Interview mit Mika Kotro, EMC Deutschland, über die Clariion-CX4-Familie

Bei Datenbanken geht demnächst die Post ab

03.09.2008 | Redakteur: Rainer Graefen

Mika Kotro von EMC: „Wir gehen davon aus, dass ein SSD-Laufwerk die 30-fache Zahl an I/O-Operationen abwickeln kann.“

EMC kündigte am 8. August 2008 eine komplett neue Clariion-Baureihe an, die CX4-Serie mit vier Modellen. Das System arbeitet mit 64-Bit-Controllern und Intel Xeon Dualcore-Prozessoren. Neu eingeführt wurde die Ultra-Flex-Technik, die je nach Modell eine variable Bestückung mit 16 bis 32 iSCSI- und FC-Port erlaubt.

Sparen kann der Anwender beim Stromverbrauch durch langsam drehende SATA-Festplatten bis hinunter zum Stillstand durch MAID-Funktionen (Spin-down). Neu ist auch die kostengünstige Disaster-Recovery-Funktion, da der Splitter zur Verdopplung aller I/Os nun ins System integriert wurde.

SearchStorage.de sprach mit Mika Kotro, Product Marketing Manager bei EMC Deutschland, ausführlich über die Option von SSD-Laufwerken in Midrange-Speichersystemen.

Wieso integriert EMC Solid State Disks (SSD) mit Flash-NAND-Technik in die Clariion CX4?

Kotro: Wir bieten unseren Kunden damit für bestimmte Anwendungen eine neue, schnellere Speicherebene. Bislang gibt es hier als Alternative nur sehr teure RAM-SSDs oder Fibre-Channel-Festplatten. Der Einsatz von mehreren FC-Disk, die als Stripe-Set auch hohe I/O-Raten liefern könnten, verschwendet jedoch viel Speicherkapazität. Denken Sie einmal an Datenbank-Logfiles, die hohe Performance, aber meist nur einige zig Gigabyte Speicherplatz benötigen.

Lässt sich diese Technik nicht besser in einem eigenen Speichersystem verwenden. Dann könnte sich der Anwender frei entscheiden?

Kotro: Der Anwender kann sich frei entscheiden. Es bleibt ihm überlassen, ob er weiterhin mit Festplatten arbeitet oder einen Teil der Drives durch SSDs ersetzt. Alles funktioniert wie bisher. Bei einem externen Modul bräuchte man ein weiteres Speichermanagement. Nach der Symmetrix führen wir das nun auch in die Clariion ein.

SSDs gelten als schreibfaul. Trifft das auch auf die von ihnen gewählten Bausteine zu?

Kotro: Ich bin zwar kein Halbleiterexperte. Ich kann Ihnen aber versichern, dass wir es hier nicht mit den in Consumer-Festplatten verbauten Komponenten zu tun haben. EMC verwendet einzig Single Level Cells (SLC) und nicht die Multi Level Cells (MLC). Das ist natürlich nicht alles. Unser Lieferant STec integriert in das Laufwerk selbst einen Cache, der die Schreibzugriffe optimiert. Das heißt, hier werden Daten gesammelt und dann in einem großen, aber kurzen „Aufwasch“ auf die Flash-Zellen geschrieben.

weiter mit Gebrauchte Speicherzellen, I/O-Raten und Einsatzgebiete

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