14.01.2008 | Autor / Redakteur: Beth Pariseau, Dave Raffo / Nico Litzel
Bei keinem anderen Storage-Hersteller gab es im vergangenen Jahr so große Veränderungen wie bei Sun Microsystems. Eine der bedeutendsten war die Neuorganisation der Storage-Produkte innerhalb der Sun Systems Group, die vom geschäftsführenden Vizepräsidenten John Fowler geleitet wird. Dave Raffo und Beth Pariseau von unserem US-Schwesterportal SearchStorage.com haben ein Gespräch mit Fowler geführt, in dem er einen Einblick in die weit reichende Strategie von Sun gibt.
Herr Fowler, Ihr Geschäftsbereich hat viele Veränderungen seit der Übernahme von Storagetek durchgemacht. Was waren die größten Herausforderungen beim Ausbau von Sun Storage?
Fowler: Wir haben die Roadmap bei vielen Produkten verändert und versucht, diese in Einklang mit unserer Vision von Storage zu bringen. Eine der größten Herausforderung ist es jetzt aber, unsere Kunden für die neue Roadmap zu interessieren, ja zu begeistern. Sie werden dieses und kommendes Jahr eine Menge Neues bei Sun sehen. Allerdings lassen sich neue Produkte und Lösungsansätze nicht in drei Monaten entwickeln.
Fowler: Thumper ist eine optimale Lösung für Bereiche, die mit Videoüberwachung, also Massenspeicherung, zu tun haben. Wir sehen noch viel Potenzial bei diesem System. Auch alles, was mit Backup und Archivierung zu tun hat, ist ein ziemlich nahe liegendes Einsatzgebiet für Thumper.
Ein weiteres ist Technical Computing. Wir haben im September 2007 die Firma Cluster File Systems (CFS) übernommen, deren Produkte diesen skalierbaren Erweiterungsspeicher geradezu benötigen. Das waren tatsächlich auch die ersten Berührungspunkte mit CFS. Diese Lösung steckt auch hinter der Installation des Texas Advanced Computing Center und weiteren Installationen. Wir bieten also jedem, der ein Breitband-Parallel-File-System benötigt, eine passende Lösung.
Die zukünftige Entwicklung von Thumper wird in zwei Richtungen gehen: Zum einen machen wir Thumper durch neue Prozessortechnik immer leistungsfähiger, da viele Anwender sowohl eine höhere CPU-Leistung als auch größere Speicherkapazitäten wünschen als derzeit zur Verfügung stehen. Zum anderen werden wir Thumper für den Massenmarkt tauglich machen. Immer mehr Kunden brauchen auf der Server-Ebene Kapazität im einstelligen Terabytebereich.
Fowler: Wir pflegen ein langanhaltendes und enges Verhältnis zu Hitachi Data Systems. Ich gehe davon aus, dass dieses lange Bestand haben wird. Sun verfügt zudem über eine breite Kundenbasis und in dieser gibt es eine breite Palette von Anforderungen. Im Augenblick können wir mit unserem Produktportfolio noch gar nicht alle speziellen Wünsche erfüllen. Wir sehen große Geschäftschancen unterhalb des Midrange-Marktes. Das bedeutet, dass Sie in Kürze eine Reihe neuer Produkte sehen werden. Und da wir über ZFS verfügen, können wir hochperformante Disk-Arrays produzieren, die sogar ohne RAID-Technik auskommen können.
Wir haben zudem eine Menge in SAS (Serial Attached Storage, die Red.) investiert. SAS ist eine großartige Möglichkeit, die Gleichung von mehr Leistung zu geringeren Kosten nachhaltig zu verändern. Hier sind insbesondere der Einstiegs- und der Midrange-Markt sehr interessant.
Fowler: Die Wahrheit ist, dass auch große Unternehmen eine breite Palette an Produkten kaufen. Das Portfolio allein am Preis auszurichten, um im SMB-Spiel mitmischen zu können, ist nicht unsere Absicht. Und wir haben größere Kunden, die unser Midrange-System Thumper fürs Backup oder zur Überwachung einsetzen – nicht der Preis entscheidet, sondern die Funktion.
Fowler: In dieser Produktklasse verlagert sich das Kundeninteresse zu den teilweise bestückten 9000er-Modellen oder den Sun-Storagetek-Arrays 6140 und 6540.
Fowler: Nein.
Fowler: Unsere NAS-Strategie ist relativ klar. Momentan liefern wir das NAS-Produkt 5320 aus. Sun ist auch dabei, Solaris für den NAS-Einsatz zu optimieren.
Wir haben kürzlich eine vollständige Multithread-CIFS-Implementation in Open Solaris integriert, ebenso wie das Network Data Management Protokoll für verknüpfte Anwendungen. Eine weitere Funktion, die Anwender begeistert, ist die Möglichkeit, Applikationen direkt auf einer offenen Plattform laufen zu lassen. Wir wollen auch die überall sichtbaren Grenzen bei den Speicherkapazitäten abschaffen, sodass die Anwender nicht länger mit der begrenzten Skalierbarkeit selbst spezialisierter NAS-Hersteller leben müssen. Bei denen werden die Funktionen, bezogen auf die Betriebssystem-Software, immer schwammiger. Wir dagegen werden vorgefertigte NAS-Produkte anbieten. Es steht dem Kunden allerdings frei, ob er nur die Software erwirbt und eigene Systeme damit konfiguriert. Das alles werden Sie noch in diesem Jahr sehen.
Fowler: Fishworks ist ein interner Codename, der nie an die Öffentlichkeit gelangen sollte. Aber ja, Sie liegen richtig. Fishworks ist nur ein Ausschnitt von unseren aktuellen Aktivitäten.
Fowler: Wir sind Mitglied des FCoE-Komitees und arbeiten aktiv mit an diesem Standard. Momentan tut sich einiges in diesem Bereich. Leider wird derzeit gerne übersehen, dass vor allem Sun auch noch Fibre Channel over Infiniband und Ethernet over Infiniband vorantreibt. Fibre Channel over Ethernet wird jedoch länger brauchen als Fibre Channel over Infiniband, da noch einiges am Ethernet-Protokoll zu ergänzen ist, ehe FCoE laufen wird. Letztlich begrüßen wir es, dass mit all diesen Aktivitäten die Anzahl der Netzwerke im Rechenzentrum reduziert werden können. Die Konvergenz wird den Betrieb vereinfachen und dramatisch die Kosten senken. Dafür und für offene Standards setzen wir uns ein. Wir stehen aber auch dafür, proprietäre Entwicklungen von vornherein zu verhindern.
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