Branchenverband nimmt sich Solid State Storage an

SNIA entdeckt Solid State Disks

03.02.2009 | Redakteur: Rainer Graefen

Hervorgehoben werden die konstruktionsbedingten Vorteile der Flash-Speicher, die zu Platz- und Stromeinsparungen führen sollen und auch die Virtualisierung im Serverbereich bestärken könnten. Ganz ohne die anderen Speichermedien werden aber auch SSD nicht auskommen. Zwar gibt es schon erste Stimmen die meinen, SSD sei für alles gut. In der Realität wird der Anwender aber keinesfalls an einer mehrstufigen Speicherarchitektur vorbeikommen, wenn er SSDs erwägt.

Das Whitepaper one to one (101) bleibt damit an der Werbe-Oberfläche hängen und greift keinen der häufig kritischen Aspekte der SSD-Technik auf. Hierzu zähle ich z. B. neben der häufig diskutierten Zuverlässigkeit der Speicherzellen auch die Ausgewogenheit von Speicherarchitekturen, die beim kombinierten Einsatz von SSD und Disk komplizierter herzustellen ist.

Aber die SNIA steht ja erst am Anfang und wird dann in späteren Whitepapern hoffentlich detaillierter auf konkrete Lastsituationen, Testverfahren und neuartige Speicherzellen eingehen.

Lieber spät als nie

Hoffentlich wird es nicht so laufen wie häufig bei der SNIA, die sich in der Vergangenheit wiederholt als wankelmütiger Innovationstreiber gezeigt hat. Kein Wunder, wenn man die vielen widerstreitenden Technologie-Ansätze der beteiligten Hersteller unter einen Hut bringen muss. Es sei erinnert an SMI-S und an Aperi. Um das ehrgeizige Vorhaben wie den Management-Standard SMI-S (Storage Management Initiative – Specification) ist es sehr ruhig geworden.

Jeder beruft sich gerne auf diesen Standard, der allerdings weit hinter die hochgesteckten Erwartungen der Anfangszeit zurückgefallen ist. Und auch das Grummeln beim Archivierungsstandard eXtensible Access Method (XAM), der eine herstellerunabhängige Migration zwischen Archiv-Systeme befördern soll, ist unüberhörbar. Zu unterschiedlich sind auch hier die Einzelinteressen der Hersteller, als dass eine SNIA sie bündeln könnte.

Bei der SSD steht die SNIA erneut vor, die Sprinter der Branche einzufangen. Hersteller wie etwa Sandisk forcierten in den letzten Monaten die Darstellung ihrer Sicht des Themas und stellten mal kurz das Filesystem ExtremeFFS vor. Das kalifornische Unternehmen besitzt über 860 US-Patente, 550 weltweit und weitere rund 1.500 Anmeldungen für Schutzrechte. Laut eigenen Angaben gibt es kein zweites Unternehmen, das wie Sandisk die Rechte innehat, die am meisten verbreiteten Speicherkartenformate herzustellen und zu verkaufen. Dazu zählt das Unternehmen Compact Flash, SD, Mini-SD, Micro-SD, Mulitmediacard, Memory Sticks, XD-Karten sowie USB-Sticks.

SearchStorage.de wird in den kommenden Tagen eine Reihe von Artikeln veröffentlichen, die sich zum einen mit Grundlagen zum Thema SSD beschäftigen und zum anderen ältere und aktuelle Aktivitäten der SNIA zu SMI-S und XAM behandeln.

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