18.01.12 | Autor / Redakteur: SearchStorage.com (Übersetzung: Nico Litzel) / Nico Litzel

Dieser Artikel erklärt, was eine LUN (Logical Unit Number) ist, und welche Rolle LUNs in der SAN-Technik spielen.
Festplatten sind die Basis der Datenspeicherung. Allerdings können die Betriebssysteme die physischen Disk-Speicher nicht direkt ansprechen. Die Platten, Schreib-Leseköpfe, Spuren und Sektoren einer physischen Festplatte müssen zunächst in einen logischen Raum übersetzt werden. Diesen sieht das Betriebssystem als linearen Adressraum an, der aus Blöcken mit einer festen Größe besteht. Diese Übersetzung schafft eine logische Einheit, über die die Betriebssysteme die Dateien lesen und schreiben können.
Auch in Speichernetzwerken müssen physische Disks zunächst in logische Einheiten unterteilt werden, sodass die Host-Server auf die SAN-Speicher (Storage Area Network) dann zugreifen können. Jeder logische Abschnitt wird als Logical Unit Number, kurz LUN, bezeichnet.
Eine LUN ist eine logische Einheit, die physische Disk-Rohkapazität als logischen Speicherplatz darstellt, auf den das Betriebssystem eines Host-Server dann zugreifen und diesen verwenden kann. Jeder Computernutzer kennt den logischen Laufwerksbuchstaben, in den sich eine Festplatte zerlegen lässt. Beispielsweise kann ein Rechner vom Laufwerk C: aus booten und auf einem anderen Laufwerk, etwa D:, auf Dateien zugreifen.
LUNs übernehmen die gleiche grundlegende Aufgabe. „LUNs helfen dabei, zwischen verschiedenen Blöcken auf der Festplatte zu unterscheiden“, erklärt Dan Mack, Principal Consultant beim IT-Beratungsunternehmen GlassHouse Technologies. „Eine LUN ist ein Bestandteil der Adresse eines Speichers, den man einem Host-Server zur Verfügung stellt.“
Ein grundlegender Bestandteil des Speicherprovisionierungs-Prozesses ist es, die LUNs mithilfe von Software-Tools zu erstellen. Diese Tools sind für gewöhnlich im Lieferumfang der Speicherplattform enthalten. Das Verhältnis zwischen Festplatten und LUNs liegt allerdings nicht bei eins zu eins, denn eine einzelne Festplatte kann leicht in mehrere LUNs aufgeteilt werden.
So lässt sich beispielsweise eine 500-Gigabyte-Disk in eine LUN mit 200 Gigabyte und in eine weitere mit 300 Gigabyte aufteilen. Beide treten gegenüber dem Host-Server jeweils als eigenständige Disks auf. Umgekehrt können Speicheradmins auch sogenannte Logical Volume Manager Software verwenden, um mehrere LUNs zu einem größeren Laufwerk zusammenzufassen.
Ein Beispiel für diese Art von Software ist der Veritas Volume Manager von Symantec. In der Praxis werden derzeit zuerst mehrere Disks für eine höhere Kapazität und eine bessere Redundanz in einer RAID-Gruppe zusammengefasst (beispielsweise RAID-50). Im Anschluss daran wird dann die RAID-Gruppe in mehrere LUNs unterteilt.
LUNs werden häufig als logische „Volumes“ bezeichnet. Das liegt daran, dass traditionelle Laufwerksbuchstaben wie Laufwerk C: oder Laufwerk F: verwendet werden, wie sie auch auf einem Computer zu finden sind. Allerdings warnen einige Experten davor, beide Begriffe zu miteinander zu vermischen und weisen darauf hin, dass der Begriff „Volume“ oft gebraucht wird, um ein größeres Volume zu bezeichnen, wenn man mithilfe von Volume Manager Software mehrere LUNs zusammenfasst. In diesem Zusammenhang kann ein Volume aus mehreren LUNs bestehen und das kann die Speicherzuweisung erschweren. „Das ,Volume' ist ein Teil der Volume-Gruppe und die Volume-Gruppe setzt sich aus mehreren LUNs zusammen“, verdeutlicht Mack.
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