Midrange Disk-Arrays

Die richtige Grundausstattung spart Zeit und Kosten

18.12.2006 | Autor / Redakteur: searchstorage.com / Rainer Graefen

Midrange: Die Sun Stor Edge 6920 konkurriert vorrangig mit Celerra- und Clariion-Arrays von EMC.

Die Zeiten, in denen sich der Datenbestand eines Unternehmens auf einem einzigen Fileserver unterbringen ließ, sind lange vorbei. Mittlerweile werden oft mehrere hundert Festplatten in einem autonomen Gerät vereinigt – dem so genannten Disk- oder Speicher-Array.

Bei einem durchschnittlichen Speicherbedarf im Terabyte-Bereich verlassen sich IT-Abteilungen heute also lieber auf große Festplatten-Gruppen, die benötigte Applikationen und zugehörige Daten über ein Storage Area Network (SAN) bereitstellen.

Diese Systeme bieten vor allem zwei Vorteile: Zum ersten lassen sich die Festplatten im Array zu RAID-Gruppen zusammenfassen, was den Verlust wertvoller Daten verhindert. Zum zweiten sind sie gewöhnlich mit mehreren Typen von Disks bestückt, die unterschiedliche Speicherkapazitäten und Zugriffszeiten bieten und unterschiedliche Schnittstellen nutzen.

Auf diese Weise lässt sich ein hierarchisches Speichersystem einrichten, in dem die wichtigen Daten auf leistungsfähigen und verlässlichen (damit aber auch teuren) Festplatten liegen, während weniger wichtige Informationen auf preiswerteren Modellen landen.

Speicher-Arrays gibt es in vielen Größenklassen und Ausstattungsvarianten, aus denen sich jedes Unternehmen das passende Modell wählen muss. Die Hersteller bieten meist Einstiegs-, Mittelklasse- und Highend-Varianten an, die gewöhnlich auf die jeweilige Unternehmensgröße abgestimmt sind (z.B. EMC mit den Baureihen Clariion, Celerra und Symmetrix DMX). Bei der Auswahl des richtigen Geräts helfen außerdem einige grundsätzliche Überlegungen.

Die wichtigsten Eigenschaften

Vereinfacht ausgedrückt sind Speicher-Arrays nichts weiter als große Schränke oder Kisten, in denen zig Festplatten stecken. Zuerst kommt es also darauf an, dass diese Disks zu den Speicheranforderungen der jeweiligen Umgebung passen: Für geschäftskritische Anwendungen, die besonders viele Ein- und Ausgabeoperationen verarbeiten und zudem äußerst stabil laufen müssen, haben sich Laufwerke mit Fibre-Channel-Schnittstelle als Standard durchgesetzt.

Für weniger wichtige Daten bzw. Applikationen reichen meist die deutlich preiswerteren SATA-Festplatten aus. Wie erwähnt, unterstützen jedoch die meisten Geräte mehrere Festplattentypen sowie RAID-Funktionen wie Mirroring und Striping, die den Zugriff beschleunigen und vor Datenverlusten schützen.

Alle Disk-Arrays müssen mit passenden Switches an die Speicherinfrastruktur des Unternehmens – gewöhnlich ein SAN – gekoppelt werden. Auch hier nutzen die meisten Geräte die Fibre-Channel-Schnittstelle, kleinere Modelle setzen zunehmend auf iSCSI als Übertragungstechnik. Außerdem sollte jedes Gerät die gängigsten Speichernetzwerk-Protokolle NFS, CIFS und FTP beherrschen.

Weitere wichtige Bewertungsmaßstäbe sind Speicherkapazität, Skalierbarkeit und Cache-Größe. In der Basisversion verfügen die meisten Festplattenlaufwerke heutzutage über Kapazitäten bis zu zwei Terabyte (TByte). In der Endausbaustufe indes ist leicht ein Vielfaches davon möglich – so erreicht Suns Stor Edge 6920 maximal 16,4 TByte (bei einer Ausstattung mit 113 Laufwerken à 146 GByte).

Im Cache werden die aus dem Netzwerk eingehenden Datenpakete vor dem Schreiben auf die Festplatten zwischengespeichert. „Handelsüblich“ sind Cache-Größen zwischen zwei und 28 GByte, wobei intensiv genutzte Arrays über einen größeren Zwischenspeicher verfügen sollten.

Auf das Management kommt es an

Nicht jeder Benutzer bzw. jede Anwendung muss unbedingt auf große Speicherkapazitäten zugreifen. Vielmehr sollten Administratoren den Plattenplatz für jede Applikation, jedes Backup und jede weitere Aufgabe genau bemessen und zuweisen. Praktisch bedeutet dies, dass jedes Array verwaltet werden muss – der damit verbundene (Personal-)Aufwand macht im Lauf der Zeit oft den größeren Teil der Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, kurz: TCO) eines Geräts aus.

Da sie praktisch alle diese Managementaufgaben mit Hilfe von Software erledigen müssen, sollten Administratoren bei der Wahl des Systems besonderen Wert auf eine gute Ausstattung mit entsprechenden Tools legen. So bringt die genannte Sun Stor Edge 6920 Programme für Replikation, Snapshots und Datenspiegelung mit.

Weitere Software, wie etwa die so genannten Provisioning-Tools für die Zuteilung von Speicherplatz, gehört oft nicht zur Grundausstattung. Sie muss getrennt erworben werden und treibt so nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch den Schulungsaufwand in die Höhe.

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