28.06.2010 | Redakteur: Ulrich Roderer
Mit den neuen Ankündigungen zu seiner Converged Infrastructure verschärft HP den Wettbewerb zu Ciscos Unified Computing System. Einige Kunden wollen sich aber nicht einem Hersteller alleine ausliefern.
Die IT-Infrastruktur wächst immer mehr zusammen und Hersteller prägend derzeit die Schlagworte wie dynamischen Infrastruktur, Converged Infrastructure oder Unified Computing System dafür. Allen gemeinsam ist die Integration von Server, Netzwerk und Speicher in komplette Systeme, so dass sich der Betrieb im Rechenzentrum vereinfacht und der Stromverbrauch reduziert wird.
Doch die Kehrseite dieser Komplettsysteme liegt für Kunden darin, dass sie auf lange Sicht ihre favorisierten Server und Netzwerkhersteller fallen lassen müssen und für die Einfachheit auf den Einsatz von klassenbesten Produkten in jeder Disziplin verzichten müssen.
Hewlett-Packard hat jetzt seine Converged Infrastructure überarbeitet und mehrere Neuheiten vorgestellt, darunter Rack- und Bladeserver und ein virtualisiertes Netzwerkmodul das iSCSI, Fibre Channel und Ethernet unterstützt.
HP und Cisco sagen beide, das seine konvergierte Infrastruktur im Rechenzentrum die Zukunft gehört. Spricht man aber mit HP-Kunden, so scheint diese Zukunft in weiter Ferne zu liegen, vor allem für diejenigen, die HP BladeSystem Server und Virtual Connect einsetzten. Virtual Connect ist eine proprietäre Netzwerkvirtualisierungstechnologie von HP, die I/O Virtualisierung sowohl für Netzwerke als auch Speichernetzwerke ermöglicht.
Der neue 24-Port Virtual Connect FlexFabric von HPist jetzt Standard in den neuen ProLiant G7 Serverblades und gleichzeitig ein zentrales Architekturmodul. HP spricht davon bereits mehr als drei Millionen Virtual Connect-Ports ausgeliefert zu haben. Doch diese Virtualisierung hat ihre Kosten: Dan Morris, ein Senior Systems Engineer bei WhiteWater West Industries sagt, dass das neue Produkt zwar gute Leistungsmerkmale böte wie die Bandbreitenbegrenzung für Anwendungen und einfaches Verschieben. „Aber das Modul ist teuer und wir benötigen viele andere Dinge zuerst, bevor wir 8.000 Dollar für dieses Modul ausgeben.“
Andere Kunden haben Virtual Connect getestet und nach ernsthaften Problemen die Technologie wieder entfernt. „Wir hatten immer wieder mit Bugs und seltsamen Verhalten zu tun“, sagt Stuart Radnidge, ein Virtualization Architect bei einem weltweiten Finanzdienstleister und Blogger auf vinternals.com. nach einem größeren Produktionsausfall vor 18 Monaten ersetzte das Unternehmen Virtual Connect mit einer traditionellen Kombination aus Cisco Catalyst Blade 3120 und MDS 9124 Ethernet und Fibre Channel Switches.
Doch jenseits von Bugs leidet VirtualConnect nach Radnidge Meinung unter einem größeren Problem. „All die unterschiedliche Firmware im Stack muss für den reibungslosen Support vollständig übereinstimmen.“ Dazu gehört Firmware für die Blades, das Chassis, das Out-of-Band-Management und Virtual Connect. „Das macht den Betrieb ziemlich komplex.”
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