04.08.2010 | Autor / Redakteur: André M. Braun, EMC Ionix Team Lead Sales Germany, EMC Deutschland GmbH / Rainer Graefen
Echtzeit-Erkennung der IT schafft die Voraussetzung, um viele Administrationsprozesse im virtualisierten Rechenzentrum zu automatisieren. Hilfreich sind solche Automatismen zum Beispiel bei der proaktiven Fehlersuche: Modell-basierte Lösungen ersparen es den Mitarbeitern, Regeln zu schreiben, um ihre Infrastruktur und ihr Verhalten abzubilden – und vor allem müssen sie diese Regeln nicht manuell anpassen, wenn sich diese Infrastruktur ändert, was bei virtualisierten Umgebungen schlichtweg nicht mehr zu leisten wäre.
Solche automatisierten Lösungen liefern bei einem IT-Ausfall innerhalb kürzester Zeit den Ursachenfehler. Es muss also nicht mehr der eigentliche, auslösende Fehler aus der Flut von Alarmmeldungen identifiziert werden, denn der ist ja bekannt – und so kann die richtige Abteilung den Fehler umgehend beheben.
Die Ausfallzeiten sinken dadurch drastisch, dem Kunden können höhere SLAs verkauft werden. Dabei sollte ein strategisch wichtiger Aspekt nicht vergessen werden: Statt kostbare Arbeitszeit in die Fehlersuche zu investieren, können sich die Mitarbeiter auf wichtige Projekte konzentrieren.
Bei einem selbstlernenden Performance-Management werden Alarmmeldungen inklusive möglicher Fehlerursachen generiert, noch bevor die Störung eingetreten ist. Die Software erfasst die Verkehrsdaten im Rechenzentrum und erkennt aus den so protokollierten Infrastrukturdaten, welche dem normalen Verhalten der Netzwerk-, Speicher- und Server-Plattform entsprechen und welche nicht.
Somit müssen Mitarbeiter keine Schwellenwerte für Services oder Applikationen mehr definieren. Serviceeinschränkungen für Kunden lassen sich vermeiden; Schwankungen im System können sich nicht auf SLAs auswirken.
Zudem liefern Analysen der Korrelation zwischen Kundenapplikationen und Performance wichtige Aufschlüsse über die Stabilität jeder einzelnen Kundeninstallation – der „Gesundheitszustand“ wird im Performance Management Dashboard übersichtlich angezeigt.
Wie die Auswertung historischer Daten nach schwerwiegenden IT-Ausfällen zeigt, wäre schon acht Stunden vor Eintritt mancher Störung eine Frühwarnung möglich gewesen. Der IT-Dienstleister hat oft hohe, nicht selten sechsstellige Vertragsstrafen zu zahlen, wenn SLAs verletzt werden.
Automatische Infrastruktur-Überwachung mit modellbasierten Analysen minimieren solche Risiken. Zugleich lassen sich Fehlerbehebungskosten in vielen Fällen um bis zu 90 Prozent reduzieren.
Auch im Hinblick auf Compliance mit gesetzlichen Vorgaben oder eigenen Government-Richtlinien versprechen modellbasierte Automatisierungsansätze höhere Effizienz und Zuverlässigkeit. Denn Auswirkungen von Administrationseingriffen auf den Konfigurationszustand des Systems werden damit im Vorfeld abschätzbar,
Berechtigungen können vergeben werden und Templates für Change-Prozesse ermöglichen die Vermeidung von Fehlern. Ist die Konfiguration nach einem „Change“ nicht konform mit den Richtlinien, kann automatisch zur Ausgangskonfiguration zurückgegangen werden.
Wichtig sind zudem aussagekräftige Reporting-Tools, die ein akkurates Abbild des momentanen Infrastrukturzustands liefern. Konformitätsnachweise stehen damit quasi per Mausklick zur Verfügung. In der Folge sinkt der Compliance-bedingte Aufwand mitunter auf ein Zehntel.
So vielversprechend es auch ist, dass virtualisierte Welten oder Cloud Computing neue Geschäftsmodelle schaffen – sie bedeuten gleichermaßen einen radikalen Wandel darin, wie Infrastrukturen kontrolliert werden müssen: nur automatisierte Verwaltungswerkzeuge haben die Dynamik im Griff.
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