RAM und Flash Solid State Drives

SSD-Speicher sind auf dem Vormarsch

07.02.2009 | Autor / Redakteur: George Crump / Nico Litzel

SSD löst Widerspruch: Hohe Performance, geringe Kapazität

Sind auf RAM-basierende Solid State Drives „grün“? Wenn man die Stromaufnahme pro Terabyte vergleicht, folgt ein klares Nein. Aber dieser Vergleich ist nicht statthaft, da es um den Stromverbrauch von I/Os geht. Bisher verschaffte man einer I/O-hungrigen Anwendung durch die Bündelung zahlreicher, sich schnell drehender Festplatten in einer LUN mehr Performance.

Je mehr Spindeln im Speichersystem zur Verfügung stehen, desto höher ist die I/O-Performance, aber auch der Strombedarf. Der unangenehme Nebeneffekt: Viel ungenutzte Speicherkapazität. Diese ließe sich über weitere LUNs oder durch Thin Provisioning wieder verfügbar machen, jedoch nur auf Kosten der Performance. Anwender müssen also eine effiziente Kapazitätsauslastung dem Performance-Gewinn opfern.

Ein Beispiel: Um 9.000 I/Os mit Festplatten zu realisieren, müsste man etwa 30 Highend-Festplatten bündeln. Das entspricht einer Leistungsaufnahme von mehr als 300 Watt. Solid State Drives benötigen keine zusätzlichen Spindeln, sie haben ab Werk eine hohe Performance. Also braucht man weniger Geräte, wodurch auch der Energieverbrauch insgesamt sinkt.

Realistische Erwartungen an die Performance

Eine Festplatte liest oder schreibt innerhalb von etwa vier bis fünf Millisekunden und leistet damit 150 bis 300 Random-I/Os pro Sekunde. Eine RAM-SSD hingegen schreibt und liest in 0,15 Millisekunden und leistet 25.000 IOPS beim Schreiben.

Texas Memory hat ein Flash-SSD mit RAM-Cache entwickelt. Durch den Einsatz des RAM-Caches liefert dieses Produkt auf dem Cache ähnliche Werte wie die RAM-SSDs. So kommen Anwender in den Genuss der Vorteile beider Techniken.

Unternehmen wie Texas Memory Systems, die sich als Erste auf den SSD-Markt gewagt haben, bekommen Gesellschaft von Speicherherstellern wie EMC, Sun, NetApp und Hitachi Data Systems (HDS), die den wachsenden Markt nun für sich entdeckt haben. Beispielsweise erwarten Branchenkenner, dass NetApp und Hitach Data Systems noch dieses Jahr eigene SSD-Lösungen anbieten werden.

George Crump ist Gründer von Storage Switzerland, einem US-Analystenhaus, das sich stark auf Virtualisierung und den Speichermarkt konzentriert.

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