12.03.2010 | Autor / Redakteur: George Crump / Nico Litzel

Momentan diskutieren Speicherhersteller und Anwender ausführlich, wann und wo Solid-State Drives eingesetzt werden sollten. Zwar bieten SSDs eine weitaus höhere Performance im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Festplatten, allerdings sind sie auch deutlich teurer als diese. Wie kann man in Zeiten immer knapper werdender IT-Budgets ermitteln, wann und wo es sinnvoll ist, SSDs in der Speicherumgebung einzusetzen?
Solid-State Drives sind tatsächlich günstiger als Festplatten, wenn die I/O-Performance und nicht die Kosten pro Gigabyte im Vordergrund stehen. In diesem Fall ändert sich der Bewertungsmaßstab also von Kosten pro Gigabyte zu Kosten pro I/O. Allerdings berücksichten Administratoren nur selten diesen I/O-Maßstab, sondern betrachten häufig nur den absoluten Preis. Von diesem Standpunkt aus sind SDSs teurer gegenüber Festplatten und man kann dem Controlling gegenüber die Mehrkosten nur schwer rechtfertigen. Allerdings gibt es Anwendungsszenarien, die die auf den ersten Blick hohen Mehrkosten von SSDs rechtfertigen. Diese Applikationen richtig zu identifizieren, ist der Dreh- und Angelpunkt.
Entweder muss sich die Performance einer Anwendung signifikant negativ auf dem Umsatz eines Unternehmens oder signifikant negativ auf die Customer Experience auswirken, um die Mehrkosten für eine SSD zu rechtfertigen. Eine dritte Überlegung könnte sein, dass eine Anwendung die Produktivität der eigenen Mitarbeiter bremst. Dieser letzte Punkt ist allerdings ironischerweise oft schwieriger der Geschäftsführung zu vermitteln.
Um zu ermitteln, ob eine Anwendung ein geeigneter SSD-Kandidat ist, muss man zunächst ein paar Diagnosen fahren, um I/O-Flaschenhälse zu ermitteln. Vor dieser Diagnose ist es wichtig, zunächst einen Blick auf die CPU-Auslastung des Servers zu werfen, auf dem die Anwendung läuft. Wenn die CPU-Auslastung hoch ist, so liegt in fast jedem Fall ein anders gearteter Flaschenhals vor. Wenn die CPU-Auslastung hingegen relativ niedrig ist, als Faustregel etwa unter 40 Prozent, dann haben Sie höchstwahrscheinlich ein Storage-I/O-Problem. Das Netzwerk oder die Host Bus Adapter (HBA) können zum Flaschenhals werden, aber für gewöhnlich kümmert man sich zumeist sowieso um die Netzwerkbandbreite, ehe man den Einsatz von SSDs in Betracht zieht.
Die meisten Betriebssysteme bieten Werkzeuge, mit denen man die Queue Depth und die Antwortzeiten messen kann, um so das ROI-Potenzial einer SSD zu ermitteln. Perfmon unter Windows kann beispielsweise eingesetzt werden, um diese Daten auszulesen. Daneben bieten einige Hersteller ausgefeiltere Tools an und auch andere Plattformen stellen vergleichbare Werkzeuge zur Verfügung.
Die Queue Depth eines Array gibt die Anzahl der noch nicht erledigten I/O-Requests eines Laufwerkes an. Hier können Sie die Performance erhöhen, indem Sie weitere Laufwerke zu einer RAID-Gruppe hinzufügen. Dahinter steckt das Grundprinzip, dass jedes Laufwerk einen weiteren I/O-Kanal mit sich bringt, wodurch die Möglichkeit des Arrays steigt, I/O-Requests zu bedienen.
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