06.07.2009 | Redakteur: Ira Zahorsky
Dem Branchenverband Bitkom zufolge trifft die Wirtschaftskrise den deutschen ITK-Markt nicht so stark wie andere Branchen. Die Experten erwarten bereits für das kommende Jahr eine Erholung.
Für das laufende Jahr sieht der Branchenverband Bitkom für Deutschland einen Umsatzrückgang im ITK-Bereich um 2,5 Prozent auf 141 Milliarden Euro. Die Informationstechnik mit Hard- und Software sowie IT-Dienstleistungen schrumpft dabei um 2,2 Prozent auf 64,7 Milliarden Euro, der Umsatz im TK-Bereich muss ein Minus von zwei Prozent auf 64,5 Milliarden Euro hinnehmen. Die digitale Unterhaltungselektronik sinkt um 6,5 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro.
Gründe für die Umsatzrückgänge sind die Kaufzurückhaltung bei Geschäftskunden, EU-Vorgaben und die fallenden Produktpreise. „Privatkunden zeigen bislang kaum Kaufzurückhaltung infolge der Krise“, so Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. „Sensibler auf den konjunkturellen Abschwung reagieren Geschäftskunden. Insbesondere Unternehmen, die selbst stark von der Krise betroffen sind, verschieben IT-Investitionen. Den Mobilfunkanbietern dagegen macht weniger die Wirtschaftskrise, sondern die Brüsseler Regulierungswut zu schaffen.“
Doch bereits im nächsten Jahr soll sich das ITK-Segment leicht erholen. Die Experten erwarten einen Umsatzanstieg um 0,3 Prozent auf 141,4 Milliarden Euro. „Die Wirtschaftskrise geht an der deutschen Hightech-Industrie nicht spurlos vorbei, trifft sie aber nicht so stark wie viele andere Branchen“, so Scheer. Voraussetzung dafür sei aber laut Scheer die Rückkehr zu einer soliden Haushalts- und Wirtschaftspolitik: „Den Weg aus der Krise schaffen wir nur durch neue Geschäftsmodelle, Produkte und Organisationsstrukturen. Hier sind Unternehmertum und Managementfähigkeiten gefragt – und keine populistischen Staatshilfen“, mahnt der Bitkom-Präsident an.
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