Tape-Backup im Überblick

Grundlegende und anziehende Eigenschaften der Magnetband-Sicherung

08.06.2006 | Autor / Redakteur: Stephen J. Bigelow searchstorage.com / Bernd Schöne

„Tapes” haben keine Zukunft mehr – heißt es seit gut einem Jahrzehnt. Doch die Umsatzzahlen sprechen eine andere Sprache: Sanftes Wachstum statt „Ende der Fahnenstange“. Ohne die Speicherbänder läuft ab einem gewissen Datenvolumen eben auch heute nichts. Das Band-Backup ist nach wie vor die essentielle Backup-Technik.

Sie ermöglicht eine kostengünstige Langzeitspeicherung der Daten, unabhängig von der Größe eines Unternehmens. Trotz der relativ niedrigen Geschwindigkeit dürfen Tape-Backups deshalb in keinem Storage-Konzept fehlen. Bänder finden sich vor allem dort, wo es gilt, große Datenmengen zu einem günstigen Preis zu sichern und teure Festplatten-Arrays zu entlasten.

Da die Disk-Preise immer weiter fallen, fragen sich viele Anwender, ob sie nicht generell auf das Harddisk-Backup umsteigen können. Das würde die Sicherung und Wiederherstellung von Daten außerordentlich beschleunigen, was vorerst aber nur in wenigen Fällen sinnvoll ist. Wie die meisten Experten glauben, ist das Band noch auf lange Zeit für viele Archivierungs- und Disaster-Recovery Aufgaben nicht zu ersetzen.

Eigenschaften von Magnetbändern

Das Wichtigste am Band-Backup sind die Medien selbst. Dabei handelt es sich vereinfacht ausgedrückt um gewöhnliche Magnetbänder, wie sie von Audio- oder Videokassetten bekannt sind. Die chemischen und mechanischen Eigenschaften des Bandmaterials sind seit Jahrzehnten gut erforscht und bekannt.

Bänder werden auf Spindeln aufgerollt und in speziell konstruierten Kassetten, so genannten Cartridges, dauerhaft untergebracht. Dort sind sie vor Staub oder Beschädigungen geschützt. Die Kassetten werden vor dem Gebrauch in ein spezielles Bandlaufwerk eingeschoben und für den Transport und die Aufbewahrung wieder herausgenommen.

Sicherheitsaspekte der Bandsicherung

Soll ein Bandlaufwerksystem in einer Firma eingeführt werden, sind adäquate Vorbereitungen für die Lagerung der Bänder zu treffen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bewahren diese meist in einem Brandschutz-Tresor auf oder bringen sie in ein eigenes externes Lager. Größere Unternehmen benötigen meist mehr Bänder, halten parallel oft mehrere zehntausend Stück für die Archivierung oder Sicherung vor und bringen diese meist bei externen Dienstleistern unter.

Bandlaufwerke

Ein Bandlaufwerk ist eine elektromechanische Vorrichtung, die Bänder beschreibt bzw. liest und für den Datenaustausch mit angeschlossenen Servern oder Speichergeräten sorgt. Laufwerke greifen auf das Band in der Regel entweder linear zu – schreiben also in einer Linie wie bei einem Tonband – oder nutzen Schrägspuraufzeichnung, auch Helical Scan genannt. Diese Technik verwendet auch ein Videorecorder. Dabei wird das Band um einen rotierenden Kopf geschlungen, der in einem bestimmten Winkel zum Tape steht und diagonale Streifen über die „Breite“ des Bandes schreibt, also von unten nach oben und umgekehrt.

Bandbibliotheken: Tape Libraries und Autoloader

Ein Bandlaufwerk kann nur eine Cartridge auf einmal aufnehmen, und darauf lässt sich selten das Komplett-Backup eines ganzen Unternehmens unterbringen. Für dieses Kapazitätsproblem gibt es grundsätzlich zwei Lösungen: Entweder lädt der Administrator die Bänder manuell in das Laufwerk, oder er schafft gleich eine automatische Bandbibliothek an. In dieser so genannte Tape Library sind mehrere Laufwerke kombiniert, so dass sich ein Backup über diverse Bänder verteilten lässt, ohne dass ein Mensch eingreift. Bekannte Hersteller von Tape Libraries sind unter anderem Quantum, HP, Tandberg Data und Spectra Logic.

Doch auch viele Bandbibliotheken müssen immer noch manuell mit Nachschub gefüllt werden, was die Systeme ausbremst und fehleranfällig macht. Um dies auszuschließen, bringen heute viele Tape Libraries so genannte Autoloader mit. Das sind prinzipiell Roboter, die die Bänder greifen, ins Laufwerk stecken, wieder entfernen und in einer Ablage deponieren. Diese Libraries enthalten in der Regel auch Management-Utilities, die über den Backup-Prozess Buch führen. Will ein Anwender oder eine Applikation auf eine bestimmte Datei zugreifen, weiß die Library selbst, welche Datei sich auf welchem Band befindet und lässt es vom Roboter aus dem Archiv holen und in das Laufwerk legen.

Datensicherungs-Programme

In jeder Backup-Strategie spielt die Software eine entscheidende Rolle. Diese Programme sind wichtige Instrumente, die dem Administrator bei der Entscheidung helfen, wann und wohin ausgewählte Dateien, Ordner und Laufwerke gesichert werden. Oft ist es nötig, den gesamten Inhalt eines Servers oder sogar eines ganzen Rechenzentrums zu sichern.

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