Automatisches Tiering, verbessertes Provisioning, höhere Kapazitäten und Schulungen

Anwender wünschen sich Weiterentwicklungen bei Solid State Drives

16.03.2009 | Autor / Redakteur: Beth Pariseau / Nico Litzel

Ein granulareres und ausgeklügelteres Provisioning ist ein weiterer Punkt auf der SSD-Wunschliste. Compellent bietet eine automatische Migration von Daten auf Blockebene an, etwas, was die meisten Hersteller in Bezug auf SSD-Kapazität noch nicht tun.

„Jede IT-Umgebung ist anders – wenn man eine ganze LUN auf eine SSD verschiebt, so ist das für einige Anwender nicht granular genug“, so Andrew Reichman, Senior Analyst bei Forrester Research. „Die Zugriffsmuster auf bestimmte Reihen in einer Datenbank können sich innerhalb einer LUN unterscheiden.“

Tom Trainer, Gründer und Analyst bei Analytico, möchte letzten Endes Thin Provisioning auch für SSDs sehen. „Da die Kapazität zunimmt, sollten die Hersteller SSDs dem gesamten Thin-Provisioning-Mix hinzufügen und nicht ausschließlich die Kosteneffizienz weiter erhöhen“, sagt er. „Sie sollten ebenfalls einen SSD-Support in die gesamte Plattform-Software integrieren und Snapshots, Klonen und Remote Replication unterstützen.“ Bei EMC lässt sich bereits über SSDs bereitgestellte Kapazität in Snapshots- und Replizierungs-Policies berücksichtigen.

Welche Anwendungsgebiete?

Aber ehe sich Anwender um Provisionierung und automatisiertes Tiering den Kopf zerbrechen, müssen sie sich zunächst klar werden, für welche Daten sie Solid State Disks einsetzen möchten. Denn für viele, die SSDs einsetzen möchten, ist das noch immer ein Punkt, der für Verwirrung sorgt.

„Im Bereich Storage gab es schon immer das Problem, sicher vorhersagen zu können, wie viel Durchsatz und IOPS eine Anwendung brauchen wird – das wurde nie wirklich gut festgelegt“, erklärt Rodney Willms, Senior Storage Engineer bei Suter Health. „Es sollte für Anwender Fortbildungen geben, in denen geklärt wird, wofür SSDs überhaupt geeignet sind.“

Trotz der grundlegenden Schwierigkeit, Performance-Anforderungen festzulegen, möchte Willms für den nächsten Hardware-Refresh Solid State Drives identifizieren. Bei anderen hingegen braucht es weitere Überzeugungsarbeit, ehe sie bereit sind, sich intensiver mit SSD auseinandersetzen.

„Ich verfolge aufmerksam die Entwicklungen, aber bislang ist mir noch kein vernünftiger Grund untergekommen, warum ich das in meinem Rechenzentrum einsetzen sollte“, erklärt David Grant, Data Center Manager bei Mitel Networks. „SSDs verbleiben auf meiner Liste mit Optionen, für den Fall, dass ich eine Anwendung oder einen Service finde, die vom Einsatz von SSDs anstelle von Standard-Laufwerken profitieren könnten. Bislang sind SSDs aber nur eine interessante Option.“

Wills hofft, dass wenn es soweit ist, SSDs mit größeren Kapazitäten als bislang angeboten werden. Momentan sind Enterprise-Laufwerke von Intel mit 32 oder 64 Gigabyte Kapazität am weitesten verbreitet. STEC und EMC liefern Solid State Drives auch mit 146 Gigabyte Kapazität aus. „Die Kapazität von Solid-State-Laufwerken sollte mindestens dort beginnen, wo Fibre-Channel-Festplatten mit 146 Gigabyte aufhören“, fordert Willms. „Alles darunter ist jetzt im Jahr 2009 absurd.“

Kosten sind noch immer ein Hemmschuh

Die Hersteller heben für gewöhnlich das Verhältnis Kosten pro IOPS hervor, wenn sie Solid-State Storage anpreisen. Allerdings können viele Anwender nicht über die Kosten pro Gigabyte hinwegsehen. Denn obwohl die Preise für Flash-Speicher beständig fallen, liegen sie noch um das 20- bis 40-Fache teurer als herkömmliche Festplatten.

„Das mag in gewisser Weise richtig sein, allerdings beunruhigt mich noch immer der Aspekt Kosten pro Gigabyte“, erklärt hierzu David Stevens, Senior Systems Consultant bei der Carnegie Mellon University. „Nicht die Rohpreise sind das Problem, sondern die Kosten pro Gigabyte. Solange sie sich nicht auf dem Niveau von Festplatten bewegen, werden die Leute nicht gewillt sein, SSDs einzusetzen.“

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