisierte Discovery- und Monitoring-Lösungen, die sowohl virtuelle Domänen als auch nicht virtualisierte RZ-Segmente analysieren. Solche Hybrid-Umgebungen sind ja keineswegs die Ausnahme, sondern auf absehbare Zeit der Regelfall. Die automatische Analyse stützt sich dabei auf einen modellbasierten Ansatz, mit dem Wechselwirkungen zwischen Anwendungen und unterschiedlichen Komponenten aus Verhaltensmustern abgeleitet werden, völlig agentenlos. Alle Elemente können in Echtzeit in einer übergreifenden Konfigurationsdatenbank (CMDB) erfasst werden.

Automatisches Discovery beschleunigt Projekte

Der Mehrwert von automatisierten Discovery-Lösungen liegt auf der Hand: Sie schaffen eine fundierte Basis für Desaster Recovery- und Backup-Pläne sowie für Change Management, schließlich können selbst bei virtuellen Verschiebungen die Abhängigkeiten im Rechenzentrum jederzeit zugeordnet werden und die Informationen in der CMDB entsprechen akkurat der tatsächlichen IT-Landschaft.

Lohnenswert ist die automatische Konfigurationsüberwachung bereits in frühen Stadien der RZ-Virtualisierung. Beispiele aus der Praxis belegen, dass sich die Projektlaufzeit etwa bei Migrationen von Tier-1-Applikationen allein aufgrund der Sichtbarkeit von Abhängigkeiten um bis zu 80 Prozent verkürzt.

Besonders beim Outsourcing hilft das sogenannte Blueprinting: Automatische Discovery-Funktionen liefern ein vollständiges Abbild der gesamten IT-Infrastruktur und können als Ausgangspunkt für die Planung neuer Kundenprojekte dienen, so dass die Kalkulationsbasis nicht nur wesentlich genauer wird, sondern in der Regel auch um 60 Prozent schneller zur Verfügung steht – ein unter Umständen wettbewerbsentscheidender Zeitvorsprung.

weiter mit: Regelwerke stoßen in virtuellen Umgebungen an ihre Grenzen

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