Tipps für konvergente Netze

SAN und NAS wachsen zusammen

13.11.2007 | Autor / Redakteur: Stephen J. Bigelow / Nico Litzel

Immer mehr Firmen legen SAN und NAS zusammen, um so die jeweiligen Vorteile zu bündeln.

Storage Area Networks (SANs) und Network Attached Storage (NAS) unterscheiden sich grundlegend. Ein SAN stellt transaktionsorientierten Applikationen einen Speicher auf Blockebene zur Verfügung, ein NAS ermöglicht Anwendern einen gemeinsamen Dateizugriff. Bislang wurden SAN und NAS nebeneinander eingesetzt – doch immer mehr Firmen verbinden ihre Speichernetze, um die jeweiligen Vorteile gezielt zu bündeln. Das ist allerdings nicht immer sinnvoll.

Immer mehr kleinere Firmen, die sich bislang nur für NAS interessiert haben, erkennen, dass sie vom Einsatz eines SAN profitieren können. Größere Firmen setzen schon seit längerem NAS und SAN parallel ein, um so ihre Speicherbedürfnisse individuell anpassen und abstufen zu können. Folgende Tipps sollten beachtet werden, wenn die beiden Speichernetzwerke zusammengelegt werden.

Tipp 1: Umfang, Bedarf und Konvergenz abschätzen

Sich für oder gegen die Integration von SAN und NAS zu entscheiden, sollte vom Bedarf vor Ort und von verschiedenen Zielsetzungen abhängen. Eine gut ausgebaute SAN-Umgebung, die man um nur relativ einfache NAS-Funktionen aufrüsten möchte, wird von einem Filer profitieren, der über ein Gateway mit dem SAN verbunden ist. Umgekehrt ist das nicht zwangsläufig so: In einer „starken“ NAS-Umgebung, in der nur wenige SAN-Funktionen benötigt werden, könnte es besser sein, das Storage Area Network komplett wegzulassen.

Denn Anwendungen, wie beispielsweise Exchange oder Oracle-Datenbankmanagementsysteme, laufen prinzipiell auch auf NAS-Systemen – wenn man einige Vorkehrungen trifft. Wenn das Verhältnis von NAS zu SAN sich etwa die Waage hält, sollten Administratoren sich allerdings nicht scheuen, zwei separate Infrastrukturen beizubehalten oder den Grad der Integration stark einzuschränken.

Tipp 2: Auf Unified-Storage-Systeme achten

In der Speicherindustrie gibt es den Trend, Speichersysteme anzubieten, die sowohl Daten auf Datei- als auch auf Blockebene verarbeiten können. Diese Speichersysteme, bekannt unter den Bezeichnungen „Multiprotokoll-Storage“ oder „Unified-Storage“, ermöglichen es Anwendungen, mithilfe von Dateisystemen Daten zu speichern und gleichzeitig Blockdaten zu verarbeiten.

NAS-Gateways werden zumeist eingesetzt, um bestehende SAN- und NAS-Umgebungen miteinander zu verbinden. Unified-Storage-Systemen sind dagegen vorzuziehen, wenn neue IT-Infrastrukturen aufgebaut werden, Rechenzentren verbunden werden sollen oder neue Systeme angeschafft werden.

Tipp 3: Stellen Sie sicher, dass Management-Tools mit gemischten Umgebungen zurechtkommen

Eine SAN-NAS-Integration sollte auch immer mit einer Bestandsaufnahme der Verwaltungswerkzeuge einhergehen. Administratoren sollten überprüfen, ob die Tools Verwaltungsaufgaben in gemischten Umgebungen, etwa Ressourcenaufteilung und Datenmigration, auch leisten können. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Verwaltung zu vereinfachen, indem man die Anzahl der eingesetzten Tools reduziert.

Wichtig ist, die einzelnen Verwaltungswerkzeuge vorher zu testen. „Wir erkennen, dass immer mehr Unified-Storage-Systeme angeboten werden“, erklärt Greg Schulz, Gründer und Senior Analyst der Storage I/O Group. „Wenn man allerdings Blockdaten über ein NAS-Gerät fährt, tauscht man die neu gewonnenen Verwaltungsfunktionen gegen einen Performance-Verlust ein.“

Tipp 4: Entscheiden Sie sich für Speichersysteme, die Ausfallzeiten minimieren

Moderne Systeme verhalten sich im Vergleich zu älteren Systemen toleranter bei Konfigurationsänderungen und Erweiterungen, aber Unterbrechungen im Betrieb können nach wie vor auftreten. Wenn man ein NAS mit einem SAN zusammenlegen möchte, sollte man die Auswirkungen auf die Performance und die Verfügbarkeit abschätzen. Im Idealfall kommt es bei der Umgruppierung oder beim Hinzufügen von Speicher zu keiner Betriebsunterbrechung, aber das hängt letzen Endes von der Infrastruktur und den Anforderungen der Applikationen ab. Wenn die Auswirkungen der Änderungen erst mal verstanden wurden, so kann man anschließend interne Verfahren ändern und so den Prozess optimieren.

Tipp 5: Stellen Sie sicher, dass wichtige Funktionen laufen und zusammenarbeiten

Wenn man zwei verschiedene Speicherplattformen zusammenlegt, so ist nicht sichergestellt, dass ähnliche Funktionen zusammenarbeiten oder eine Funktion auf dem einen System auch auf einem anderen läuft. Beispielsweise kann eine SAN-Umgebung abgestufte Speicherarchitekturen unterstützen, eine NAS-Umgebung hingegen nicht. Stellen Sie daher sicher, dass wichtige Funktionen verfügbar sind und auch weiterhin miteinander arbeiten.

Tipp 6: Halten Sie nach neuen NAS-Gateways Ausschau

Ältere NAS-Gateways gewährleisten keine Hochverfügbarkeit und erlauben keinen signifikanten Kapazitätsausbau, da sie eng an die zu verarbeiteten Daten gekoppelt wurden. Das hat bislang verhindert, dass mehrere Gateways innerhalb eines Speicherpools auf die gleichen Daten zugreifen können. Clustering und Metadaten-Server konnten dieses Problem beheben und erlauben so, zeitgleich auf Dateien zuzugreifen. Allerdings hat das die Komplexität und die Kosten der Gateways erhöht.

Verwenden Sie NAS-Gateways, die gleichzeitig auf Dateien zugreifen können. Das ermöglicht Load Balancing und erhöht die Performance sowie die Failover-Möglichkeiten – zwei wichtige Funktionen im Enterprise-Umfeld, wenn man mehrere NAS-Heads einsetzt. Entscheiden Sie sich ebenfalls für NAS-Heads, die erweiterte Dateisysteme im SAN unterstützen, indem sie das NAS-Dateisystem in den SAN-Volume-Manager integrieren. Anderenfalls bleibt das NAS eine logische „Insel“, auch wenn man es physisch mit dem SAN verknüpft.

Tipp 7: Achten Sie auf die Datensicherung

Ältere NAS-Gateways unterstützen keine moderneren Datensicherungsfunktionen, wie etwa Snapshots oder Dateireplikation im SAN. Halten Sie daher nach NAS-Heads Ausschau, die bereits ab Werk über Datensicherungs-Funktionen verfügen und die auch im SAN funktionieren. Diese Funktionen stellen Software-Tools zur Verfügung.

Beispielsweise unterstützen Celerra-NAS-Gateways von EMC Standard-Backup-Software wie EMC Networker, Netbackup von Symantec, Galaxy von Commvault, Data Protector von Hewlett-Packard, Atempos Time Navigator oder den Tivoli Storage Manager von IBM. Die Celerra-Gateways werden auch mit Backup-Tools wie dem Celerra File Mover zur Archivierung oder dem Celerra Replicator zur Dateireplikation ausgeliefert.

Tipp 8: Achten Sie auf File Services im Gateway

Intelligente Richtlinien, wie man sie von Storage-Resource-Management-Lösungen kennt, finden nach und nach auch in NAS-Gateways Einzug. Sie arbeiten mit Regelsätzen, die auf Metadaten wie Datum, Speicherort, Anwendergruppe und Zugriffshäufigkeit basieren. Diese Informationen ermöglichen es, Daten zum richtigen Ort im SAN zu transportieren, sie später zu migrieren, zu replizieren und später ein Backup vorzunehmen.

Experten schlagen vor, diese Funktionen in SRM-Tools zu integrieren. um so im gesamten Unternehmen Speicherkapazität zuweisen zu können, die Kapazitätsplanung zu verbessern und das Backup zu vereinfachen. Ein SAN-NAS-System könnte so beispielsweise alte Dateien automatisiert im Hintergrund auf ein Nearline-System verschieben, ein Prozess, der bislang noch manuell angestoßen werden muss.

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