Funktion und Nutzen der Microsoft-Applikationsvirtualisierung

App-V bringt Anwendungen schneller zum Benutzer

10.02.2009 | Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Andreas Donner

Die Applikationsvirtualisierung legt eine Emulationsschicht zwischen das Betriebssystem und die darauf befindlichen virtualisierten Anwendungen.

Virtualisierung ist längst nicht mehr auf Server beschränkt, sondern wird in unterschiedlichen Facetten angeboten. Mit der Virtualisierung von Applikationen öffnet sich eine weitere Spielart. Was Microsoft in diesem Bereich mit App-V möglich macht, hat sich SearchNetworking genauer angesehen.

Die Applikations-Virtualisierung zielt in erster Linie auf Client-Desktops und die dort ausgeführten Anwendungen. Dabei wird, anders als bei der Server-Virtualisierung, nicht ein Rechnersystem, sondern die Ausführumgebung für eine Applikation, also eigentlich ein Betriebssystem, virtuell nachgebildet.

Als Ausführumgebung für eine App-V-Applikation fungiert ein Windows-Betriebssystem. Im Gegensatz zu den lokal installierten Anwendungen, die im Voraus auf den Clientdesktops eingerichtet werden, erhält der Benutzer bei den virtualisierten Anwendungen lediglich eine Verknüpfung auf seinen Desktop eingeblendet.

Diese Verknüpfung kann als Link auf dem Desktop oder auch im Startmenü des Benutzerarbeitsplatzes eingetragen werden. Beim Klicken auf diesen Link wird die virtualisierte Applikation von einem zentralen Server oder anderen Speichermedien, auf das der Client Zugriff hat, geladen und dann auf dem Benutzerrechner ausgeführt.

Streaming von Anwendungen

Das Laden der Applikation vom zentralen Speicherplatz wird häufig auch als „Streaming“ bezeichnet. Um diese Ladezeit zu verkürzen, erlaubt App-V auch die Definition von Untermengen, den Features-Sets. Ein Feature-Set umfasst alle Codemodule, die für einen definierten Funktionsbereich benötigt werden. Dies könnte für ein Textsystem zum Beispiel die Druckaufbereitung und der Druck sein. Weitere Codemodule lassen sich aber auch im Hintergrund nachladen.

Alle Features-Sets zusammen ergeben dann die vollständige Anwendung. Da kaum ein Benutzer beim Start einer Anwendung immer alle Funktionen benötigt, wird durch diesen Trick immer nur das geladen, was der Benutzer tatsächlich verwendet.

Eine einmal gestartete Anwendung kann auf dem Benutzerdesktop zwischengespeichert werden. Dies verhindert, dass die Anwendung bei jedem Start neu vom zentralen Server geladen wird. Alle nachfolgenden Starts der Anwendung bedienen sich dann aus dem Puffer.

Hierbei gibt es allerdings Ausnahmen. Sind neue Versionen der Anwendung vorhanden, so müssen diese natürlich vom zentralen Server geladen werden. Dazu prüft der Clientdesktop beim Start einer Applikation, ob sich hier Änderungen ergeben haben und lädt diese dann ggfs. nach.

weiter mit: Ausführung in separatem Bereich

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