Virtualisierung und konsolidierte Server erzeugen hohen Bandbreitenbedarf

Neue Standards bringen bessere Leistung in bestehende Netze

01.08.2008 | Redakteur: Ulrich Roderer

„Der FCoE-Standard, der auf CEE aufsetzt, wird wohl im Sommer dieses Jahres finalisiert.“ Heiko Schrader, Regional Sales Manager Deutschland und Schweiz bei Brocade

Die Transformation des Rechenzentrums wird durch zwei wesentliche Faktoren getragen: der Einsatz von Virtualisierung und die Konvergenz von Daten und Speichernetzen zu einer Data Center Fabric.

Wichtige Aspekte bei der Transformation von Rechenzentren sind steigende Bandbreitenanforderungen und das dazu nötige Management. TechTarget Magazin sprach mit Heiko Schrader, Regional Sales Manager Deutschland und Schweiz bei Brocade.

Brocade hat mit dem kürzlich herausgebrachten DCX-Backbone eine neue Leistungsklasse vorgestellt. Warum ist man bei Brocade überzeugt, dass Kunden diese enorme Kapazität im Rechenzentrum benötigen?

Heiko Schrader: Sicher gibt es momentan nur sehr ausgewählte Kunden, die den Backbone einsetzen werden. Doch die Virtualisierung wird den Bedarf an sehr hohen Kapazitäten verändern. Bisher sind beispielsweise nur 15 Prozent der Server im SAN angeschlossen, und wir erwarten, dass sich das durch Virtualisierung ändern wird. Während normale Server heute selten die 1-Gbit-Kapazität nutzen, verlangen konsolidierte Server, auf denen durchschnittlich zwanzig oder mehr Server laufen, ganz andere I/O-Kapazitäten. Zum ersten Mal wird also der Server die Forderung nach Bandbreite vorantreiben.

Benötigen Rechenzentren dann nicht in der gesamten Infrastruktur angepasste I/O-Konzepte?

Ja. Das beginnt beim Bandbreitenmanagement konsolidierter Server. Dort muss die Möglichkeit bestehen, jeder virtuellen Serverinstanz Ressourcen nach Bedarf zuweisen zu können. Aber die so generierten Daten müssen auch entsprechend im SAN gespeichert werden können. Bisher ist ein Bandbreitenmanagement nur von Switch zu Switch möglich. Wir entwickeln gerade einen eigenen 8 Gbit HBA, der ein End-to-End-Management ermöglichen wird. Auch Disaster-Recovery-Strategien, die Virtualisierung nutzen, benötigen höhere Bandbreiten zwischen den Spiegel-Sites.

Der Bandbreitenbedarf und die Konvergenz von Storage und Datenkommunikation manifestiert sich auch in der Entwicklung der Protokolle. Derzeit sind Fibre Channel over Ethernet bzw. Consolidated Enhanced Ethernet (CEE) in der Entwicklung. Wie schätzen Sie den Erfolg dieser Protokolle ein?

Der FCoE-Standard, der auf CEE aufsetzt, wird wohl im Sommer dieses Jahres finalisiert. Er wird einen deutlichen Mehrwert für die Server bringen. Allerdings wird FC auch weiterhin eine wesentliche Rolle in den Speichernetzwerken spielen, u.a. weil viele Rechenzentren in den vergangenen Jahren hier erhebliche Investitionen getätigt haben. Mit dem neue Backbone verfolgen wir das Ziel, die Umsetzung aller Protokolle in einem Chassis anzubieten.

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