14.04.2009 | Autor / Redakteur: Todd Erickson / Nico Litzel
Das US-Startup Sandforce hat den Stealth Mode verlassen und Prozessoren für SSD-Controller angekündigt, die die Zuverlässigkeit und Haltbarkeit von NAND-Flash-Laufwerken deutlich verbessern sollen.
Die SSD-Controller mit der Bezeichnung „SF-1000“ sind laut Sandforce für den Enterprise-Storage- und den Mobile-Computing-Markt konzipiert und zu allen Multi-Level- und Single-Level-Cell-Flash-Speichern der wichtigsten Anbieter kompatibel. Die SSD-Controller verfügen über eine native SATA-Host-Schnittstelle, über die sich bis zu 512 Gigabyte NAND-Flash-Speicher anbinden lassen und mit denen sich laut Hersteller 30.000 IOPS sowie 250 Megabyte pro Sekunde beim Lesen oder Schreiben von Vier-Kilobyte-Blöcken erzielen lassen. Eine SAS-Anbindung ist über Adapter von Drittanbietern ebenfalls möglich.
Ziel von Sandforce ist es, die Zuverlässigkeit von Flash-Speichern zu erhöhen. Dieses Manko ist – zusammen mit dem noch hohen Preis – Hemmschuh bei der Verwendung von Halbleiterspeichern im Enterprise-Storage-Umfeld. „Die Preisfrage lautet: Wie kann man für Consumer konzipierte Flash-Speicher zuverlässig im Enterprise-Umfeld einsetzen“, bringt es Thad Omura, Vizepräsident Marketing bei Sandforce, auf den Punkt.
Laut Sandforce verbessern die Fehlerkorrektur- (ECC) und „RAISE“-Techniken (Redundant Array of Independent Silicon Elements) des Unternehmens die Ausfallraten von Laufwerken um den Faktor 110, ohne dass dabei die Anzahl der Schreib- und Lesevorgänge innerhalb einer definierten Zeitspanne eingeschränkt wird. Auch müssen Administratoren nicht länger DRAM-Cache einsetzen, um die SSDs zu beschleunigen.
„Bei SSDs liegt das Geheimnis im Controller“, erklärt David Reinsel, Vizepräsident Storage und Halbleiter bei IDC. „Zwar sind der Hersteller und der Typus (MLC oder SLC) wichtig, ohne einen leistungsfähigen Controller wird man aber bei der Performance nur geringe Unterschiede feststellen.“
Laut Omura von Sandforce versuchen Mitbewerber wie Marvell und Silicon Motion, die Haltbarkeit und somit den Lebenszyklus von Flash-Speichern zu verbessern, indem sie DRAM-Cache einsetzen. Das schränke allerdings die Schreibvorgänge pro Tag und ebenfalls eine Überbuchung ein. Sandforces Ansatz beim Schreiben vom Controller auf Flash-Speicher sei ziemlich „smart“ und Kernstück des Unternehmens. „Wir lösen eine Menge der Probleme, die im Zusammenhang von Flash dessen Haltbarkeit und Zuverlässigkeit auftreten, über Hardware und der Automatisierung von Verarbeitungselementen“, erklärt Omura.
Laut Sandforce werden die Controller einen massenhaften Einsatz von im Vergleich zu SLC günstigem MLC-Flash in Großunternehmen vorantreiben. „Wenn sich Großunternehmen auf MLC-Flash verlassen könnten, so wäre das eine gewaltige Marktchance für Sandforce und vergleichbare Unternehmen“, schätzt Jeff Janukowicz, zuständig für Festplattenkomponenten und SSDs bei IDC. „Wenn sich alle Behauptungen von Sandforce bewahrheiten, so dürfte das einen durchschlagenden Markterfolg nach sich ziehen.“
Für den Zeitraum 2007 bis 2012 prognostizieren die Marktforscher von IDC im Bereich Enterprise- und PC-SSD jährliche Zuwachsraten in Höhe von 171 Prozent. Bis 2012 sollen rund 40 Millionen Einheiten ausgeliefert werden.
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