02.08.2007 | Autor / Redakteur: Stephen J. Bigelow / Nico Litzel
Es ist heute kein Problem, ein als teuer geltendes Fibre-Channel-SAN für unter 10.000 US-Dollar aufzubauen – umgekehrt kann man eine Million in ein iSCSI-SAN investieren. Bevor man investiert, sollte man über die jeweiligen Stärken und Schwächen gut Bescheid wissen.
Traditionell basieren Storage Area Networks (SAN) auf dem Fibre-Channel-Protokoll. Dessen physikalischer Aufbau und die Signalübertragung sind detailliert in den Standards ANSI X3.230-1994 sowie ISO 14165-1 beschrieben.
Vereinfacht ausgedrückt, verwendet das Fibre-Channel-Protokoll Glasfaser, koaxiale und Twisted-Pair-Kupferkabel, um Daten im SAN mit ein, zwei, vier und seit kurzem auch acht Gigabit pro Sekunde zu übertragen.
Fibre Channel (FC) kann Punkt-zu-Punkt-Verbindungen aufbauen, aber auch im Switched- und Loop-Modus arbeiten. Das FC-Protokoll arbeitet anders als TCP/IP ohne „Quittungen“ und ist dadurch für hohe Durchsatzraten prädestiniert.
Allerdings ist FC immer wieder in die Kritik geraten, da es teuer und komplex ist. Beispielsweise braucht man eine spezielle HBA-Karte für jeden einzelnen Server. Jeder HBA muss dann mit einem entsprechenden Port auf einem SAN-Switch verbunden werden, so entsteht die SAN-„Fabric“.
Jede Kombination von HBA und Switch-Port kann ein Unternehmen Tausende US-Dollar kosten. Auch die Verwaltung im FC-SAN treibt die Kosten. So müssen beispielsweise logische Festplatten (LUNs) maskiert werden, damit nur die spezielle Anwendergruppe auf ihre Daten zugreifen kann. Diese Konfigurationsschritte verkomplizieren FC-SANs.
Die hohen Kosten und die Komplexität haben kleine Unternehmen bislang davon abgehalten, Storage Area Networks einzusetzen. Das hat sich mit dem Aufkommen von IP- oder Storage-over-IP-SANs (SoIP) geändert, die auf dem im Jahre 2003 ratifizierten iSCSI-Protokoll basieren. Im Unterschied zum FC-SAN spricht man hier vom IP-SAN.
Die Idee, Speicherdaten über ein IP-Netzwerk zu versenden, ist nicht neu: Die Protokolle FCIP und iFCP spezifizieren, wie Fibre-Channel-Daten über IP-Netzwerke übertragen werden. iSCSI ist allerdings das erste Protokoll, dass es erlaubt, native SCSI-Befehle über IP vom Client zum Speicher (End-to-End) zu übertragen.
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