21.07.2011 | Autor / Redakteur: Rudi Kulzer / Nico Litzel
Die IBM hat im Rahmen ihrer „Smart-Computing“-Strategie wichtige Neuerungen und Produkte für die Speicherung großer Datenmengen vorgestellt. Neben einem kleineren Mainframe-Server (z114) und der dritten Generation des XIV Storage System hat Big Blue eine Reihe von Verbesserungen bei den Tapes angekündigt.
Können Speicher mit der raschen Zunahme der Datenbestände in den Unternehmen Schritt halten? Diese im Fachjargon mit „Big Data“ apostrophierte Frage beschäftigt alle Verantwortlichen der IT-Branche. Moderne Datenspeicher müssen in der Lage sein, die enormen und stetig weiter wachsenden Datenmengen effizient zu verarbeiten, zu analysieren und zu speichern. Schließlich führen ineffiziente Speicherlösungen zu erheblichen Problemen bei der Anwendungsleistung. Das wiederum resultiert in zu geringerer Produktivität, sinkender Kundenzufriedenheit und Umsatzverlusten.
Auf das exorbitante Datenwachstum versucht IBM schon seit 2008, mit seinem aus einer Übernahme stammenden XIV Storage System eine überzeugende Antwort zu geben. Das High-End-Plattenspeichersystem mit einer virtualisierten Grid-Architektur ist darauf ausgelegt, Höchstleistung, Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Funktionalität mit einfacher Handhabung und geringen Gesamtkosten zu verbinden.
XIV stammt von dem israelischen IT-Pionier Moshe Yanai, der sich mit der Erfindung des Systems mit seiner speziellen Grid-Architektur einen Namen gemacht hat. Yanai beschäftigte sich schon seit den 1970er-Jahren mit IBM-kompatiblen Mainframe-Speichern. 1987 kam er zu EMC und leitete bis kurz vor dem Verlassen des Unternehmens im Jahr 2001 die Entwicklung des in der Branche bekannten Speichersystems Symmetrix.
Später gründete er das israelische Storage-Startup XIV. Die römische Ziffer steht für 14, der Kompanie Yanais, in der er in der israelischen Armee diente. Das Speichersystem wird jedoch „EX-EI-WIE“ ausgesprochen. Im Januar 2008 wurde das Startup von der IBM übernommen. 2010 verließ Yanai Big Blue, dem Vernehmen nach kam es zu Auseinandersetzungen über die künftigen Möglichkeiten der XIV-Produkte.
Technisch basierte Yanais Plattenspeicher-System XIV auf einer hoch skalierbaren, leistungsstarken Grid-Idee (Grid = Raster) und damit auf neuen Wegen. Es arbeitet mit einem parallelen Konzept für Controller, Switches und Laufwerke. Ähnlich wie beim Grid Computing werden die Daten stets über alle verfügbaren Controller, Verbindungen und Laufwerke gleichmäßig verteilt, Hotspots werden bei dieser Architektur vermieden und alle Controller, Verbindungen, Platten gleichmäßig ausgelastet. Auch bei Konfigurationsänderungen, Erweiterungen und dem Ausfall einzelner Komponenten wird selbstständig, ohne Eingriffe eines Administrators, nach dem Grid-Prinzip der optimale – gleichmäßig verteilte – Zustand wiederhergestellt.
Die Sicherungsfunktionen Thin Provisioning, Snapshots und Metro Mirror sind nach Angaben von IBM bereits in der Standardausstattung im Lieferumfang enthalten. Thin-Provisioning kann einzelnen Rechnern mehr Speicherplatz zuordnen, als tatsächlich zur Verfügung steht. Damit lassen sich deutliche Einsparungen erzielen. Experten rechnen mit durchschnittlich 20 bis 50 Prozent Einsparpotenzial. Sicherheits-Snapshots seien in quasi beliebiger Anzahl und ohne Verzögerung möglich. Eine Metro-Mirror-Funktion, mit der man Daten zwischen zwei Standorten spiegeln kann, ist nach Angaben von IBM selbstverständlich.
Bei den Speichersystemen wurden folgende neue Produkte angekündigt:
Die dritte Generation wurde für eine noch höhere Performance und zukünftiges Wachstum weiterentwickelt und mit neuen, modernen Komponenten ausgestattet. Das sind im Einzelnen:
Das neue XIV Storage System soll nach den Plänen von IBM bei niedrigen Gesamtbetriebskosten (die über 60 Prozent unter dem Vorgängermodell liegen) nun noch schneller und einfacher sein. Das Ziel ist eine bis zu viermal höhere Leistung bei der Verringerung der Sicherungsspeicherdauer und eine Steigerung der Leistung für Anwendungen wie Business Intelligence (BI), Archivierung und andere sequenzielle Jobs sowie eine bis zu dreimal höhere Leistung für eine schnellere Reaktion bei Cache-freundlichen Workloads. Administrator sollen produktiver sein, indem sie mehrere XIV-Storage-Systeme von einer Konsole aus verwalten können. Das System eignet sich gut in der Kombination mit den zEnterprise-Systemen.
Bei den Systemen für Bandspeicherung gab es folgende Ankündigungen:
Neu beim Monitoring ist die Crossroads ReadVerify Appliance (RVA). Sie ermöglicht eine proaktive Methode für Monitoring, Validierung und Reporting bei Performance, Ausnutzungsgrad und Gesundheit der Tape Libraries TS3500 und TS3100. Dies gestattet proaktives Management und Korrekturmaßnahmen, bevor ein Fehler auftritt und reduziert das Risiko von Data-Recovery-Fehlern.
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