Überblick Dateiserver

Grundlagen aktueller NAS-Installationen

29.11.2006 | Autor / Redakteur: Stephen J. Bigelow / Bernd Schöne

NAS für den Serverraum. Quelle: Hitachi Data Systems

NAS-Devices bieten gegenüber intern installiertem Speicher wesentliche Vorteile. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die wichtigsten Aspekte moderner Produkte.

Network Attached Storage (NAS) ist eine Klasse dedizierter Speichergeräte auf Basis handelsüblicher PC-Festplatten. An die Stelle der Platten in einem Server treten dabei zusätzliche externe Disk-Laufwerke, die über die Standard-Netzwerkverbindung ins LAN eingebettet sind.

Zu diesem Zweck erhält jedes NAS-Gerät (auch „Filer“ genannt) eine eigene IP-Adresse, wird per Ethernetkabel angeschlossen und gehört dann als eigenständiges Netzwerkgerät dazu. NAS-Filer lassen sich auch in ein Storage Area Network (SAN) integrieren. Obwohl die meisten Geräte IP nutzen, beherrschen sie noch weitere Netzwerkprotokolle wie Novells IPX oder Microsofts Netbeui.

Außerdem unterstützen sie populäre Dateisysteme wie NFS von Sun Microsystems oder das aus der Windows-Welt bekannte CIFS. Die Unterstützung weiterer Protokolle sorgt dafür, dass NAS-Geräte über eine Vielzahl unterschiedlicher Netzwerke „ansprechbar“ sind.

Grundausstattung

NAS-Devices bieten einige wesentliche Vorteile. Da sich der Speicher nicht mehr in einem Server befindet, sondern „herausgelöst“ wurde, hängt die maximal mögliche Storage-Kapazität nicht länger von der Zahl der Festplatten ab, die im Server-Gehäuse Platz finden.

Stattdessen enthalten NAS-Filer eine Vielzahl von Laufwerken (meist genug für einen RAID-Verbund). Um den Speicherplatz weiter zu vermehren, hängt man einfach weitere Geräte ins Netz ein. Darüber hinaus entlastet dieses Vorgehen den Serverprozessor von Speicheraufgaben, wodurch sich die Performance der darauf laufenden Anwendungen häufig stark verbessert. NAS-Systeme verfügen zudem über ein eigenes RAM. Die Größe dieses Arbeitsspeichers schwankt zwischen 128 Megabyte (MByte) bei kleinen Systemen und erreicht in der Enterprise-Klasse vier GByte.

NAS-Geräte werden typischerweise mit einem eigenen Betriebssystem ausgeliefert und mit Hilfe integrierter Programme konfiguriert und gesteuert, die unter jedem Standardbrowser laufen. Auf diese Weise können Administratoren jederzeit von allen Workstations im LAN Statusinformationen abrufen, Übertragungsprobleme erkennen und notwendige Änderungen an der Konfiguration vornehmen.

Namensgeber

Benannt werden NAS-Systeme gewöhnlich anhand des unterstützten Laufwerkstyps, der Zahl der eingebauten Festplatten und ihrer Gesamtkapazität bzw. Ausbaufähigkeit. Zu den gängigsten Laufwerkstypen zählen FC- und SCSI-Festplatten; in jüngster Zeit sind jedoch Serial-ATA-Platten auf dem Vormarsch, da sie für einen geringen Preis viel Speicherplatz bieten. NAS-Systeme für Arbeitsgruppen oder einzelne Abteilungen bieten gewöhnlich eine Kapazität von 1 bis 2 TByte, manchmal mehr.

Einfache Filer enthalten in der Regel vier bis sechs Festplatten, abhängig vom Modell und der gewählten Konfiguration. Einige binden zudem weitere Festplatten-Racks ein und erweitern ihre Kapazität auf diese Weise bis auf 30 TByte. High-End-Systeme erreichen sogar über 100 TByte.

Zwecks schnelleren Datentransfers unterstützen viele Geräte Gigabit Ethernet (GigE); manche Lösungen bringen sogar Dual GigE mit, was eine redundante Netzwerkverbindung gewährleistet und somit Verlusten bei der Übertragung vorbeugt.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)



Spamschutz 

Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe (Addition) ein:
Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2001228)