30.11.2008 | Autor / Redakteur: Beth Pariseau / Nico Litzel
Die durchschnittliche Größe eines Flash-Blocks, der komplett gelöscht und überschrieben wird, um Daten zu verändern, liegt zwischen vier und acht Kilobyte. Auch wenn nur ein Kilobyte geschrieben werden soll, muss der vollständige Block in den Speicher kopiert werden. Anschließend müssen die Datenbits eingefügt und schließlich wieder zurück in die Flash-Zelle geschrieben werden.
Wenn das schnell vonstattengeht, kann das eine Menge Schreibvorgänge erfordern, was wiederum die Lebensdauer des Laufwerks einschränkt, da Flash nur eine beschränkte Anzahl an Schreib-Löschzyklen verträgt. Wenn man diesen Vorgang sorgfältiger ausführt, so kann das die Lebensdauer erhöhen. Allerdings verlangsamt das die Geschwindigkeit, besonders beim Schreiben. Hier waren einige Solid State Drives der ersten Generation sogar langsamer als Festplatten.
Ein weiteres Problem, das die Entwicklung von SSD ausbremst, ist die hohe Spannung, die man braucht, um Flash-Medien beschreiben zu können. Das kann Kurzschlüsse in den Chips und somit einen Datenverlust zur Folge haben. Einige Hersteller, beispielsweise Fusion-io, liefern SSDs mit RAID-on-Chip-Technik aus, die diesen Effekt mildern sollen. Andere Hersteller haben in ihren Fabriken begonnen, mit dem „Rezept“ ihrer NAND-Materialien zu experimentieren. Wiederum andere, etwa Intel, konzentrieren sich darauf, winzige Flash-I/O-Kanäle so dicht gedrängt wie möglich zu fertigen. Intel erklärt, die Enterprise-SSDs des Unternehmens verfügten über zehn I/O-Kanäle zu jedem Die. Andere Hersteller, wie Micron Technology, verwenden acht Kanäle.
Noch besteht kein Konsens, wie diese Probleme für verschiedene SSD-Anwendungen gelöst werden sollten. Aber wenn man, wie auch bei vielen weiteren Aspekten der SSD-Technik, fünf Hersteller befragt, was sie über Standard denken, so wird man fünf Antworten erhalten. Einige Unternehmensvertreter, wie etwa Justin Sykes, Marketingdirektor SSD-Produkte bei Micron, sind der Auffassung, man solle keine Design-Standards für unterschiedliche SSD-Produkte einführen, sondern für die verschiedenen Anwendungsgebiete Benchmarks-Tests definieren.
„Man könnte Spezifikationen für den Standardgebrauch entwickeln und diese an solche für die Lebensdauer binden, sodass Anwender eine sachkundige Wahl treffen können, welche SSDs sie für welche Anwendungen kaufen sollten“, regt Sykes an. „Aber was Design-Standards angeht“, fügt er hinzu, „Fehlerkorrektur ist das Gebiet, auf dem wir uns spezialisieren können. Das wird soweit gehen, dass sie ein herstellerspezifisches Merkmal sein wird.“
EMC ist einer der wenigen OEMs, die SSDs bereits ausliefern. Laut Barry Burke, Symmetrix Chief Strategy Officer, bewerten die Laufwerk-Hersteller die Performance ihrer Produkte anhand von 512-Byte-Blöcken und ignorieren dabei die realistischeren Blockgrößen mit vier oder acht Kilobyte. „Momentan verraten Ihnen die I/O-Werte in den Datenblättern nicht viel, was das Laufwerk wirklich leisten kann.“
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